




Man unterscheidet grundsätzlich zwischen der schweren und der trägen Masse. Die schwere Masse gibt an, wie leicht oder schwer ein Körper ist, die träge Masse ist ein Maß für den Widerstand eines Körpers gegen eine Bewegungsänderung. Schwere und träge Masse haben den gleichen Betrag.
Formelzeichen: m
Einheit: ein
Kilogramm (1 kg)
Das Kilogramm ist eine Basiseinheit
des Internationalen Einheitensystems.
Vielfache bzw. Teile der Einheit 1 kg sind eine Tonne (1 t), ein Gramm
(1 g) und ein Milligramm (1 mg):
1 t = 1 000 kg = 1 000 000 g
1 kg = 1 000 g = 1 000 000 mg
1 g = 1 000 mg
Die schwere Masse
Die schwere Masse
hat die Eigenschaft, mit der Gewichtskraft
F angezogen zu werden. Es ist daher möglich, aus einer statischen
Messung der Gewichtskraft eines Körpers auf dessen schwere Masse
zu schließen. Es gilt:
= F / g
,
wobei g der Ortsfaktor
(Fallbeschleunigung) ist.
Die Gewichtskraft und die schwere Masse unterscheiden sich zwar nur durch
eine Konstante, sind jedoch zwei völlig verschiedene Größen,
deren Unterschiede in der nachfolgenden Übersicht aufgezeigt werden.
| Masse | Gewichtskraft |
| Die Masse ist eine Eigenschaft eines Körpers. Sie ist nur von diesem Körper abhängig. | Die Gewichtskraft kennzeichnet die Wechselwirkung zwischen zwei Körpern. Sie ist von beiden Körpern abhängig. |
| Die Masse eines Körpers ist überall gleich groß. | Die Gewichtskraft eines Körpers ist abhängig vom Ort, an dem sich der Körper befindet. |
| Einheit der Masse ist ein Kilogramm (1 kg). | Einheit der Kraft ist ein Newton (1 N). |
| Messgerät für die Masse ist die Waage. | Messgerät für die Gewichtskraft ist der Kraftmesser. |
Die träge Masse
Die träge
Masse ist, im Gegensatz zur schweren Masse, eine Eigenschaft des bewegten
Körpers. Um sie besser verstehen zu können, stellen wir uns
folgenden Versuch vor.
Ein Luftkissengleiter (Bild 2) der schweren Masse
wird durch Anhängen von Massestücke gleichmäßig beschleunigt.
Die auf ihn wirkende beschleunigende Kraft ist die Gewichtskraft der Wägestücke.
Diese werden variiert, um die Beschleunigung a in Abhängigkeit
der Kraft untersuchen zu können. Beim Durchführen des Versuchs
würde man feststellen, dass der Quotient aus der Gewichtskraft F
und der Beschleunigung a konstant ist.
= konstant
Ändert man die Masse des Gleiters,
so ändert sich auch der Quotient. Dieser ist also eine charakteristische
Größe für den beschleunigten Körper und ein Maß
für dessen Widerstand gegen eine beschleunigende Kraft, die träge
Masse.
Darüber hinaus entspricht der Quotient
der schweren Masse. Demzufolge ergibt sich:
Träge und schwere Masse sind äquivalent. Es gilt:
=
= m
Messen der Masse von Körpern
Zur Bestimmung der Masse eines Körpers werden Waagen
benutzt. Es gibt sie in den unterschiedlichsten Bauformen, wobei verschiedene
physikalische Gesetze und Zusammenhänge genutzt werden. Wichtige
Arten von Waagen sind Balkenwaagen, Einschalenwaagen, Schnellwaagen, Briefwaagen,
Dezimalwaagen und elektronische Waagen. Von den hier genannten sollen
die Balkenwaage und die elektronische Waage genauer besprochen werden.
Balkenwaage:
Die einfachste Bauform einer Waage ist die Balkenwaage (Bild 3). Bei einer
Balkenwaage (Laborwaage) wird die Masse eines Körpers direkt mit
der Masse von Wägestücken verglichen. Eine Balkenwaage ist ein
zweiseitiger Hebel mit zwei gleich langen Hebelarmen. Für einen solchen
Hebel im Gleichgewicht gilt das Hebelgesetz:
Die Einschalenwaage, Briefwaage
und Dezimalwaage beruhen ebenfalls auf dem Hebelgesetz.
Elektronische
Waage
Elektronische Waagen gibt es ebenfalls in sehr unterschiedlichen Bauformen
(Bild 4). Genutzt werden bei ihnen unterschiedliche physikalische Zusammenhänge.
Eine Möglichkeit besteht darin, Dehnungsmessstreifen
zu verwenden. Dehnungsmessstreifen (DMS)
sind Messwandler, bei denen die mechanische Verformung eines elektrischen
Leiters eine Änderung seines elektrischen Widerstandes verursacht,
der gemessen werden kann.
Solche Dehnungsmessstreifen bestehen aus einem Widerstandsdraht oder einer Widerstandsfolie, die auf einen Träger aufgebracht sind (Bild 5). Wird ein Dehnungsmessstreifen belastet, so verändert sich sein elektrischer Widerstand R mit der Belastung. Das hier zugrunde liegende physikalische Gesetz ist das Widerstandsgesetz:

Dabei ist
der spezifische elektrische Widerstand des Messstreifens, l seine
Länge und A seine Querschnittsfläche. Bei Belastung nimmt
die Streifenlänge zu und der Querschnitt nimmt ab, was beides zu
einer Erhöhung des elektrischen Widerstandes führt. Ist die
angelegte Spannung konstant, so ändert sich mit dem Widerstand auch
die Stromstärke, die somit ein Maß für die Masse des Körpers
ist. Das Gerät ist so skaliert, dass nicht die Stromstärke,
sondern sofort die zugehörige Masse angezeigt wird.
Masse von Körpern in Natur und
Technik
| Haar | ca. 0,1 mg |
| Wassertropfen | 0,3 g |
| 1 Liter Luft | 1,29 g |
| 1Cent Euro | 2,3 g |
| 1 Euro | 7,5 g |
| Normalbrief | ca. 10 g |
| 1 Tafel Schokolade | 100 g |
| 1 Liter Wasser | 1 kg |
| Gehirn eines Menschen | 1,4 kg |
| Mauerziegel | 3,5 kg |
| Pkw | ca. 1 000 kg |
| Lkw | bis 40 t |
| Lokomotive | ca. 100 t |
| Blauwal | bis 150 t |
| Großraumflugzeug (Jumbo-Jet) |
ca.320 t |
Berechnung
der Masse
Kennt man das Volumen V eines homogenen Körpers (Dichte konstant)
und die Dichte
des Stoffes, aus dem er besteht, so kann man seine Masse m folgendermaßen
berechnen:

Liegt ein Körper mit einer inhomogenen Dichte vor, so muss über dem ganzen Volumen V integriert werden.

Relativistische
Massenzunahme
In der klassischen Mechanik ist die Masse eine Erhaltungsgröße.
Sie ist unabhängig vom Ort und Bewegungszustand des Körpers.
Für einen Körper hat sie einen bestimmten Wert.
In der relativistischen Mechanik, also bei Geschwindigkeiten nahe der Lichtgeschwindigkeit, ist die Masse eine Funktion der Geschwindigkeit v und nimmt mit dieser zu (Bild 6). Für die relativistische Masse gilt:

wobei
die Ruhemasse des Körpers, v seine Geschwindigkeit und c die Lichtgeschwindigkeit sind.
Für kleine Geschwindigkeiten ist
