Manometer
oder Druckmesser sind Geräte, mit
denen man den Druck in Flüssigkeiten und Gasen sowie den Druck messen
kann, den feste Körper ausüben. Die einfachste Form von Manometern
sind U-Rohr-Manometer und Membran-Manometer.
U-Rohr-Manometer
Ein U-Rohr-Manometer (Bild 1) besteht
aus einem U-förmigen Rohr mit einer Flüssigkeit und einer Skala
an einem Schenkel. Es wird deshalb auch als Flüssigkeitsmanometer
bezeichnet. Ist der Druck auf beiden Seiten gleich groß, so steht
die Flüssigkeit in beiden Schenkeln gleich hoch, da es sich um verbundene
Gefäße handelt. Wird auf die eine Seite ein Druck ausgeübt,
so verschiebt sich die Flüssigkeitssäule solange, bis wieder
Kräftegleichgewicht besteht. Der von der Flüssigkeitssäule
der Höhe
ausgeübter Druck ist dann gleich dem Gasdruck. Die Skala kann man
so eichen, dass man den Druck direkt ablesen kann. Arbeitet man mit Wasser
als Flüssigkeit im U-Rohr-Manometer, so kann man den Druck auch in
Zentimeter Wassersäule angeben. 1 cm Wassersäule entspricht
einem Druck von etwa 100 Pa (genau: 98 Pa).
Membran-Manometer
Ein Membran-Manometer besteht aus einer
elastischen Membran, die sich in einem Gehäuse befindet. Sie ist
mit einem beweglichen Stab verbunden, der seinerseits mit einem Zeiger
gekoppelt ist. Dieser Zeiger befindet sich vor einer Skala. Wirkt ein
Druck auf die Membran, so wird sie verformt. Damit bewegen sich auch der
mit der Membran verbundene Stab und der Zeiger. Die Skala ist in Druckeinheiten
geeicht, sodass der Druck direkt abgelesen werden kann. Angewendet werden
Membran-Manometer z. B. als Druckmesser für den Reifendruck bei Fahrzeugen.
Drucksensor mit Dehnungsmessstreifen
Ein Drucksensor oder Druckmessfühler
ist ein Bauelement zur Messung von Drücken. Dabei werden Druckänderungen
in elektrische Signale umgewandelt. Weitverbreitet sind Drucksensoren,
die mit Dehnungsmessstreifen (DMS)
arbeiten. Ein Dehnungsmessstreifen besteht aus einem dünnen Draht,
der schleifenförmig auf einen dehnbaren Papier- oder Kunststoffstreifen
aufgekittet ist. Für eine Druckmessung wird ein solcher Dehnungsmessstreifen
z. B. auf eine elastisch verformbare Membran gebracht. Ändert sich
der Druck, so verformt sich die Membran und damit ändert sich die
Länge des Widerstandsdrahtes. Mit der Längenänderung eines
Drahtes ändert sich auch dessen elektrischen Widerstand, denn es
gilt für den elektrischen Widerstand eines Metalldrahtes:
Ändert sich der elektrische Widerstand, so ändert sich bei
konstanter Spannung die Stromstärke des Stromes durch den Leiter,
denn bei
U = konstant gilt:
Die Änderung der Stromstärke ist somit ein Maß für
die Druckänderung. Eicht man einen solchen Drucksensor, so kann man
den Druck direkt ablesen. Meist wird dann der Druck sofort als Zahlenwert,
also digital, angezeigt. Mit Dehnungsmessstreifen kann man den Druck sehr
genau messen. Möglich ist damit auch das Messen sehr kleiner Drücke
und Druckänderungen. Angewendet werden Drucksensoren z. B. bei Geräten
zur Messung des Blutdruckes (Blutdruckmesser).
Barometer
Geräte zur Messung des Luftdrucks werden als
Barometer
bezeichnet. Nähere Erläuterungen dazu sind unter diesem Stichwort
zu finden.
Barometer oder
Druckmesser
sind Geräte zur Messung des Luftdruckes und damit Druckmesser (
Manometer)
für einen speziellen Zweck. Der Name Barometer geht auf den französischen
Mathematiker und Physiker
BLAISE
PASCAL zurück. Barometer unterscheiden sich von anderen Druckmessern
im Wesentlichen nur durch den Messbereich, der um den normalen Luftdruck
herum liegt. Dieser normale
Luftdruck
beträgt 1.013 hPa. Da er in der Regel zwischen 970 hPa und 1.030 hPa
schwankt, wählt man als Messbereich für Barometer meist einen
Bereich zwischen 960 und 1.070 hPa. Das sind 960 bis 1070 Millibar (mbar)
oder 720 bis 800 mm Quecksilbersäule (Torr).
Dosenbarometer
Ein
Dosenbarometer, auch
Federbarometer oder
Aneroidbarometer
genannt, dient zur Messung des Luftdrucks. Es besteht aus einer Metalldose
(Druckdose) mit geringem Druck im Inneren. Diese Dose ist über eine
Feder mit einem Hebelmechanismus verbunden. Der Mechanismus führt zu
einem Zeiger, der sich vor einer Skala bewegen kann (Bild 5). Der Druck
im Inneren der Dose, der Druck durch die Feder und der Luftdruck befinden
sich im Gleichgewicht. Bei normalem Luftdruck wird der Zeiger auf den Wert
1.013 hPa (760 Torr) gestellt. Verändert sich nun der Luftdruck, so
wird die Membran der Dose mehr oder weniger stark verformt. Über den
Hebelmechanismus wird die Bewegung der Membran auf den Zeiger übertragen.
An der Skala kann der jeweilige Wert des Luftdrucks abgelesen werden.
Quecksilberbarometer
Ein
Quecksilberbarometer
besteht aus einem U-förmig gebogenen Glasrohr, in dem sich Quecksilber
befindet (Bild 6). In dem einen (linken) Schenkel des Rohres wirkt der Druck
des Quecksilbers, in dem anderen (rechten), nicht abgeschlossenen Rohr wirkt
der Luftdruck. Gleichgewicht besteht dann, wenn beide Drücke gleich
groß sind.
Sinkt der Luftdruck, dann sinkt auch die Höhe der Quecksilbersäule.
Beim Steigen des Luftdruckes wird die Quecksilbersäule länger.
Die Länge der Quecksilbersäule ist somit ein Maß für
die Höhe des Luftdruckes. Bringt man eine Skala an, so kann man den
Druck direkt in Millimeter Quecksilbersäule (Torr) oder auch in einer
anderen Einheit ablesen.
Weitere Arten
von Barometern
Verwendet man bei einem Barometer statt Quecksilber Wasser, dann erhält
man ein
Wasserbarometer
(Bild 7). Ein solches Wasserbarometer ist im Prinzip genauso aufgebaut und
funktioniert ebenso wie ein Quecksilberbarometer. Füllt man in einen
einseitig geschlossenen durchsichtigen Schlauch oder in ein durchsichtiges
Rohr Wasser und ordnet es so an, dass sich das offene Ende im Wasser befindet,
dann ist im Gleichgewichtszustand der Druck der Wassersäule genau so
groß wie der Luftdruck. Mit Veränderung des Luftdruckes verändert
sich auch die Höhe der Wassersäule. Da aber die Dichte von Wasser
wesentlich kleiner als die Dichte von Quecksilber ist, muss die Wassersäule
wesentlich länger sein als die Quecksilbersäule, um dem Luftdruck
das Gleichgewicht zuhalten. Es gilt:
760 mm Quecksilbersäule entsprechen 10,33 m Wassersäule.
Ein solches Wasserbarometer kann man sich aus durchsichtigem Schlauch selbst
bauen.
Beachte: Erforderlich ist eine Höhe von mindestens 10 m.
Eine weitere Bauform ist das
GOETHE-Barometer,
das der berühmte Dichter JOHANN WOLFGANG VON GOETHE (1749-1832) entwickelt
haben soll (Bild 8). Es besteht aus einem geschlossenen Glasgefäß
mit einem seitlichen Ansatz. Das Gefäß wird etwa halb mit angefärbtem
Wasser gefüllt. Auf die Öffnung des seitlichen Ansatzes wirkt
der Luftdruck. Er befindet sich im Gleichgewicht mit dem Druck der komprimierten
Luft im geschlossenen Gefäß und den Drücken, die die beiden
Wassersäulen ausüben. Vergrößert sich der Luftdruck,
so sinkt die Wassersäule im seitlichen Ansatz.
Barograf
Eine besondere Bauform ist der
Barograf.
Er dient dazu, den Luftdruck kontinuierlich zu messen und die Messwerte
aufzuzeichnen, so wie das für meteorologische Beobachtungen erforderlich
ist. Ein Barograf ist meist genauso aufgebaut wie ein empfindliches Dosenbarometer.
Statt des Zeigers wird ein Schreibstift befestigt, an dem sich eine mit
Papier bespannte, von einem Uhrwerk angetriebene Trommel vorbeibewegt. Damit
kann der Luftdruck ständig registriert werden.