

Körper, die selbst Licht erzeugen, werden als Lichtquellen bezeichnet. Je nach der Art der Lichtentstehung und den geometrischen Eigenschaften unterscheidet man verschiedene Arten von Lichtquellen.
Die Sonne - unsere
wichtigste Lichtquelle
Die Sonne (Bild 1) ist nicht nur
die wichtigste Energiequelle, die Leben auf der Erde überhaupt erst
ermöglicht. Es ist auch unsere wichtigste
natürliche Lichtquelle. Energiequelle
für die Sonnenenergie ist die Kernfusion, die im Inneren der Sonne
vor sich geht und bei der in jeder Sekunde 567 Millionen Tonnen Wasserstoff
zu 562,8 Millionen Tonnen Helium verschmelzen. Der Massendefekt je Sekunde
beträgt somit 4,2 Millionen Tonnen. Das entspricht nach der einsteinschen
Masse-Energie-Beziehung
einer Energie von 
Die je Zeiteinheit von der Sonne abgestrahlte Energie wird als ihre Leuchtkraft
bezeichnet. Diese Strahlungsleistung
wird ständig an den umgebenden Weltraum abgegeben. Der Anteil der
Strahlungsleistung, der die Erde erreicht, beträgt etwa 
Bezieht man die Strahlungsleistung auf eine Fläche von einem Quadratmeter
und setzt senkrechten Einfall voraus, dann ergibt sich für die Erdentfernung,
dass diese Strahlungsleistung einen Wert von
hat. Diese
Größe wird als Solarkonstante
bezeichnet. Dabei ist zu beachten: Es ist der Wert, der in Erdentfernung
festzustellen ist. Auf der Erdoberfläche ist dieser Wert durch den
Einfluss der Erdatmosphäre kleiner. So beträgt z.B. die am Erdboden
registrierte mittlere Strahlungsenergie pro Jahr und Quadratmeter in Norddeutschland
etwa 1000 kWh und in Süddeutschland mindestens 1200 kWh. Das sind
nur ca. 10% des Wertes, den man erhalten würde, wenn man mit der
Solarkonstanten rechnet.
Der Anteil des sichtbaren Lichtes an der Sonnenstrahlung beträgt
48%, der Infrarotstrahlung 38%, der ultravioletten Strahlung 6,8% und
der übrigen kurzwelligen oder langwelligen Strahlung 7,2%.
Mögliche Einteilung
von Lichtquellen
Lichtquellen können verschiedene geometrische Eigenschaften aufweisen
und danach auch eingeteilt werden. Im einfachsten Fall sind sie nahezu
punktförmig. Exakt punktförmige
Lichtquellen sind Modellvorstellungen, die in der Natur nicht vorkommen.
Wenn man sich aber weit genug von einer Lichtquelle entfernt hat, dann
kann man sie immer als punktförmig ansehen. Ein Beispiel hierfür
sind Sterne. Unsere Sonne ist auch ein Stern, doch weil wir uns relativ
nahe an ihr befinden, nehmen wir sie als ausgedehnte Lichtquelle wahr.
Alle anderen Sterne sehen wir nachts nur als leuchtende Punkte, obgleich
sie ähnliche Abmessungen wie die Sonne haben. Sie sind aber wesentlich
weiter als die Sonne von uns entfernt.
Lichtquellen, die das Licht von einer großen Oberfläche abgeben,
bezeichnet man auch als Flächenstrahler.
Eine Einteilung von Lichtquellen ist auch nach der Art der Lichterzeugung möglich. Viele Strahlungsquellen senden aufgrund ihrer hohen Temperatur Licht im sichtbaren Bereich aus. Man könnte solche Lichtquellen wie Glühlampen oder Halogenlampen, aber auch die Sonne, als Temperaturstrahler bezeichnen. Kaltes Licht kann durch chemische Prozesse erzeugt werden, so wie das bei manchen Tieren, z.B. Glühwürmchen, der Fall ist. Eine Reihe von Lichtquellen beruht auf atomaren Vorgängen in Gasen. Man bezeichnet sie mit dem Oberbegriff Gasentladungslampen. Dazu gehören z.B. Leuchtstoffröhren, Leuchtröhren oder Glimmlampen. Auch atomare Vorgänge in Halbleitern können zur Aussendung von Licht führen. Das wird bei Leuchtdioden (Lichtemitterdioden, LED) genutzt. Zu Gasentladungslampen und Leuchtdioden (LED) sind auf der CD gesonderte Beiträge enthalten. Wir gehen nachfolgend auf die historisch wichtigen Glühlampen und auf Halogenlampen ein.
Glühlampen
Glühlampen sind nach wie vor die am weitesten verbreiteten elektrischen
Lichtquellen, die vor allem zur Beleuchtung von Räumen und Arbeitsplätzen
sowie zur Fahrzeugbeleuchtung dienen. Sie werden z.B. auch bei Taschenlampen
und Ampeln eingesetzt. Genutzt wird bei Glühlampen die Lichtwirkung
des elektrischen Stromes bei Stromfluss durch metallische Leiter.
Aufbau und Wirkungsweise
von Glühlampen
Die wichtigsten Teile einer Glühlampe sind ein Glühdraht
(Glühwendel)
mit einer Stromzuführung, der Sockel zum Anschluss an das Stromnetz
über eine Fassung und der Glaskolben (Bild 2).
Dieser Glaskolben dient nicht nur dem Schutz des Glühdrahtes. Innerhalb
des Glaskolbens befindet sich ein Gasgemisch aus Argon und Stickstoff,
das ein schnelles Verdampfen des Glühdrahtes verhindern soll. Als
Glühdraht wird ausschließlich Wolfram verwendet, das mit 3.380
°C einen hohen Schmelzpunkt hat und auch bei hohen Temperaturen nur
langsam verdampft.
Fließt elektrischer Strom durch eine Glühlampe, so erhitzt
sich durch den Stromfluss der Glühdraht sehr schnell auf eine Temperatur
von etwa
2.600 °C. Dieser glühende Metalldraht sendet ein helles Licht
aus. Es wird also elektrische Energie in Licht und Wärme umgewandelt,
wobei diese Wärmewirkung bei normalen Glühlampen eine unerwünschte,
aber nicht vermeidbare Erscheinung ist.
Historische Entwicklung
von Glühlampen
Die ersten Glühlampen wurden von dem Deutschen HEINRICH GOEBEL
(1818-1893) um 1854, dem Russen ALEXANDER LODYGIN
(1847-1923) und dem amerikanischen Erfinder THOMAS ALVA EDISON
(1847-1931) entwickelt. Genutzt wurden zunächst Kohlefäden aus
Holz- und Pflanzenfasern, die aber nicht sehr haltbar waren.
Wesentlichen Anteil an der technischen Vervollkommnung der Glühlampe
hatte EDISON, der den heute noch üblichen Schraubsockel einführte
und die Kohlefadenlampe
so verbesserte, dass es um 1880 die ersten wirklich brauchbaren Glühlampen
gab. Entscheidende Fortschritte wurden erreicht, als es 1914 gelang, Wolframdraht
zu Glühwendeln zu verarbeiten. Kurze Zeit später wurde auch
die Gasfüllung eingeführt. Weitere Fortschritte wurden durch
die Einführung von Doppelwendeln erzielt.
Einen wesentlichen Mangel hatten aber alle diese Glühlampen: Das
Wolfram des Glühdrahtes verdampft allmählich und färbt
den Glaskolben dunkel. Ab 1960 wurden Halogenlampen
entwickelt, die diesen Mangel nicht mehr haben (siehe unten).
Wirkungsgrad und
Lebensdauer von Glühlampen
Einen entscheidenden Nachteil haben aber auch moderne Glühlampen:
Ihr Wirkungsgrad ist mit
ca. 5 % sehr niedrig. Von der zugeführten elektrischen Energie werden
also nur 5 % in Licht und die restlichen 95 % in meist unerwünschte
Wärme umgewandelt. Wesentliche Fortschritte wurden hier durch Leuchtstofflampen
(Energiesparlampen) erzielt, die etwa den fünffachen Wirkungsgrad
haben. Die durchschnittliche Lebensdauer von Glühlampen liegt bei
etwa 1 000 Betriebsstunden. Dann ist so viel Wolfram des Glühdrahtes
verdampft, dass der Glühdraht durchbrennt.
Bauformen von Glühlampen
Glühlampen gibt es je nach Verwendungszweck in sehr unterschiedlichen
Bauformen, mit verschiedenen Betriebsspannungen und Leistungen.
Im Haushalt werden für die Beleuchtung von Räumen Glühlampen
mit einer Betriebsspannung von 230 V und Leistungen von 25 W, 40 W, 60
W, 75 W und 100 W verwendet.
Bei Fahrzeugen mit 12-V-Bordnetz nutzt man Glühlampen mit
55 W - 60 W (Hauptscheinwerfer), 21 W (Bremsleuchten, Rücklichter)
und 5 W (Blinker).
Für Videoleuchten und Diaprojektoren verwendet man meist Halogenlampen
mit Betriebsspannungen zwischen 12 V und 230 V und Leistungen von 50 W
bis 200 W.
Für Taschenlampen sind Glühlampen mit Betriebsspannungen zwischen
1,5 V und 6 V erforderlich. Die Leistungen liegen bei 1 W bis 5 W.
Eine besondere Bauform sind Infrarotlampen, bei denen es nicht vorrangig
die Lichtwirkung, sondern die Wärmewirkung des elektrischen Stromes
genutzt wird. Eine geringere Lichtwirkung erreicht man durch eine niedrigere
Temperatur des Glühdrahtes.
Halogenlampen
Halogenlampen arbeiten wie
Glühlampen, aber bei relativ hohen Betriebstemperaturen, und besitzen
daher eine sehr gute Lichtausbeute. Durch eine Gasfüllung wird verhindert,
dass der Glühfaden zu schnell bricht oder durchbrennt. Da sie meist
mit relativ niedrigen Spannungen und vergleichsweise hohen Stromstärken
betrieben werden, benötigt man zum Anschluss von Halogenlampen im
Stromnetz einen Transformator.
Die Lichtausbeute jeder
Glühlampe hängt entscheidend von der Temperatur ihres Glühfadens
ab. Daher ist man bemüht, Glühlampen mit möglichst hohen
Betriebstemperaturen zu konstruieren. Obwohl das als Fadenmaterial häufig
genutzte Wolfram erst bei einer Temperatur von etwa 3.350 °C schmilzt,
verdampft schon bei wesentlich geringeren Temperaturen ein Teil des Wolframs
und kondensiert an den kühleren Innenwänden der Glühlampen.
Dadurch verliert der Glühfaden langsam Material, wird dünner
und kann schließlich durchschmelzen. Halogenlampen sind so konstruiert,
dass sie diesem Prozess entgegenwirken. Ihr Glaskolben wird mit Brom gefüllt.
Brom gehört zur chemischen Gruppe der Halogene,
daher erklärt sich auch der Name "Halogenlampe".
Wie bei jeder Glühlampe verdampft auch bei einer
angeschalteten Halogenlampe etwas Wolfram aus dem Glühfaden. Es kühlt
sich ab und verbindet sich mit Brom zu Wolframbromid
.
Die Halogenlampe ist so konstruiert, dass sich in ihr ein Gaskreislauf
ausbildet. Das gasförmige Wolframbromid gelangt nach einer gewissen
Zeit demzufolge wieder in die Nähe des Glühfadens und zerfällt
unter dem Einfluss der hohen Fadentemperatur (etwa 1 400 °C) in Brom
und Wolfram. Das Wolfram wird dadurch immer wieder zum Ort seiner Freisetzung
zurücktransportiert und kann sich erneut am Glühfaden anlagern.
Damit die Gaszirkulation in Gang kommt und sich kein Material an den Glaswänden
niederschlägt, muss auch der Kolben einer Halogenlampe sehr heiß
sein. Er ist daher relativ klein gebaut und wird deshalb schnell von der
Glühwendel der Lampe erhitzt. Außerdem besteht er aus Quarz.
Normales Glas würde bei den Betriebstemperaturen von Halogenlampen
schmelzen.