









Grundlagen
der Informationsübertragung mit hertzschen Wellen
Allgemein lässt sich eine Struktur angeben, die bei den unterschiedlichsten
Formen der Informationsübertragung auftritt und damit auch bei der
Nutzung von hertzschen Wellen von Bedeutung ist:
Prinzip eines Senders und eines Empfängers
In Bild 2 ist der prinzipielle Aufbau
eines Senders dargestellt. Auf hochfrequente Trägerschwingungen
(Informationsträger) werden niederfrequente Schwingungen (Sprache,
Musik) aufgeprägt, verstärkt, einer Antenne zugeführt und
als elektromagnetische
Wellen in den Raum abgestrahlt.
Bild 3 zeigt den prinzipiellen Aufbau eines Empfängers. Die elektromagnetischen Wellen werden auf der Empfängerseite von einer Antenne aufgenommen. In einem Demodulator erfolgt eine Trennung der niederfrequenten Informationen von dem hochfrequenten Informationsträger, eine Verstärkung dieser Informationen und ihre Gewinnung in der Form, dass die niederfrequenten elektromagnetischen Schwingungen einem Lautsprecher zugeführt und damit hörbar gemacht werden (Bild 3).
Das Grundproblem - die Modulation
Will man mit elektromagnetischen Wellen Informationen
transportieren, so ergibt sich folgendes grundlegendes Problem:
|
-
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Sprache oder Musik kann man zwar mithilfe eines Mikrofons in niederfrequente elektromagnetische Schwingungen umwandeln, aber schon die Abstrahlung elektromagnetischer Wellen großer Wellenlänge über Antennen ist überaus kompliziert. Hinzu kommen die ungünstigen Ausbreitungseigenschaften langwelliger Strahlung. |
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-
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Hochfrequente elektromagnetische Schwingungen kann man Antennen zuführen und als elektromagnetische Wellen in den Raum abstrahlen. Ihnen fehlen aber zunächst die Informationen, die man übertragen will. |
Daraus ergeben sich zwei Möglichkeiten, die Information an Änderungen des Trägers zu binden:
(Winkelmodulation). Diese lässt sich noch in zwei Varianten differenzieren:
Zum einen kann die Frequenz beeinflusst werden. Man spricht dann von
der Frequenzmodulation (FM). Zum anderen kann auch eine Änderung
der Phase erfolgen. Dies wird als Phasenmodulation (PM ) bezeichnet.Die Amplitudenmodulation
Eine relativ leicht überschaubare Situation liegt für die Amplitudenmodulation
(AM) vor. Soll ein analoges Signal, z.B. in Form eines gesprochenen Textes
oder von Musik, übertragen werden, so ist das als elektrisches Signal
eine Schwingung zwischen 20 Hz und maximal 20 kHz.
Als Trägerfrequenz wählt man eine Frequenz von mindestens einigen
100 kHz, im UKW-Bereich von einigen MHz.
Die niederfrequente Schwingung möge zu einem beliebigen Augenblick
durch die Funktion
dargestellt sein. Zur Vereinfachung sei die Phase sowohl bei der Trägerfrequenz
als auch bei der Niederfrequenz null. Ein Beispiel ist in Bild 4 dargestellt.
Wir betrachten zur Vereinfachung sinusförmige Schwingungen.
Für eine Amplitudenmodulation muss nun die Amplitude
verändert
werden. Damit stellt sich die modulierte Schwingung durch folgende Gleichung
dar:
Führt man den Modulationsgrad
m durch
ein, so lautet die Gleichung:
Multipliziert man dieses Produkt aus und benutzt gleichzeitig das Additionstheorem
, so erhält
man:
Unter Benutzung des Additionstheorems ergibt das:
Damit ist die modulierte Schwingung das Ergebnis der Überlagerung
einer konstanten Trägerschwingung mit Sinusschwingungen zweier Frequenzbereiche.
Das würde für die vollständige Übertragung des Hörfrequenzbereichs
des Menschen eine Gesamtbandbreite von 40 kHz verlangen. Dies wäre
auch gleichzeitig der Frequenzabstand, den zwei Sender eines Sendegebietes
haben müssten, um sich nicht gegenseitig zu stören. Mit diesem
Frequenzabstand könnten nur wenige Sender in einem Wellenband (LW,
MW, KW, UKW) platziert werden.
Kennzeichnen könnte man ein solches Band durch drei Frequenzen
,
innerhalb derer alle anderen Frequenzen liegen (Bild 5). Interessant ist
nun, dass man die komplette aufgeprägte Information allein mit einer
der beiden Hälften übertragen kann. Dabei spielt es keine Rolle,
welche Hälfte man benutzt. Man spricht in diesem Fall von einer Einseitenbandübertragung.
Der offenkundige Vorteil liegt in der Halbierung der zum Senden
erforderlichen Bandbreite, womit sich auch der Frequenzabstand für
einen störungsfreien Betrieb in einem Sendegebiet halbiert. Dadurch
ist die doppelte Senderzahl im gleichen Wellenbereich platzierbar.
Als Frequenzabstand zwischen zwei Sendern des gleichen Sendegebiets für
den Lang- und Mittelwellenbereich hat man sich international auf 9 kHz
geeinigt. Da man am Empfangsort aber die volle Bandbreite von 9 kHz zurückgewinnen
kann, ist das für Tonübertragung bereits ein ausreichend großer
Bereich, denn Tonfrequenzen über 10 kHz werden ohnehin kaum genutzt.
Aus den erforderlichen Operationen kann man eine Blockbilddarstellung
eines amplitudenmodulierten Senders gewinnen, wie sie Bild 6 zeigt.
Kernstück ist ein frequenzstabiler Oszillator. Auf dessen Schwingung
wird in einer Modulatorstufe die niederfrequente Information aufgeprägt.
Diese amplitudenmodulierte Schwingung wird einer Filterstufe zugeführt,
die das untere und das obere Frequenzband sowie den Träger herausfiltert.
Nunmehr wird das zu übertragende Signal ausreichend verstärkt
und über eine Antenne abgestrahlt. Das ist auf drei Arten möglich:
Man strahlt den Träger und beide Seitenbänder oder den Träger
und ein Seitenband oder nur ein Seitenband ab (man arbeitet mit Trägerunterdrückung).
Energetisch am günstigsten ist der letzte Fall, jedoch erfordert
er einen anderen Aufbau des Empfängers als der erste Fall.
Für die abgestrahlte Antennenleistung gilt
d.h.
.
Das ist für die Trägerleistung
und für jedes Seitenband
, also insgesamt
.
Wie man erkennt, geht der größte Teil der abgestrahlten Leistung
in die am Empfangsort nicht benötigte Trägerleistung, denn am
Empfangsort will man ja nur die Information, nicht aber ihren Träger
haben. Unterdrückt man aber den Träger und sendet nur ein Seitenband,
so ist die abgestrahlte Leistung komplett für die Information genutzt
und man hat die volle Bandbreite von 9 kHz für die Niederfrequenz
zur Verfügung, wogegen es im ersten Fall nur noch 4,5 kHz wären.
Um am Empfangsort die ursprüngliche AM-Schwingung aufzubauen, setzt
man im Empfänger dem ankommenden Seitenband die Trägerschwingung
wieder zu. Man erzeugt sie dazu im Empfangsgerät in einem durchstimmbaren
Oszillator und überlagert beide. Um das NF-Signal zurückzugewinnen,
verwandelt man das symmetrische AM-Signal durch Gleichrichtung in ein
unsymmetrisches Signal. Die Spule eines Lautsprechers folgt dann dem Mittelwert
dieses unsymmetrischen Signals, schwingt also im Takt der modulierenden
Niederfrequenz. Die Information wird zurückgewonnen. In Bild 7 wird
der dazu erforderliche Empfängeraufbau als Blockbild dargestellt.
Die Frequenzmodulation
Frequenzmodulation
bedeutet: Der hochfrequenten Schwingung (HF) soll die niederfrequente
Information so aufgeprägt werden, dass sich die Trägerfrequenz
im Rhythmus der Niederfrequenz (NF) ändert, die Amplitude aber konstant
bleibt.
Eine Vorstellung von diesem Vorgang kann man dadurch gewinnen, dass man
sich einen Sinusgenerator aufbaut, dessen frequenzbestimmende Einheit
ein Schwingkreis mit Spule und Festkondensator mit parallel geschaltetem
Drehkondensator ist. Verändert man nun durch Drehen die Kapazität
des Drehkondensators, so ändert man die der gesamten frequenz-bestimmenden
Einheit. Je nach Drehrichtung erhält man dadurch eine größere
oder kleinere Gesamtkapazität und damit eine kleinere oder größere
Frequenz.
Bei der Modulation tritt anstelle der mechanischen Drehbewegung das NF-Signal,
welches auf eine elektronische Baugruppe einwirkend in dieser eine Kapazitäts-
oder Induktivitätsänderung auslöst. Diese Baugruppe muss
wiederum parallel zum Schwingkreis liegen und dessen Eigenfrequenz verändern.
Bild 8 zeigt das Prinzip.
Es entsteht eine Sinusschwingung mit konstanter Amplitude, deren Frequenz
schwankt. Einen Kurvenausschnitt zeigt Bild 9. Da die Frequenzmodulation
eine größere Übertragungsbandbreite als die Amplitudenmodulation
erfordert ( z.B. für den Tonfrequenzbereich von 30 Hz bis 15 kHz
beträgt ihr Wert 75 kHz), ist sie auf den UKW-Bereich beschränkt,
natürlich auch auf Bereiche mit noch kleineren Wellenlängen
anwendbar. Die Rückgewinnung der Information wird über eine
FM-AM-Wandlung vorgenommen.
Sie arbeitet so, dass nach der Senderselektion und der Eingangsverstärkung
zunächst eine Amplitudenbegrenzung Störsignalspitzen wegnimmt.
Dann wird dem frequenzmodulierten Signal ein HF-Signal konstanter Frequenz
überlagert. Dadurch entsteht ein in der Amplitude und Frequenz veränderliches
NF-Signal, welches als AM-Signal nach der Gleichrichtung die niederfrequente
Information liefert.
Die Pulsamplitudenmodulation (PAM)
Die Pulsamplitudenmodulation
gehört zu einer Gruppe von Modulationsverfahren, mit deren Hilfe
eine Signalformwandlung erreicht wird. Die PAM ist ein wichtiger Zwischenschritt
in der digitalen Informationsübertragung. Das Prinzip beruht darauf,
das zu sendende Signal in eine durch Pausen unterbrochene Folge von Teilen
zu zerlegen. Dazu wird im Prinzip der Sender immer nur für kurze
Zeit eingeschaltet sein. Wählt man diese Einschaltzeiten von konstanter
Länge und ebenso die dazwischen liegenden Pausenzeiten, so wird eine
amplitudenmodulierte Schwingung in eine Pulsfolge zerlegt. Bild 10 zeigt
den ursprünglichen Signalverlauf, die Steuersignale und das gesendete
Signal.
Ursprünglich war die Pulsmodulation entwickelt worden, um in den
Impulspausen weitere Signale zu senden. Derartige Verfahren heißen
Zeitmultiplexbetrieb und gestatten die gleichzeitige Mehrfachnutzung eines
Frequenzbandes ( Mehrkanalbetrieb). Für zwei Kanäle ist das
von den Zweikanaloszilloskopen her gut bekannt. Natürlich muss zu
Beginn eines Sendeintervalls immer ein Kennungssignal geliefert werden,
damit auf der Empfangsseite die richtige Kanalzuordnung erfolgen kann.
Eine typische Anwendung ist das Stereotonverfahren.
Die Grundzüge einer digitalen
Informationsübertragung
Die Darstellung eines Grundprinzips digitaler Informationsübertragung
erfordert zunächst die Klärung des Begriffs "digitales
Signal". Wie bekannt, unterscheiden
wir zwei grundsätzlich verschiedene Zeitformen von Signalen: Solche,
die sich mit der Zeit kontinuierlich ändern und solche, die sich
nur sprunghaft ändern. Die ersten bezeichnet man als analoge
Signale, die letzteren als diskrete
Signale (Bild 11). Das Grundprinzip besteht in Folgendem:
Analoge Signale werden in digitale Signale umgewandelt, wobei sich diese
Umwandlung folgendermaßen vollzieht:
analoges Signal - Qantisierung - diskretes Signal - Kodierung - digitales Signal
Dieses digitale Signal bildet als Binärwort bestimmter Länge den abgetasteten analogen Wert ab. Über Speicher und Schieberegister kann z.B. jedes einzelne Bit (also jede 0 und jede 1) zum Freigeben oder Sperren der Abstrahlung eines HF-Signals genutzt werden (serieller Betrieb). Auf der Empfangsseite muss das empfangene Paket ebenfalls mittels Schieberegister und Speicher als Binärwort zurückgewonnen und einem Digital-Analog-Wandler zugeführt werden. Der liefert als Ausgangssignal die zu übertragene Information.
Eine Computersimulation - selbst
gestaltet
Es ist ohne Weiteres möglich, die beschriebenen Veränderungen
einer Trägerschwingung mit einem PC zu simulieren. Man benötigt
lediglich ein Programm, welches das Zeichnen trigonometrischer Funktionen
ermöglicht.
Da es sich nur um die Darstellung des Prinzips handelt, muss man keine
originalen Senderfrequenzen benutzen.
Als günstig hat sich ein Frequenzverhältnis von 1 : 15 zwischen
NF und HF gezeigt (das ist in der Realität natürlich ein anderer
Wert). Auch die Amplituden sollten möglichst im Verhältnis von
etwa 3 : 10 gewählt werden.
So lassen sich folgende Funktionen gut nutzen:
HF: 
NF: 
mit den Darstellungsintervallen
sowie 