





Ein einfacher Generator zur Schwingungserzeugung
Will man in einem Schwingkreis ungedämpfte elektromagnetische Schwingungen
erhalten, dann müssen ähnlich wie bei den Schwingungen eines
Federschwingers zwei Bedingungen erfüllt sein:
Eine elegante Lösung dieses Problems hat der deutsche Techniker
ALEXANDER MEISSNER (1883-1958)
im Jahre 1913 entwickelt. Es handelt sich dabei um die nach ihm benannte
meißnersche
Rückkopplungsschaltung. Während MEISSNER für seine
Schaltung eine Elektronenröhre
(Triode) nutzte, verwendet man heute anstelle von Röhren Transistoren
oder andere verstärkende Bauelemente (Tetrode, Pentode, Magnetron,
Klystron). Bild 1 zeigt den grundsätzlichen Aufbau einer meißnerschen
Rückkopplungsschaltung mit einem Transistor.
Die Basis des Transistors ist mit dem Schwingkreis induktiv gekoppelt.
Fließt in der Spule des Schwingkreises ein Strom, so wird auch im
Basisstromkreis des Transistors ein Strom induziert. Mit diesem Basisstrom
fließt ein Kollektorstrom,
der dem Schwingkreis Energie zuführt. Durch die Anordnung wird also
erreicht, dass im Rhythmus der Schwingungen im Schwingkreis dem Schwingkreis
selbst Energie zugeführt wird. Dies geschieht solange, bis die Verluste
im Schwingkreis gerade durch die zugeführte Energie ausgeglichen
werden. Die Frequenz der Schwingungen ist dabei genau wie im einfachen
Schwingkreis durch die thomsonsche Schwingungsgleichung festgelegt. Sie
hängt also nur von der Kapazität des Kondensators und der Induktivität
der Spule ab. Im Schwingkreis entstehen ungedämpfte, sinusförmige
elektromagnetische Schwingungen, also Schwingungen konstanter Amplitude.
Für die technische Realisierung einer meißnerschen Rückkopplungsschaltung sind einige zusätzliche Dinge zu beachten:
Tongeneratoren
Tongeneratoren, auch Tonfrequenzgeneratoren
genannt, sind Geräte, mit denen meist sinusförmige elektromagnetische
Schwingungen im hörbaren Bereich, also mit Frequenzen zwischen 16
Hz und 20 000 Hz, erzeugt und in Form von Schall abgegeben werden. Die
Frequenz und damit die Tonhöhe kann fest oder stetig veränderbar
sein. Die Amplitude und damit die Lautstärke ist meist einstellbar.
Aufbau und Wirkungsweise
Tongeneratoren werden als
Oszillatoren mit Schwingkreisen
oder als RC-Oszillatoren ausgeführt. Bei größerer Leistung
bezeichnet man solche Oszillatoren auch als Generatoren. Daher stammt
die Bezeichnung Tongenerator für
Anordnungen, die Töne im hörbaren Bereich erzeugen.
Bild 3 zeigt den Aufbau einer einfachen Oszillatorschaltung. Sie besteht
im Wesentlichen aus einem Schwingkreis,
der über eine meißnersche Rückkopplungsschaltung mit einem
Transistor verbunden ist.
Die Eigenfrequenz des Schwingkreises ist von der Kapazität C
des Kondensators und der Induktivität L
der Spule im Schwingkreis abhängig. Für die Frequenz f
gilt die thomsonsche
Schwingungsgleichung:

Demzufolge kann man die Frequenz der entstehenden elektromagnetischen
Schwingungen durch Veränderung der Kapazität des Kondensators
und der Induktivität der Spule ändern. Das kann man realisieren
durch Verwendung von Drehkondensatoren (veränderbare Kapazität)
oder durch Verändern der Induktivität der Spule (Veränderung
der Windungszahl, Verschiebung des Eisenkerns).
Die erzeugten elektromagnetischen Schwingungen werden verstärkt,
einem Lautsprecher zugeführt und als Schallwellen abgestrahlt.
Zur Erzeugung bestimmter Frequenzen nutzt man RC-Oszillatoren. Anstelle des Schwingkreises treten dort Widerstände (R) und Kondensatoren (C), so wie es in Bild 4 dargestellt ist. Die Frequenzabhängigkeit des Widerstandes dieser Bauelemente hat zu Folge, dass nur bei einer bestimmten Frequenz die Energiezufuhr in der richtigen Phase erfolgt. Genau mit dieser Frequenz schwingt der RC-Oszillator.
Anwendungen
Angewendet werden Tongeneratoren vor allem in der Messtechnik (z.B. Prüfung
von Verstärkern und Lautsprechern) und als Grundelemente elektronischer
Musikinstrumente (z.B.
elektronische Orgeln, Synthesizer).
Genutzt werden können sie auch, um den Hörbereich
(Hörvermögen) von Personen zu überprüfen, also um
eine Hörprüfung durchzuführen.