

Innere Energie von Gasen
Bei Gasen wird die innere Energie im Wesentlichen von den Bewegungsenergien
der Teilchen bestimmt. In Bild 2 sind die verschiedenen Möglichkeiten
dargestellt. Da die Temperatur ein Maß für die mittlere kinetische
Energie der Teilchen eines Gases ist, kann sie auch als Maß für
die innere Energie eines Gases angesehen werden. Dabei entfällt auf
jeden Freiheitsgrad der
Bewegung der gleiche Anteil an mittlerer kinetischer Energie (Gleichverteilungssatz).
Unter einem Freiheitsgrad versteht man eine der möglichen Bewegungen,
die ein Atom oder ein Molekül ausführen kann. So haben die Teilchen
des idealen Gases (einatomiges Gas) drei Freiheitsgrade der Translation;
sie können sich in drei unterschiedliche Raumrichtungen bewegen (Bild
2 Mitte). Bei zweiatomigen Gasen (Hantelmodell) kommen drei Freiheitsgrade
der Rotation hinzu (Bild 2 rechts), wobei die Rotation um die Längsachse
vernachlässigt werden kann und damit nur zwei Freiheitsgrade berücksichtigt
werden.
Für jeden Freiheitsgrad der Bewegung gilt:
Sind N Teilchen vorhanden, so erhält man
die Gesamtenergie (innere Energie) durch Multiplikation der Energie eines
Teilchens mit der Teilchenanzahl N. Damit ergibt
sich:




Bei hohen Temperaturen werden die Atome in den Molekülverbindungen der mehratomigen Gase auch zu Schwingungen angeregt. Dann müssen diese Freiheitsgrade bei der Berechnung der inneren Energie ebenfalls berücksichtigt werden.
Innere Energie von Flüssigkeiten
und Festkörpern
In Flüssigkeiten und Festkörpern ist der Abstand der Teilchen
viel geringer als bei Gasen und die Bewegung der Teilchen eingeschränkt.
Daher müssen auch die Bindungsenergien und die potenziellen Energien
der Teilchen als Formen der inneren Energie berücksichtigt werden.
Bei der Änderung des Aggregatszustandes eines Stoffes muss z.B. Wärme
in Form von Schmelz- oder Verdampfungswärme zugeführt werden,
ohne dass sich die Temperatur ändert. Diese Wärme erhöht
die innere Energie, indem sie Bindungs- und Oberflächenenergien der
Teilchen kompensiert. Damit ist auch klar, dass zwei Körper eines
Stoffes mit gleicher Temperatur unterschiedliche innere Energien haben
können. So haben beispielsweise die gleichen Massen Wasser und Eis
bei 0 °C verschiedene innere Energien: Die von Wasser ist größer
als die von Eis.
Durch die Einführung der Größe innere Energie U
eines Körpers gelang es, zwei grundsätzliche Probleme zu klären:
Die Aufspaltung der Energie eines Körpers in einen makroskopischen Anteil (z.B. der Bewegungsenergie des Körpers) und einen mikroskopischen Anteil (der innere Energie) führte schließlich zu der Formulierung des allgemeinen Prinzips von der Erhaltung der Energie (Energieerhaltungssatz) durch HERMANN VON HELMHOLTZ. Er kam zufolgender Formulierung:
In einem
abgeschlossenen System kann Energie nicht erzeugt und nicht vernichtet,
sondern nur von einer Form in andere Formen umgewandelt werden. Die Gesamtenergie
des Systems bleibt konstant.