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Es müssen frei bewegliche (wanderungsfähige) Ladungsträger vorhanden sein: Bei Flüssigkeiten handelt es sich um positiv und negativ geladene Ionen, die in wässrigen Lösungen von Basen, Säuren und Salzen durch Dissoziation entstehen. |
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Es muss im betreffenden Raumbereich ein elektrisches Feld existieren: Das wird durch Anlegen einer elektrischen Spannung zwischen zwei Elektroden, der Anode und der Katode, erreicht. |
Der Verlauf des elektrischen Leitungsvorganges in Flüssigkeiten ist dadurch gekennzeichnet, dass
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sich Ionen in der Flüssigkeit in einer Vorzugsrichtung bewegen; die Geschwindigkeit in dieser Vorzugsrichtung wird als Driftgeschwindigkeit bezeichnet; |
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die gerichtete Bewegung der Ionen durch Zusammenstöße mit den anderen Teilchen der Flüssigkeit behindert wird. Je höher die Temperatur des Metalls ist, desto stärker werden die Ionen behindert. Dabei wird elektrische Energie in thermische Energie umgewandelt. Diese thermische Energie wird in Form von Wärme an die Umgebung abgegeben. |
Dissoziation - Voraussetzung für
Leitung in Flüssigkeiten
Als Dissoziation bezeichnet
man die Aufspaltung
von Molekülen in kleinere Bestandteile. Dies können Atome,
einfache Ionen oder Ionenverbindungen sein. Die Dissoziation von Molekülen
wird durch verschiedene Vorgänge ausgelöst. Sie erfolgt beim
Lösen von Stoffen in Wasser oder anderen Lösungsmitteln, kann
aber auch durch hohe Temperaturen, elektrische Ströme, radioaktive
oder elektromagnetische Strahlung hervorgerufen werden. Nachfolgend wird
als Beispiel die Dissoziation von Kochsalzkristallen
(Bild 2) in Wasser näher betrachtet. Im Kristallgefüge werden
die einzelnen Natrium- und Chlorionen durch die gegenseitige elektrostatische
Anziehung an ihrem Platz gehalten. Dabei sind die Natriumionen positiv
und die Chlorionen negativ geladen. Gelangt ein Kochsalzkristall in Wasser,
dann treten die Ionen an seiner Oberfläche in Wechselwirkung mit
den Wassermolekülen. Dabei wirkt sich besonders der Dipolcharakter
der Wassermoleküle aus.
Darunter versteht man folgende Eigenschaft: In den Wassermolekülen
sind die Wasserstoffatome und die Sauerstoffatome mit ihren gemeinsamen
Bindungselektronen
so verteilt, dass ein Teil des länglichen Wassermoleküls positiv,
der andere Teil negativ geladen ist. Die Wassermoleküle lagern sich
daher so an die Kochsalzoberfläche an, dass ihr positiv geladener
Abschnitt in Richtung Chlorionen zeigt und diese weitgehend umschließt.
Andere Wassermoleküle lagern sich mit ihrem negativ geladenen Teil
um die Natriumionen an.
Durch die Wassermoleküle werden die von den Ionen ausgehenden elektrostatischen
Kräfte abgeschwächt. Die Ionen an der Oberfläche werden
dadurch nicht mehr ausreichend an das Kochsalzgitter gebunden und verlassen
es. Kurz darauf umschließen die Wassermoleküle die einzelnen
freien Ionen vollständig. Sie bilden eine kleine Wasserhülle
um sie, die man auch Solvathülle nennt. Schritt für Schritt
wird nun der ganze Kristall gelöst - er dissoziiert. Die Dissoziationsgleichung
lautet in diesem Fall:
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Leitungsvorgang
in Flüssigkeiten
Wir betrachten eine leitende Flüssigkeit. Solche Flüssigkeiten
nennt man auch Elektrolyte.
Werden nun in den Elektrolyten zwei Elektroden (mit dem positiven Pol
der Gleichspannungsquelle verbundene und damit positiv geladene Anode,
mit dem negativen Pol der Gleichspannungsquelle verbundene und
damit negativ geladene Katode)
eingebracht, so ist im Elektrolyten ein elektrisches Feld vorhanden. Unter
seinem Einfluss bewegen sich die positiv und negativ geladenen Elektronen
mit einer bestimmten Driftgeschwindigkeit in einer Vorzugsrichtung. Die
Beweglichkeit der Ionen hängt dabei wie bei der Beweglichkeit von
Elektronen in Metallen vom Stoff, von der Temperatur und von der elektrischen
Feldstärke im betreffenden Raumbereich ab. Die Beweglichkeit von
Ionen ist aber etwa um den Faktor 1/100.000 geringer als bei guten Leitern
und stark von der Art der Ionen abhängig.
Die positiv geladenen Kationen
wandern zur Katode, entladen sich dort und lagern sich ab oder werden
als Gas freigesetzt. Die negativ geladenen Anionen
wandern zur Anode, entladen sich ebenfalls und lagern sich ab oder werden
als Gas freigesetzt. Der gesamte Vorgang der Ionenwanderung einschließlich
der damit verbundenen stofflichen Veränderungen wird als Elektrolyse
bezeichnet.
Die faradayschen
Gesetze der Elektrolyse
Der englische Physiker MICHAEL FARADAY (1791-1867) entdeckte 1834 zwei
grundlegende Gesetze für den Stromfluss in Elektrolyten. Ihm zu Ehren
werden diese Gesetze als faradaysche
Gesetze bezeichnet.
1. faradaysches Gesetz: Das erste faradaysche Gesetz macht eine Aussage über die Masse der Ionen, die an den Elektroden abgeschieden werden. Diese ist umso größer,
Das elektrochemische Äquivalent eines Stoffes gibt an, wie viele Milligramm des Stoffes durch ein Coulomb Ladung transportiert werden.
Als Gleichung lässt sich das 1. faradaysche Gesetz folgendermaßen formulieren:
Ist die Stromstärke konstant, so lässt sich das Gesetz auch so schreiben::
Diese Beziehung wurde viele Jahre lang (bis 1948) zur Definition der Einheit für die elektrische Stromstärke genutzt: Ein Ampere ist die Stärke eines Stromes, der in einer Sekunde aus einer wässrigen Silberchloridlösung 1,118 mg Silber ausscheidet.
2. faradaysches Gesetz: Das zweite faradaysche Gesetz stellt den Zusammenhang zwischen der transportierten Ladung und den Ionen her, die diese Ladung und mit der Ladung auch Masse bewegen. Die transportierte Ladung hängt ab
Als Gleichung lässt sich das 2. faradaysche Gesetz folgendermaßen formulieren:
Die FARADAY-Konstante ist das Produkt aus der Elementarladung
und der AVOGADRO-Konstanten.
Bezieht man dieses Gesetz auf verschiedene Elektrolyte und setzt eine
konstante Ladung Q voraus, so kann man auch
formulieren:
Die durch gleiche Ladungen aus Elektrolyten
abgeschiedenen Massen verhalten sich wie die chemischen Äquivalente
dieser Stoffe. Es gilt:
Diese Gleichung ergibt sich, wenn man von der zuerst genannten Gleichung ausgeht und setzt:
Gleichsetzen von (1) und (2) liefert unter Nutzung
der Beziehung
n = m/M die genannte Verhältnisgleichung.