Die
Zeit, in der er lebte
CHADWICK wurde ausgangs des 19.
Jahrhunderts in England geboren. Industrie und Wissenschaft entwickelten
sich sehr schnell, Maschinen wurden erfunden, die Produktion in den Ballungszentren
wuchs und namhafte Wissenschaftler machten zahlreiche wichtige Entdeckungen.
Das Leben von JAMES CHADWICK wurde durch zwei Weltkriege geprägt. Den
Ersten Weltkrieg erlebte CHADWICK in England.
Diese Erfahrung führte dazu, dass er sich schon vor dem Beginn des
Zweiten Weltkrieges mit der Entwicklung von Waffen auf der Grundlage von
Atomen befasste.
Die Atombombe, an deren Entwicklung er beteiligt war, wurde nicht mehr rechtzeitig
fertig, um sie im zweiten Weltkrieg gegen die Nazis einsetzen zu können.
Stattdessen verwendeten die Amerikaner, in deren Land die meisten Physiker
geflüchtet waren, diese Waffe im august 1945 gegen Japan.
CHADWICK lebte bis 1974 und konnte so weitere bedeutsame Entdeckungen mit
prägen.
Leben und Wirken
Am 20.10.1891 wurde JAMES CHADWICK in England, in Manchester geboren.
Nach seiner Schulzeit studierte er Physik. 1909 begann er bei dem berühmten
Physiker ERNEST RUTHERFORD
zu arbeiten. Schon bald wurden die beiden Wissenschaftler Freunde und
forschten gemeinsam am Atombau
- dem Gebiet, welches sie am meisten interessierte.
Nach dem Ende des 1. Weltkrieges ging CHADWICK gemeinsam mit RUTHERFORD
an die Universität Cambridge, wo beide Wissenschaftler bis zum Weggang
von CHADWICK 1935 eine fruchtbare Zusammenarbeit verband.
Im Jahre 1923 wurde CHADWICK als stellvertretender Direktor an das "Cavendish
Research Laboratory" in Cambridge berufen. Er blieb bis 1935 dort
und wechselte dann nach Liverpool.
In seine Zeit in Cambridge fällt auch die wohl bedeutendste Entdeckung
des jungen CHADWICK. Er wies 1932 das von RUTHERFORD schon 1921 vorhergesagte
Neutron nach.
Dabei nutzte er auch die experimentellen Erkenntnisse von W. W.
G. BOTHE und J. F. JOLIOT-CURIE. CHADWICK beschoss
Berylliumatomen mit Alpha-Teilchen. Dabei wurden Neutronen freigesetzt.
Diese Entdeckung ebnete unter anderem den Weg für die Kernspaltung
und den Bau der Atombombe.
1934 fand CHADWICK dann auch nach längeren, intensiven Forschungen eine Möglichkeit, die Masse des Neutrons zu bestimmen.
1935 erhielt er für die Entdeckung des Neutrons - dem vierten Elementarteilchen neben den schon bekannten Protonen, Elektronen und Photonen, den Nobelpreis für Physik.
CHADWICK gehörte in Großbritannien zu den ersten, die die
Möglichkeit, eine Atombombe
zu entwickeln, in Erwägung zogen. 1939 war Kernforschern verschiedener
Länder klar, dass die Kernspaltung zur Energiegewinnung und auch
zur Konstruktion von Bomben genutzt werden kann. Vor allem durch seine
Erfahrungen mit dem Ersten Weltkrieg und die sich in Deutschland abzeichnenden
Ereignisse forcierte er seine Forschungen zur Kernspaltung. Gleichzeitig
unterstützte er maßgeblich die Bemühungen der britischen
Regierung und der beteiligten Wissenschaftler um die Fertigung und Anwendung
einer Atombombe.
Während des Zweiten Weltkrieges ging CHADWICK wie auch andere führende
britische Wissenschaftler in die USA, vor allem weil dort weit größere
finanzielle Mittel zur Forschung zur Verfügung standen und zwischen
den beiden Ländern vereinbart war, die Entwicklungsarbeiten für
die Atombombe in den USA zu konzentrieren.
Zwischen 1943 und 1945 arbeitete CHADWICK hauptsächlich in Los Alamos,
New Mexico, im "Scientific Laboratory". Heute ist dieses Forschungslabor
unter der Bezeichnung "Los Alamos National Laboratory" bekannt.
In dieser Forschungseinrichtung wurde unter der wissenschaftlichen Leitung
von R. OPPENHEIMER die erste amerikanische Atombombe entwickelt.
Nach dem Abwurf von Atombomben auf Japan im August 1945 und der Vernichtung
zehntausender unschuldiger Menschen distanzierte sich ein Teil der beteiligten
Wissenschaftler und bedauerte, an deren Entwicklung mitgearbeitet zu haben.
Genauere Informationen sind unter dem Stichwort "FRANCK-Report"
zu finden.
Enttäuscht kehrte CHADWICK nach dem Krieg nach England zurück
und verbrachte den Rest seines Lebens dort. JAMES CHADWICK starb am 23.07.1974
in der Nähe von Cambridge, in Pinehurst.