



Das
Gravitationsgesetz
Die Gravitationskraft zwischen zwei Körpern kann mithilfe des Gravitationsgesetzes
gerechnet werden. Dieses Gesetz wurde von dem englischen Naturforscher
ISAAC NEWTON (1643-1727) um
das Jahr 1687 herum entdeckt.
Die Historie dieses Gesetzes ist
von Legenden umgeben. So soll ISAAC NEWTON an einem schönen Sommertag
unter einem Apfelbaum gelegen haben und von einem herabfallenden Apfel
getroffen worden sein. Das habe ihn zu der Überlegung angeregt, was
die Ursache dafür ist, dass ein Apfel in Richtung Erdoberfläche
fällt.
Belegt ist, dass sich im 17. Jahrhundert verschiedene Gelehrte, z.B. auch
der Astronom EDMOND HALLEY (1656-1743), mit dem Zusammenhang zwischen
der Kraft zwischen zwei Körpern und ihrem Abstand beschäftigten.
Mithilfe der sogenannten Mondrechnung
konnte NEWTON zeigen, dass es sich bei der zwischen Himmelskörpern
wirkenden Kraft um die gleiche Art von Kraft handelt, die auch Körper
in Richtung Erdoberfläche beschleunigt.
NEWTON ging bei seinen Überlegungen von einer näherungsweisen
Kreisbewegung des Mondes um die Erde aus. Die in Richtung Erde wirkende
Radialbeschleunigung
beträgt dann nach den Gesetzen der Kreisbewegung:

Dabei sind T die siderische Umlaufzeit des
Mondes um die Erde (27,32 d) und r der mittlere
Mondbahnradius (384 400 km). NEWTON wusste darüber hinaus: Der Radius
r der Mondbahn um die Erde ist etwa 60-mal
größer als der Erdradius R. Für
das Verhältnis der Radialbeschleunigung a
des Mondes und der Fallbeschleunigung
g an der Erdoberfläche gilt näherungsweise:

Sind beide Beschleunigungen auf
dieselbe Kraft zurückzuführen, dann müsste für diese
Kraft eine Entfernungsabhängigkeit in der Form

gelten. Diesen Zusammenhang fand NEWTON bereits um 1665, die Formulierung
des Gravitationsgesetzes erst ca. 20 Jahre später.
Das Gravitationsgesetz
lautet in der heute üblichen Formulierung:
Die zwischen zwei Körpern wirkende Gravitationskraft
kann mit folgender Gleichung berechnet werden:

Beispiele
für Gravitationskräfte und ihr Wirken
Bekannt sind vor allem die Gravitationskräfte zwischen der Erde und
auf ihr befindlichen Körpern. Diese Erdanziehungskraft
bewirkt, dass ein Apfel, wenn man ihn loslässt, senkrecht nach unten
fällt. Ein Schrank drückt auf seine Unterlage, den Boden. Ein
Kind, das auf einer Schaukel sitzt, zieht an der Aufhängung der Schaukel.
Die Erdanziehungskraft wird häufig auch als Gewichtskraft
bezeichnet. Die Gewichtskraft ist die Gravitationskraft, mit der ein Körper
von der Erde angezogen wird (Bild 2).
Jeder Körper auf der Erdoberfläche oder in der Nähe der
Erde von dieser angezogen. Zugleich zieht auch jeder Körper die Erde
an. Diese Kraft (Bild 3) ist nach dem Wechselwirkungsgesetz
der Gewichtskraft entgegen gerichtet und hat den gleichen Betrag. Wenn
also z. B. die Gewichtskraft einer Person 620 N beträgt, dann wird
sie mit einer Kraft von 620 N von der Erde angezogen. Zugleich zieht sie
die Erde mit genau dieser Kraft an.
Gravitationskräfte wirken nicht nur zwischen der Erde und dem Mond
oder zwischen der Erde und auf ihr befindlichen Körpern. Gravitation
tritt vielmehr zwischen beliebigen Körpern auf, die eine Masse besitzen.
Häufig sind aber die dabei auftretenden Gravitationskräfte so
klein, dass man sie vernachlässigen kann. So beträgt z. B. die
Gravitationskraft zwischen zwei Personen, die je eine Masse von 50 kg
haben und die sich in einem Abstand von 1 m voneinander befinden, etwa
F = 0,000.000.007 N.
Gravitationskräfte bestimmen
auch die Bewegung
von Himmelskörpern sowie von künstlichen Satelliten und
Raumstationen. So bewegt sich z. B. die Erde auf einer näherungsweise
kreisförmigen Bahn um die Sonne (Bild 4). Der Mond oder künstliche
Satelliten bewegen sich um die Erde. Damit sich aber ein Körper auf
einer kreisförmigen Bahn bewegt, muss eine Kraft in Richtung des
Zentrums der Bewegung wirken (Radialkraft oder Zentralkraft). Diese Kraft
ist die Gravitationskraft, die die Sonne bzw. die Erde auf die Körper
ausübt, die sich um sie bewegen.