






Die translatorische Bewegung eines Körpers kann mit den Größen Weg, Geschwindigkeit und Beschleunigung beschrieben werden. Analog dazu kann man die Bewegung eines rotierenden starren Körpers mit den Größen Drehwinkel, Winkelgeschwindigkeit und Winkelbeschleunigung beschreiben. Teilweise werden auch die Größen Umlaufzeit und Drehzahl mit genutzt. In der Dynamik kommen als weitere Größen das Drehmoment und das Trägheitsmoment hinzu.
Drehzahl und Umlaufzeit
Eine Möglichkeit zur Beschreibung rotierender Körper besteht
darin, ihre Drehzahl und ihre
Umlaufzeit anzugeben. So führt
z.B. der Sekundenzeiger einer Uhr in einer Minute eine vollständige
Umdrehung aus. Seine Drehzahl beträgt dann 1/min. Ein Punkt auf der
Erdoberfläche rotiert in 24 Stunden einmal um die Erdachse. Seine
Drehzahl hat einen Wert von 1/(24 Stunden).
Allgemein gilt:
Die Drehzahl gibt an, wie viele Umdrehungen um
eine Achse ein Körper in einer bestimmten Zeiteinheit ausführt.
Formelzeichen: n
Einheit: eins durch Sekunde 
Die Zeit für einen vollen Umlauf wird
als Umlaufzeit bezeichnet.
Formelzeichen: T
Einheit: eine Sekunde (1 s)
Zwischen den beiden Größen Drehzahl und Umlaufzeit besteht ein einfacher Zusammenhang:

Beträgt in einer beliebigen Zeit t die Anzahl der Umdrehungen N, so gelten für die Umlaufzeit T bzw. die Drehzahl n die folgenden Beziehungen:

Drehwinkel und Weg
Als Maß für die Drehung eines starren Körpers wird der
Drehwinkel gewählt (Bild 2).
Der Drehwinkel gibt an, um welchen Winkel ein Körper gedreht wird.
Formelzeichen: 
Einheit: ein Grad (1°) oder ein Radiant (1 rad)
Eine volle Umdrehung entspricht einem Winkel von 360° in Gradmaß
oder
in Bogenmaß.
Damit gilt:

Häufig wird die Einheit rad weggelassen. Als einfache Beziehungen zwischen Gradmaß und Bogenmaß kann man sich merken:

Zwischen dem Drehwinkel und dem Weg, den ein Punkt P zurücklegt (Bild 2), gilt die Beziehung:

Winkelgeschwindigkeit und Bahngeschwindigkeit
Die Schnelligkeit der Änderung des Drehwinkels wird durch die physikalische
Größe Winkelgeschwindigkeit
erfasst.
Die Winkelgeschwindigkeit gibt an, wie schnell sich der Drehwinkel ändert.

Die Winkelgeschwindigkeit kann berechnet werden mit der Gleichung:

Die Winkelgeschwindigkeit ist eine vektorielle Größe. Ihre
Richtung zeigt immer in Richtung der Drehachse und ergibt sich mithilfe
der Rechte-Hand-Regel (Korkenzieherregel): Zeigen die gekrümmten
Finger der rechten Hand in Drehrichtung des Körpers, so gibt die
Richtung des Daumens die Richtung der Winkelgeschwindigkeit an. Mathematisch
ist die Winkelgeschwindigkeit das Vektorprodukt (Kreuzprodukt) aus dem
Radius und der Geschwindigkeit:

Die Winkelgeschwindigkeit kann auch aus der Drehzahl und der Umlaufzeit
ermittelt werden, denn für den Zusammenhang zwischen diesen Größen
gilt:
Ein Punkt P eines rotierenden starren Körpers weiter weg von der Drehachse legt bei gleichem Drehwinkel je Zeiteinheit und damit bei gleicher Winkelgeschwindigkeit einen größeren Kreisbogen und damit auch einen größeren Weg zurück als ein Punkt nahe an der Drehachse. Die Geschwindigkeit, mit der sich ein Punkt eines starren Körpers auf einer Kreisbahn bewegt, wird als Bahngeschwindigkeit bezeichnet. Zwischen der Winkelgeschwindigkeit des starren Körpers und der Bahngeschwindigkeit eines seiner Punkte besteht die folgende Beziehung:

Bei einer gleichförmigen Rotation ist die Winkelgeschwindigkeit konstant, bei einer beschleunigten Rotation (Anlaufen einer Motorwelle) oder einer verzögerten Rotation (Abbremsen eines Schwungrades) verändert sie sich mit der Zeit.
Winkelbeschleunigung und Bahnbeschleunigung
Die Schnelligkeit der Änderung der Winkelgeschwindigkeit wird durch
die physikalische Größe Winkelbeschleunigung
erfasst.
Die Winkelbeschleunigung gibt an, wie schnell
sich die
Winkelgeschwindigkeit eines rotierenden Körpers ändert.

Die Winkelbeschleunigung kann berechnet werden mit der Gleichung:
Sie ist wie die Winkelgeschwindigkeit eine vektorielle Größe. Ihre Richtung stimmt mit der der Winkelgeschwindigkeit überein. Die Winkelbeschleunigung ist somit auch ein axialer Vektor.
Rotiert ein Körper beschleunigt, so bewegen sich auch seine einzelnen
Punkte längs ihrer Bahn beschleunigt. Diese Beschleunigung eines
Punktes auf seiner Bahn wird als Bahnbeschleunigung
bezeichnet. Zwischen der Winkelbeschleunigung und der Bahnbeschleunigung
gilt folgende Beziehung:
Weitere Größen und Zusammenhänge
Mit den genannten Größen können alle kinematischen Zusammenhänge
bei der Rotation beschrieben werden. Bezieht man die Dynamik mit ein,
so sind weitere Größen erforderlich. Es handelt sich dabei
um das Drehmoment und das Trägheitsmoment.
Genauere Informationen sind unter diesen Stichwörtern zu finden.
Ein Vergleich der oben genannten Gleichungen zeigt, dass zwischen den
Größen der Translation und den entsprechenden Größen
der Rotation ein jeweils völlig analoger Zusammenhang besteht. Für
die kinematischen Größen ist dieser Zusammenhang in Bild 4
dargestellt.