




Die Gewichtskraft gibt an, wie stark ein
Körper auf eine Unterlage drückt oder an einer Aufhängung
zieht.
| Formelzeichen: | ![]() |
| Einheit: | ein Newton (1 N) |
Die Gewichtskraft, die auf einen Körper wirkt, hängt ab
Je größer die Masse eines Körpers ist, umso größer ist auch seine Gewichtskraft. Sie kann berechnet werden mit der Gleichung:

| m | Masse des Körpers | |
| g | Fallbeschleunigung (Ortsfaktor) |
Die Fallbeschleunigung, auch Ortsfaktor genannt, hat auf der Erdoberfläche einen mittleren Wert von:

Das bedeutet: Ein Körper der
Masse 1 kg hat auf der Erdoberfläche eine Gewichtskraft von 9,81
N. Für Abschätzungen und Überschlagsrechnungen kann man
mit dem Zahlenwert 10 rechnen.
Die Gewichtskraft ist wie jede andere Kraft eine gerichtete
(vektorielle) Größe. Sie zeigt in Richtung Erdmittelpunkt.
Im Unterschied zur Masse ist die Gewichtskraft vom Ort abhängig,
an dem sich der betreffende Körper befindet.
Gewichtskraft und Masse
Wichtige Unterschiede zwischen den physikalischen Größen Masse
und Gewichtskraft sind in der nachfolgenden Übersicht zusammengestellt.
Ortsabhängigkeit der Gewichtskraft
Die Gewichtskraft ist ortsabhängig.
Auf der Erdoberfläche sind die
Unterschiede bei der Gewichtskraft eines Körpers gering. Der Ortsfaktor
schwankt zwischen 9,79 N/kg am Äquator und 9,83 N/kg an den Polen.
Je weiter ein Körper von der Erde entfernt ist, umso kleiner ist
die Anziehungskraft der Erde und umso kleiner ist folglich auch seine
Gewichtskraft (Bild 3). In einer Höhe von 250 km über der Erdoberfläche
beträgt die Gewichtskraft eines Körpers von 1 kg Masse noch
etwa 9 N, in 2 600 km Höhe noch etwa 5 N, also die Hälfte der
Gewichtskraft auf der Erdoberfläche.
Für die Mondoberfläche hat
der Ortsfaktor einen Wert von 1,62 N/kg. Demzufolge beträgt die Gewichtskraft
auf der Mondoberfläche nur ca. 1/6 derjenigen auf der Erdoberfläche.
Auf der Oberfläche des größten Planeten unseres Sonnensystems,
des Jupiters, beträgt die Gewichtskraft eines Körpers etwa 2,5-mal
so viel wie auf der Erdoberfläche.
Gewichtskraft und Gravitationskraft
Wenn man die Gewichtskraft
so definiert, wie das oben gemacht wurde, dann bedeutet das: Die Gewichtskraft
eines Körpers auf der Erdoberfläche ist näherungsweise
gleich der Gravitationskraft
zwischen dem betreffenden Körper und der Erde. Der physikalische
Hintergrund dafür ist folgender:
|
-
|
Auf einen Körper, der auf der Erdoberfläche ruht, wirkt die Gravitationskraft der Erde, die nach folgender Gleichung berechnet werden kann: |
![]() |
|
|
-
|
Darüber hinaus wirkt auf jeden Körper, der sich auf der Erdoberfläche befindet, aufgrund der Rotation der Erde um ihre Achse die Fliehkraft (Zentrifugalkraft), die nach folgender Gleichung berechnet werden kann: |
![]() |
|
Beide addieren sich, wobei allerdings die Winkelgeschwindigkeit
der Erde sehr klein ist und damit der Betrag der Fliehkraft nur ca. 0,5
% der Gravitationskraft beträgt. Daher vernachlässigt man häufig
die Fliehkraft und identifiziert die Gewichtskraft mit der Gravitationskraft.
in Richtung Erdmittelpunkt. Daneben wirkt auf jeden Körper aufgrund
der Kreisbewegung um den Erdmittelpunkt eine gleich große, entgegengesetzt
gerichtete Kraft, die als Fliehkraft
oder Zentrifugalkraft
bezeichnet wird. Sie wird nach derselben Gleichung wie die Radialkraft
berechnet. Die Summe aus diesen beiden Kräften ist null. Damit ist
die Gesamtkraft auf jeden Körper
in der Raumstation und auch auf die Raumstation selbst null. Die Körper
sind schwerelos oder, wie man
auch sagt, gewichtslos. Sie
schweben in der Raumstation, besitzen aber noch dieselbe Masse und dieselbe
Trägheit wie auf der Erdoberfläche. Insofern ist die Bezeichnung
"gewichtslos" dem physikalischen Sachverhalt besser angepasst.
Durchgesetzt hat sich aber die traditionelle Bezeichnung "schwerelos".Betrachtung
im ruhenden Bezugssystem
Man kann den Sachverhalt auch als Beobachter außerhalb einer Raumstation,
also z.B. von der Erdoberfläche aus, beschreiben.
Die Raumstation bewegt sich tangential mit der Geschwindigkeit
.
Gleichzeitig fällt die Raumstation und alle Körper in ihr im freien
Fall in Richtung Erde (Bild 6). Als resultierende Bewegung ergibt sich eine
Kreisbewegung um die Erde herum. Auch alle Körper in der Raumstation
fallen und mit ihnen die Raumstation als ihr Bezugssystem. Deshalb üben
sie mit ihrer tatsächlichen Gewichtskraft keine Kraft mehr auf eine
Unterlage oder eine Aufhängung aus, da diese ebenfalls frei fallen.
Die Körper in der Raumstation scheinen zu schweben.
Schwerelosigkeit auf der Erde
Auf der Erde kann man Schwerelosigkeit nur kurzzeitig oder nur näherungsweise
erreichen, z.B. beim Flug eines Flugzeuges auf einer parabelförmigen
Bahn abwärts oder unter Wasser. Beide Möglichkeiten werden beim
Training von Astronauten genutzt.
Schwerelosigkeit tritt auch bei frei fallenden Körpern auf. Das kann
man experimentell einfach nachweisen. Legt man auf ein Brett ein Blatt
Papier und auf dieses Papier einen Ziegelstein, so kann man das Papier
nicht hervorziehen. Lässt man aber die gesamte Anordnung frei fallen,
so bereitet das Wegziehen des Papiers keine Probleme, weil der frei fallende
Stein auf das frei fallende Blatt Papier keine Kraft mehr ausübt.
Untersuchungen zum Verhalten von Körpern bei Schwerelosigkeit kann
man also bei frei fallenden Körpern durchführen. Das wird auch
genutzt, z. B. in einem Fallturm
in Bremen, in dem unter den Bedingungen des freien Falls und damit der
Schwerelosigkeit experimentelle Untersuchungen durchgeführt werden.