




Kennzeichnung mechanischer Schwingungen
Bei einer Reihe von periodischen Vorgängen bewegt sich ein Körper
um eine Gleichgewichtslage (Ruhelage, Nulllage) hin und her. Beispiele dafür
sind schwingende Saiten, die Schwingungen einer Stimmgabel (Bild 1) oder
eines Pkw auf unebener Fahrbahn, eine Schaukel, ein schwingendes Fadenpendel
oder ein Federschwinger. Eine solche spezielle periodische Bewegung bezeichnet
man als Schwingung und definiert:
Eine mechanische Schwingung ist eine zeitlich periodische Bewegung eines Körpers um eine Gleichgewichtslage.
Da sich bei mechanischen Schwingungen zeitlich periodisch z.B. der Abstand von der Gleichgewichtslage, die Geschwindigkeit oder die Beschleunigung des betreffenden Körpers ändern, kann man eine Schwingung auch allgemeiner charakterisieren:
Eine Schwingung ist eine zeitlich periodische Änderung physikalischer Größen.
Voraussetzungen
für das Zustandekommen mechanischer Schwingungen
Damit überhaupt eine mechanische Schwingung entsteht, müssen
folgende Voraussetzungen erfüllt sein:
In Bild 2 ist als Beispiel ein Fadenpendel dargestellt.
Die rücktreibende Kraft ist in diesem Fall eine Komponente der Gewichtskraft.
Sie bewirkt, dass sich der Körper vom Punkt A aus in Richtung Gleichgewichtslage
(Punkt B) bewegt und wirkt solange, bis der Körper die Gleichgewichtslage
erreicht hat. Aufgrund seiner Trägheit
bewegt sich der Körper über die Gleichgewichtslage hinweg bis
zum Punkt C. Dabei bewirkt die Gewichtskraft zunächst eine Verlangsamung
der Bewegung bis zur Geschwindigkeit null (Punkt C) und anschließend
wieder eine Bewegung in Richtung Gleichgewichtslage.
Bei dieser Bewegung ändert sich z. B. die Geschwindigkeit des Körpers:
Sie ist in den Punkt A und C (Bild 3) null und hat im Punkt B ihren maximalen
Betrag. Es ändert sich auch die Beschleunigung oder die potenzielle
Energie. Letztere ist in den Punkten A und C maximal, in Punkt B null.
Demgegenüber ist die kinetische Energie in den Punkten A und C null
und hat in Punkt B ihren maximalen Wert.
Arten mechanischer Schwingungen
Mechanische Schwingungen können nach der Art der
Energiezufuhr und nach der Form der Schwingungen unterschieden werden.
Nach der Art der
Energiezufuhr unterscheidet man zwischen freien
und erzwungenen Schwingungen. Nach der Form
der Schwingungen differenziert man zwischen
Freie und erzwungene Schwingungen
Körper, die einmalig aus der Ruhelage ausgelenkt werden und sich
dann selbst überlassen bleiben, führen freie
Schwingungen oder Eigenschwingungen
aus. Solche freien Schwingungen führt zum Beispiel eine Stimmgabel
aus, die einmal angeschlagen wird und dann schwingt. Das gilt auch für
Saiten von Musikinstrumenten, die einmalig angeregt werden. Die Frequenz,
mit der ein solcher sich selbst überlassener Körper schwingt,
hängt nur von seinen Eigenschaften ab und wird als Eigenfrequenz
dieses Schwingers bezeichnet.
Wird dagegen einem schwingenden Körper ständig von außen
Energie zugeführt, so führt er erzwungene
Schwingungen aus. Das gilt z. B. für ein Kind auf einer Schaukel,
das periodisch von außen angestoßen wird. Auch einem Metronom
(Bild 3) wird ständig über eine Antriebsfeder Energie zugeführt.
Es führt damit erzwungene Schwingungen aus. Eine Maschine kann das
Fundament, auf dem sie steht, zu erzwungenen Schwingungen anregen. Und
selbst der Wind ist in der Lage, hohe Bauwerke, Bäume oder Brücken
zu erzwungenen Schwingungen anzuregen. Erzwungene Schwingungen erfolgen
mit der Erregerfrequenz.
Harmonische und nicht harmonische
Schwingungen
Nach der Form der Schwingungen kann man zwischen harmonischen
und nicht harmonischen Schwingungen
unterscheiden.
Harmonische Schwingungen sind dadurch
gekennzeichnet, dass man sie mathematisch leicht mithilfe der Sinusfunktion
beschreiben kann. Sie werden deshalb auch als sinusförmige
Schwingungen bezeichnet. Die Schwingungsgleichung
für harmonische Schwingungen lautet:
Ungedämpfte und gedämpfte
Schwingungen
Nach der Form der Schwingungen kann man zwischen ungedämpften
Schwingungen und gedämpfte Schwingungen
unterscheiden.

Ein sich selbst überlassener Körper führt immer gedämpfte
Schwingungen aus, da stets Reibung
auftritt und durch Reibung ein Teil der mechanischen Energie in thermische
Energie umgewandelt und als Wärme an die Umgebung abgegeben wird.
Soll ein Körper ungedämpfte Schwingungen ausführen, so
muss ihm die Energie, die durch Reibung in thermische Energie umgewandelt
wird, periodisch wieder zugeführt werden. Das geschieht z. B. bei
einem Uhrpendel durch ein "Uhrengewicht" und bei einem Metronom
durch eine Spiralfeder, die von Zeit zu Zeit aufgezogen werden muss.
Bei gedämpften Schwingungen ist zu beachten, dass sich zwar im Laufe
der Zeit die Amplitude verkleinert, die Schwingungszeit und damit auch
die Frequenz dabei aber gleich bleibt.