



Alles, was man mit den Ohren wahrnehmen kann, ist Schall. Die Ohren sind unser "Empfangsorgan".
Aufbau und Wirkungsweise des menschlichen
Ohres
Bild 1 zeigt den Aufbau des menschlichen Ohres.
Durch die Ohrmuschel wird der Schall aufgenommen. Die Ohrmuschel und der
Gehörgang wirken wie ein Schalltrichter, an dessen Innenwänden
Schall reflektiert wird. Die Schall aufnehmende Fläche ist die Fläche
der Ohrmuschel. Durch die Druckschwankungen, also die Verdichtungen und
Verdünnungen der Luft im Gehörgang, wird das Trommelfell
zum Mitschwingen angeregt. Das Trommelfell ist eine elastische Membran
mit einer Dicke etwa 0,1 mm und einer Fläche von etwa
.
Die Schallübertragung auf die Schnecke erfolgt über einen Teil
des Trommelfells, ein ovales Fenster von etwa
.
Die Schwingungen des Trommelfells werden
durch die Gehörknöchelchen auf die Schnecke übertragen.
Dort befinden sich die Sinneszellen für die Wahrnehmung von Schall.
Die Sinneszellen in der Schnecke nehmen die Schwingungen als Reize wahr
und leiten diese Reize zum Gehirn weiter. Dort werden die Wahrnehmungen
verarbeitet und rufen bei uns Schallempfindungen
hervor.
Der Hörbereich von Menschen und
Tieren
Der Mensch kann nur Schall in einem Frequenzbereich von 20 Hz
bis 20.000 Hz bei Druckschwankungen von 0,000.02 Pa bis 20 Pa wahrnehmen.
Diesen Bereich bezeichnet man als Hörbereich
des Menschen. Trägt man diese Frequenzen und die Druckschwankungen
in einem Diagramm auf, so erhält man den Hörbereich als eine
Fläche in diesem Diagramm. Man bezeichnet ihn deshalb auch als Hörfläche
(Bild 2). Aus dem Diagramm ist erkennbar, in welchem Druck- und Frequenzbereich
wir Schall wahrnehmen.
Die obere Begrenzung ist die Schmerzschwelle.
Wird sie überschritten, so nehmen wir den betreffenden Schall nicht
mehr als akustischen Eindruck wahr. Es kommt schon bei kurzzeitiger Einwirkung
zu Schmerzen und zu Schäden im Ohr.
Die untere Begrenzung ist die Hörschwelle.
Wird sie unterschritten, so nehmen wir Druckschwankungen ebenfalls nicht
mehr als akustischen Eindruck wahr. Wir hören nichts.
Aus dem Diagramm ist auch erkennbar, dass Hörschwelle und Schmerzschwelle
nicht nur von der Frequenz, sondern auch vom Druck abhängig sind.
Physikalische Untersuchungen bezieht man häufig auf eine Frequenz
von 1000 Hz. Das ist zugleich der Bereich, in dem die vom Ohr wahrnehmbaren
Druckschwankungen den größten Unterschied aufweisen.
Es ist auch zu beachten, dass die angegebenen Werte Durchschnittswerte
für jüngere Personen sind. Mit zunehmendem Alter verändert
sich die Empfindlichkeit des Ohres. Insbesondere nimmt die Empfindlichkeit
für höhere Frequenzen ab. Das bedeutet: Ältere Personen
hören in der Regel höhere Töne schlechter oder gar nicht
mehr.
Eine Reihe von Tieren hört nicht nur viel leisere Töne als
der Mensch, sondern kann auch Schall in anderen Frequenzbereichen als
der Mensch wahrnehmen. So hören z. B. Hunde, Katzen und Fledermäuse
auch Frequenzen von über 20 kHz, die der Mensch nicht mehr wahrnehmen
kann. Bild 3 zeigt die Frequenzbereiche, in denen verschiedene Lebewesen
Schall wahrnehmen können.
Genutzt wird diese unterschiedliche Eigenschaft z. B. bei speziellen Hundepfeifen.
Sie senden Schall mit Frequenzen aus, die zwar ein Hund, nicht aber ein
Mensch wahrnehmen kann.
Der Stimmumfang von Menschen und Tieren
Jeder kennt das Bellen eines Hundes, das Singen von Vögeln oder das
Zirpen von Grillen. Auch Wale, Delfine oder Fledermäuse erzeugen
Schall. Das geschieht in sehr unterschiedlicher Weise und in verschiedenen
Frequenzbereichen.
Der Stimmumfang ist derjenige Bereich,
in dem ein Lebewesen Schall selbst erzeugt.
Bei vielen Säugetieren, z. B. Hunden, Katzen, Kühen oder Bären,
wird Luft aus den Lungen gepresst und erzeugt im Rachenraum Schwingungen,
die wir als Tierlaute wahrnehmen.
Die Lungen der Vögel sind mit kleinen Luftsäcken verbunden,
in die Luft gepresst werden kann. Die Luft strömt über eine
gespannte Membran aus und bringt diese zum Schwingen. Je nachdem, wie
stark diese Membran gespannt ist, entstehen tiefe oder hohe Töne.
Grashüpfer erzeugen Geräusche dadurch, dass sie mit den Hinterbeinen
über zahlreiche kleine Erhöhungen an den Vorderflügeln
streichen.
Beim Menschen erfolgt die Erzeugung von Schall mithilfe der Stimmbänder.
Das sind zwei elastische Bänder, die sich im Kehlkopf am oberen Ende
der Luftröhre befinden (Bild 5). Zwischen diesen beiden Bändern
existiert eine Öffnung, die Stimmritze. Wird von der Lunge her Luft
durch die Stimmritze gepresst, so geraten die Stimmbänder in Schwingungen.
Es entstehen Töne, Klänge oder Geräusche. Werden die Stimmbänder
straffer gespannt, so schwingen sie schneller, die Töne werden höher.
Wird mehr Luft durch die Stimmritze gepresst, so schwingen die Stimmbänder
heftiger. Die entstehenden Töne sind lauter.
Die menschliche Stimme übertrifft
in der Vielfalt der Töne, Klänge und Geräusche jedes Musikinstrument.
Die individuellen Unterschiede kommen durch den unterschiedlichen Bau
der Stimmbänder und der Resonanzräume zustande. Die Stimme ist
für den Menschen ähnlich charakteristisch wie ein Fingerabdruck
oder der genetische Code.
Die nachfolgende Übersicht zeigt den Stimmumfang verschiedener Lebewesen.
Die angegebenen Werte sind Durchschnittswerte.
|
Lebewesen
|
Stimmumfang in Hz
|
|
Mensch
|
85 - 1 100 |
|
Hund
|
450 - 1 000 |
|
Katze
|
500 - 2 500 |
|
Delfin
|
250 - 270 000 |
|
Fledermaus
|
10 000 - 120 000 |