Unsere
Erde ist ein großer, allerdings recht schwacher Magnet (Bild 1). Das
wurde zuerst von WILLIAM GILBERT (1544-1603) erkannt. Die mittlere Stärke
des Magnetfeldes der Erde relativ gering. Sie beträgt zwischen 
Dabei kann man zwischen der Vertikalintensität
und der Horizontalintensität
des Erdmagnetfeldes unterscheiden. In Mitteleuropa beträgt die Horizontalintensität
des Erdmagnetfeldes etwa 
Trotz dieses geringen Wertes richtet sich eine frei bewegliche Magnetnadel
entsprechend des Verlaufes der Feldlinien aus.
Die magnetischen Pole der
Erde fallen mit den geografischen Polen nicht zusammen. Beide Polarten
sind aber doch so nahe beieinander, dass man sich mit einem Kompass
relativ einfach auf der Erdoberfläche in Richtung Nord-Süd orientieren
kann. Die Erdachse und die magnetische Achse sind gegenwärtig um ca.
11,4° gegeneinander geneigt. Die Abweichung zwischen tatsächlicher
Himmelsrichtung und der von einem Kompass angezeigten Richtung, die magnetische
Deklination, beträgt im mitteleuropäischen Bereich etwa 2°
bis 3°. Dabei ist zu beachten: Der magnetische Südpol befindet
sich dabei in der Nähe des geografischen Nordpols, der magnetische
Nordpol in der Nähe des geografischen Südpols. Das bedeutet:
Nach Norden zeigt der Nordpol der Magnetnadel.
Das Erdmagnetfeld ist zeitlichen und räumlichen Schwankungen unterworfen,
die durch magnetische
Observatorien erfasst werden. Auch die Lage der Magnetpole ist nicht
konstant, sondern Veränderungen unterworfen.
Entstehung des
Erdmagnetfeldes
Die Erde besitzt einen Kern aus Eisen, sodass man annehmen könnte,
das Erdmagnetfeld würde von einem Eisenmagneten erzeugt. Diese Idee
ist aber nicht zutreffend, denn der Eisenkern der Erde befindet sich in
einen glühenden Zustand. Wenn man Eisen stark erhitzt, verliert es
seine Eigenschaften als Dauermagnet. Da ein Dauermagnet ausscheidet, bleibt
als Erklärungsmodell nur noch der Dynamoeffekt
übrig. Bild 2 zeigt einen einfachen Scheibendynamo. In der rotierenden
Scheibe wird ein elektrischer Strom induziert, der zwischen Rotationsachse
und äußerem Scheibenrand abgegriffen werden kann.
In Bild 3 ist dieses Prinzip geringfügig abgeändert.
Der Dynamo rotiert und ein Schleifkontakt verbindet den äußeren
Scheibenrand mit der Rotationsachse. Allerdings befindet sich die Anordnung
nicht in einem äußeren Magnetfeld. Eine kleine magnetische
Störung in der Umgebung induziert einen minimalen Stromfluss, der
aufgrund des lenzschen Gesetzes seinerseits dem Abbau des Störfeldes
entgegenwirkt und es dadurch verstärkt. Der Dynamo erzeugt sein eigenes
Magnetfeld - er ist selbsterregend.
Ein ähnlicher Vorgang spielt sich in der Erde ab. Das Erdmagnetfeld
induziert einen elektrischen Strom in dem leitfähigen und flüssigen
erdinneren Material, der dem Abbau dieses Feldes entgegenwirkt. Die dabei
auftretenden Strömungsprozesse sind extrem kompliziert und wurden
bislang auch noch nicht vollständig verstanden.
Die
Schutzwirkung des Erdmagnetfeldes
Das gesamte die Erde umgebende Magnetfeld nennt man Magnetosphäre.
Die von der Sonne ausgehenden elektrisch geladenen Teilchen, der sogenannte
Sonnenwind, verformt die Magnetosphäre.
In Richtung zur Sonne reicht sie deshalb nicht so weit in den Weltraum hinaus,
wie auf der sonnenabgewandten Seite der Erde (Bild 4), wo sich ein regelrechter
Magnetschweif bildet. Das
Erdmagnetfeld schützt uns vor den teilweise sehr energiereichen Teilchen
in der Sonnenstrahlung.
Treffen diese Teilchen auf die Magnetosphäre, werden sie gezwungen,
sich entlang der magnetischen Feldlinien zu bewegen. Sie wandern auf spiralförmigen
Bahnen entlang dieser Feldlinien zu den magnetischen Polen und treten erst
dort in die Erdatmosphäre ein. Die dabei auftretende Leuchterscheinung
nennt man Polarlichter. Diese
treten an beiden Magnetpolen auf.