

Magnetische Flaschen
Wie oben dargestellt, bewegt sich ein geladenes Teilchen bei einem beliebigen
Winkel zwischen Geschwindigkeit und magnetischer Flussdichte (Richtung
der Feldlinien) in einem homogenen Magnetfeld auf einer spiralförmigen
Bahn. Wird das Feld in Bewegungsrichtung der geladenen Teilchen stärker,
dann treten zwei Effekte auf:
Demzufolge pendeln die geladenen Teilchen bei einer
entsprechenden Anordnung des magnetischen Feldes zwischen zwei Punkten
hin und her, werden also durch das magnetische Feld eingeschlossen. Eine
solche Anordnung bezeichnet man als magnetische
Flasche.
Magnetische Flaschen werden besonders dort angewendet, wo man vermeiden
will, dass Teilchen mit den Wänden eines Gefäßes in Berührung
kommen. So kann man z.B. in einer magnetischen Flasche Hochtemperaturplasma
erzeugen und "aufbewahren". Solchen Plasmen sind bei experimentellen
Untersuchungen zur gesteuerten Kernfusion
von großen Interesse. In der Fusionsforschung werden heute vorrangig
Anlagen vom Typ "Tokamak"
genutzt. Bei ihnen wird das zum Einschluss von Plasma erforderliche
Magnetfeld teils durch äußere Spulen, teils durch einen starken
toroidalen Plasmastrom erzeugt. Die Bezeichnung kommt aus dem Russischen
und ist eine Abkürzung für "toroidalnaya
kamera sz magnitnimi
katuschkami" (toroidale Kammer
mit Magnetspulen)
Ein Einschluss von geladenen Teilchen tritt auch im Magnetfeld der Erde auf: Aus dem Weltraum treffen ständig elektrisch geladenen Teilchen (Sonnenwind) auf die äußeren Schichten der Atmosphäre. Diese geladenen Teilchen werden durch das Magnetfeld der Erde abgelenkt. Sie bewegen sich auf spiralförmigen Bahnen um die Feldlinien des Erdmagnetfeldes (Bild 3). In der Nähe der Pole wird das Erdmagnetfeld stärker. Es kommt zu einer Umkehr der Bewegungsrichtung und damit insgesamt zu einem "Pendeln" der geladenen Teilchen längs der Feldlinien des Erdmagnetfeldes, ohne dass die Teilchen die Erde erreichen. Diese Strahlungsgürtel der Erde, die der amerikanische Physiker J. VAN ALLEN 1958 aus Messungen von Erdsatelliten entdeckte, befinden sich in Höhen von 1000 km bis 6000 km bzw. 15.000 km bis 25.000 km über der Erdoberfläche. Diese zwei Strahlungsgürtel werden nach ihrem Entdecker auch als VAN-ALLEN-Gürtel bezeichnet.
Magnetische Linsen
Die Beeinflussung von bewegten geladenen Teilchen durch Magnetfelder kann
auch genutzt werden, um Anordnungen zu schaffen, die auf Elektronen oder
andere geladene Teilchen ähnlich wie eine optische Linse wirken.
Man spricht dann von einer magnetischen Linse, die z.B. bei Elektronenmikroskopen
oder Fernsehbildröhren angewendet wird.
Man verwendet dazu Spulen, die inhomogene rotationssymmetrische Magnetfelder
haben. Elektronenstrahlen,
die von einem Punkt ausgehen, werden durch ein solches Magnetfeld
so abgelenkt, dass sie wieder zu einem Punkt zusammenlaufen. Damit wirken
solche Magnetfelder auf Elektronenstrahlen wie optische
Linsen auf Licht. Man spricht deshalb in Analogie zur Optik von magnetischen
Linsen.