






Die Geschwindigkeit gibt an, wie schnell oder wie langsam sich ein Körper bewegt. Sie ist eine gerichtete (vektorielle) physikalische Größe und hat damit in jedem Punkt der Bewegung eines Körpers einen bestimmten Betrag und eine bestimmte Richtung (Bild 1).
| Formelzeichen: | v |
| Einheiten: | ein Meter je Sekunde (1 m/s) |
Für die Einheiten gilt: 
In der Schifffahrt wird als Einheit ein Knoten (1 kn) genutzt:

Die Geschwindigkeit von Flugzeugen wird manchmal in Mach angegeben. Ein Mach bedeutet, dass das Flugzeug mit Schallgeschwindigkeit fliegt:

Geschwindigkeiten
in Natur und Technik
In der nachfolgenden Übersicht sind Geschwindigkeiten in Natur und
Technik angegeben.
| Geschwindigkeiten | in m/s | in km/h |
| Lichtgeschwindigkeit im Vakuum mittlere Geschwindigkeit der Erde |
299 792 458 | 1 079 252 849 |
| um die Sonne | 30 000 | 108 000 |
| Erdsatellit | 7 900 | 28 440 |
| Panzergeschoss | 1 500 | 5 400 |
| Schallgeschwindigkeit in Wasser bei 20 °C | 1 484 | 5 342 |
| Jagdflugzeug | bis 1 000 (3,3 Mach) |
bis 3 600 |
| Geschoss eines Karabiners | 870 | 3 130 |
| Punkt am Äquator aufgrund der Erdrotation | 464 | 1 670 |
| höchste mit einem Auto erreichte Geschwindigkeit |
341 | 1 228 |
| Schall in Luft bei + 20 °C | 344 | 1 238 |
bei 0 °C |
332 | 1 195 |
bei - 20 °C |
320 | 1 152 |
| Passagierflugzeug | 250 | 900 |
| schnellstes Motorrad der Welt (1990) | 144 | 518 |
| schnellster Zug (TGV, Frankreich) | 143 | 515 |
| Abfahrtslauf | bis 62 | bis 224 |
| Mauersegler | bis 50 | bis 180 |
| Luftausstoß aus der Nase beim Niesen | bis 47 | bis 170 |
| Erregungsleitung beim Menschen | 1 ... 100 | 3,6 ... 360 |
| Fallschirmspringer, Schirm nicht geöffnet | bis 57 | bis 205 |
| Orkan Windstärke 12 | mehr als 32,7 | mehr als 118 |
| Gepard | bis 33 | bis 120 |
| Thunfisch beim Schwimmen | bis 21 | bis 76 |
| Rennpferd | bis 19 | bis 70 |
| Hase | bis 18 | bis 65 |
| Windhund | bis 18 | bis 65 |
| Delfin | bis 13 | bis 47 |
| Sperling | bis 13 | bis 47 |
| Eisschnelllauf (10 000 m) | 21,1 | 44 |
| Elefant | bis 11 | bis 40 |
| Sprinter (Weltrekord) | 10,2 | 36,7 |
| Hai | bis 10 | bis 36 |
| Regentropfen | bis 8 | bis 29 |
| Langläufer (Weltrekord 10 000 m) | 6,3 | 22,7 |
| Fallschirmspringer bei geöffnetem Schirm | 5 | 18 |
| Schwimmen (50-m-Weltrekord) | 2,3 | 8,3 |
| Fußgänger, normale Geschwindigkeit |
1,4 | 5,0 |
| Fahrstühle | 0,8 ... 1,4 | 2,9 ... 5 |
| Blutgeschwindigkeit in den Adern | 0,55 | 2 |
| Schnecke (Weltrekord) | 0,0016 = 1,6 mm/s |
0,0058 |
| Driftgeschwindigkeit von Elektronen inelektrischen Leitern | etwa 0,005 = 0,5 mm/s |
0,0018 |
| Bewegung von Gletschereis | etwa 0,006 mm/s |
(10 m ... 100 m pro Jahr) |
| Wachstum eines Haares pro Tag | 0,3 mm/Tag bis 0,4 mm/Tag |
Durchschnittsgeschwindigkeit
und Augenblicksgeschwindigkeit
Bei der Geschwindigkeit ist zwischen der Durchschnittsgeschwindigkeit
und der Augenblicksgeschwindigkeit (Momentangeschwindigkeit)
zu unterscheiden. Die Durchschnittsgeschwindigkeit gibt an, wie groß
die mittlere Geschwindigkeit längs einer Strecke ist, die ein Körper
in einer bestimmten Zeit zurücklegt.
Die Augenblicksgeschwindigkeit gibt die Geschwindigkeit zu einem bestimmten
Zeitpunkt an.
Tachometer und
Fahrradcomputer
Die Bestimmung der Geschwindigkeit kann bei Fahrzeugen in sehr unterschiedlicher
Weise vorgenommen werden. Die einfachste Möglichkeit ist die Nutzung
eines Geschwindigkeitsmessers oder Tachometers, der in Fahrzeugen eingebaut
ist (Bild 1). Auch in Fahrradcomputern ist ein Geschwindigkeitsmesser
integriert.
Bei einem Tachometer besteht das Prinzip darin, dass die Drehbewegung der Räder durch eine Welle (Tachowelle) auf den Geschwindigkeitsmesser übertragen wird und die Geschwindigkeit direkt abgelesen werden kann. Die Messung kann auch auf elektronischen Wege über einen Sensor erfolgen.
Bei einem Fahrradcomputer wird ein anderes Wirkprinzip genutzt: Am sich drehenden Rad wird ein Magnet
angebracht, der sich bei jeder vollen Umdrehung des Rades einmal an einer
am Rahmen befestigten kleinen Spule vorbeibewegt. Dabei wird nach dem
Induktionsgesetz kurzzeitig eine Spannung induziert. Es entsteht bei jeder
Umdrehung des Rades ein Spannungsstoß. Die Anzahl dieser Spannungsstöße
pro Zeiteinheit wird registriert. Aus der Anzahl der Spannungsstöße
(von Spannungsstoß zu Spannungsstoß dreht sich das Rad ein
Mal - der dann zurückgelegte Weg ist gleich dem Umfang des Rades)
und der Zeit ergibt sich die Geschwindigkeit, die direkt angezeigt wird.
Voraussetzung für eine richtige Anzeige ist allerdings, dass am Fahrradcomputer
die richtige Radgröße eingegeben wird.
Induktionsschleifen
Geschwindigkeiten können unter Nutzung der Gleichung v = s/t auch durch Weg- und Zeitmessungen ermittelt werden, wobei
man je nach der Art der Messung entweder Durchschnittsgeschwindigkeiten oder näherungsweise Augenblicksgeschwindigkeiten erhält. Die Zeitmessung kann mit einer Stoppuhr,
aber auch elektrisch erfolgen.
Die Geschwindigkeit von Fahrzeugen kann man
z. B. mithilfe von Induktionsschleifen messen. Dazu werden in der Fahrbahn
zwei Induktionsschleifen (Leiterschleifen)
verlegt (Bild 3). Die Fahrzeit für den Weg von Schleife zu Schleife
wird gemessen. Genutzt wird dabei folgender Effekt: Wird eine solche Induktionsschleife von einem Strom durchflossen, so bildet sich um sie ein magnetisches Feld.
Fährt ein Auto über eine solche Schleife, so wird das Magnetfeld beeinflusst. Die Magnetfeldänderung bewirkt nach dem Induktionsgesetz
eine Induktionsspannung und einen Induktionsstrom, der registriert werden
kann. Mit zwei Induktionsschleifen kann der zeitliche Abstand zwischen
den beiden Magnetfeldänderungen registriert werden. Aus der gemessenen
Zeit und dem Abstand der Schleifen ergibt sich die Geschwindigkeit.
Bei größerem Abstand der Schleifen erhält man eine Durchschnittsgeschwindigkeit, bei kleinem Abstand näherungsweise die Augenblicksgeschwindigkeit des Autos. Eine solche Anordnung von zwei Induktionsschleifen kann auch mit einer automatischen Kamera gekoppelt werden, die bei Geschwindigkeitsüberschreitungen ausgelöst wird und das Fahrzeug des Verkehrssünders aufnimmt.
Laserpistolen und
Radarmessungen
Eine weitverbreitete Methode, die z. B. auch von der Polizei bei Geschwindigkeitskontrollen
zunehmend angewendet wird, ist die Lasermessung (Bild 3). Dabei werden von einem Gerät (Laserpistole)
Lichtimpulse ausgesandt. Diese werden vom heranfahrenden Fahrzeug reflektiert
und vom Empfänger, der in die Laserpistole integriert ist, aufgenommen.
Die Aussendung der Lichtimpulse erfolgt in sehr kurzen zeitlichen Abständen
von ca. 0,02 Sekunden.
Aus der Zeit, die ein Lichtimpuls für den Hin- und Rückweg benötigt,
kann die Entfernung ermittelt werden, da die Geschwindigkeit der Lichtimpulse
bekannt ist. Sie ist gleich der Lichtgeschwindigkeit, beträgt also
etwa 300 000 km/s. Aus der Entfernungsänderung von einem Lichtimpuls
zum nächsten erhält man den zurückgelegten Weg. Die Zeit,
die zwischen der Aussendung von zwei Impulsen vergeht, ist die zugehörige
Zeit. Damit kann die Geschwindigkeit des angepeilten Fahrzeuges berechnet
und direkt angezeigt werden. Ähnlich wie bei Induktionsschleifen
kann das Gerät auch mit einer automatischen Kamera gekoppelt werden,
die bei Geschwindigkeitsüberschreitungen ausgelöst wird und
das Fahrzeug des Verkehrssünders aufnimmt.
Ein anderes Verfahren ist die Radarmessung, bei der ein anderer physikalischer Effekt, der DOPPLER-Effekt, genutzt wird. Bei einem Radarmessgerät werden elektromagnetische Wellen kurzer Wellenlänge abgestrahlt, vom Fahrzeug reflektiert und wieder empfangen. Bewegt sich das Fahrzeug vom Messgerät weg oder auf das Messgerät zu, so tritt eine Frequenzänderung auf, die ein Maß für die Geschwindigkeit des Fahrzeuges ist.
Berechnen der Geschwindigkeit
Die Geschwindigkeit eines Körpers kann allgemein berechnet werden
mit den Gleichungen

| Dabei bedeuten: | s | zurückgelegter Weg |
| t | benötige Zeit |
Bei einer gleichförmigen
Bewegung (v = konstant) gilt die berechnete
Geschwindigkeit für jeden Ort der Bewegung. Bei einer ungleichförmige
Bewegung 
ergibt sich mit der genannten Gleichung
eine mittlere Geschwindigkeit, die auch Durchschnittsgeschwindigkeit genannt wird. Es ist üblich, Durchschnittsgeschwindigkeiten mit einem
Strich über dem Formelzeichen zu versehen. Für die Durchschnittsgeschwindigkeit
gilt also:

Für eine gleichförmige Kreisbewegung (v = konstant) gilt:

| Dabei bedeuten: | r | Radius der Kreisbahn |
| T | Zeit für einen Umlauf (Umlaufzeit) | |
| n | Drehzahl |
Für eine gleichmäßig
beschleunigte Bewegung
(Beschleunigung a = konstant) gilt:

| Dabei bedeuten: | a | Beschleunigung |
| s | Weg | |
| t | Zeit |
Für den freien Fall als spezielle gleichmäßig
beschleunigte Bewegung mit der Beschleunigung 

| Dabei bedeuten: | g | Fallbeschleunigung |
| s | Weg | |
| t | Zeit |