


Einfache Linsensysteme
Eines der einfachsten Linsensysteme wurde schon im 18. Jahrhundert von
dem Engländer JOHN DOLLOND (1706-1761) erfunden. Anlass für
die Suche nach besseren Objektiven waren die Farbsäume,
die man erhielt, wenn man z.B. Sterne mit einem einfachen astronomischen
Fernrohr beobachtete. Dieser Abbildungsfehler
bei Linsen wird als chromatische
Aberration (farbliche Abweichung) bezeichnet. Er kommt zustande, weil
Licht unterschiedlicher Farbe durch eine Linse verschieden stark gebrochen
wird (Bild 2a und 2b).
Durch Zusammenfügen einer Sammellinse und einer Zerstreuungslinse
aus Gläsern mit unterschiedlicher Brechzahl erreicht man, dass rotes
und blaues Licht in gleicher Weise gebrochen wird (Bild 3c). Ein solches
Linsensystem, bei dem keine Farbsäume auftreten, bezeichnet man als
Achromat.
Komplizierte Linsensysteme
Moderne Linsensysteme bestehen zumeist nicht nur aus zwei Linsen, sondern
aus einem ganzen System von Linsen. Bild 3 zeigt Grundformen von Linsensystemen.
Ihre Berechnung ist außerordentlich kompliziert und aufwändig,
ihr Preis deshalb auch recht hoch.
Ein Linsensystem hat wie eine Einzellinse eine bestimmte
Brennweite, die durch die Form und die Anordnung der einzelnen Linsen
des Linsensystems bestimmt ist. So werden z.B. bei Kleinbildkameras
mit Film Standardobjektive mit einer Brennweite von 45 mm - 50 mm verwendet.
Die Abbildung, die man damit erzielt, ähnelt dem Bild beim menschlichen
Auge. Bei Digitalkameras
ist diese Brennweite geringer und liegt bei etwa 12 mm.