

Allgemein spricht man von einer Finsternis,
wenn der Schatten eines Himmelskörpers auf die Oberfläche eines
anderen trifft. Die dafür notwendige kosmische Lichtquelle ist die
Sonne.
Eine Mondfinsternis (Bild
1) tritt dann ein, wenn der Mond in den Erdschatten tritt. Die Erde befindet
sich dann zwischen Sonne und Mond. Es ist Vollmond. Sonne, Erde und Mond
liegen dann näherungsweise auf einer Geraden.
Voraussetzungen
für das Zustandekommen
Das Zustandekommen einer Mondfinsternis ist an zwei Voraussetzungen geknüpft:
Häufigkeit
von Mondfinsternissen
Mondfinsternisse sind zwar von einem bestimmten Standort auf der Erdoberfläche
aus häufiger zu beobachten als Sonnenfinsternisse, sie treten aber
insgesamt nicht so häufig auf. Das scheint ein Widerspruch zu sein,
ergibt sich aber daraus, dass eine Mondfinsternis von allen Beobachtern
auf der sonnenabgewandten Seite der Erde zu beobachten ist, während
eine Sonnenfinsternis immer nur von einem relativ kleinen Gebiet der Erdoberfläche
aus zu sehen ist.
Insgesamt ereigneten sich im 20. Jahrhundert 148 Mondfinsternisse und
228 Sonnenfinsternisse. Ähnliche Relationen gelten auch für
andere Jahrhunderte. In 1000 (julianischen) Jahren ereigneten sich 1543
Mondfinsternisse (716 totale und 827 partielle). In dem gleichen Zeitraum
fanden 2375 Sonnenfinsternisse (838 partielle, 773 ringförmige, 105
ringförmig totale und 659 totale) statt.
Die nächsten
Mondfinsternisse
In der nachfolgenden Übersicht sind die Mondfinsternisse für
die nächsten Jahre angegeben.
| 16.05.2003 | totale Mondfinsternis | Beginn Totalität 4.14 Uhr MEZ |
| 09.11.2003 | totale Mondfinsternis | Beginn Totalität 2.07 Uhr MEZ |
| 04.05.2004 | totale Mondfinsternis | Beginn Totalität 20.53 Uhr MEZ |
| 28.10.2004 | totale Mondfinsternis | Beginn Totalität 3.24 Uhr MEZ |
| 07.09.2006 | partielle Mondfinsternis | Mitte der Finsternis 19.51 Uhr MEZ |
| 04.03.2007 | totale Mondfinsternis | Mitte der Finsternis 0.21 Uhr MEZ |
Für die exakte Vorhersage einer Finsternis sind im Einzelfall genaue Berechnungen erforderlich. Dabei stellt sich heraus, dass während eines Jahres höchstens entweder zwei Mond- und fünf Sonnenfinsternisse oder drei Mond- und vier Sonnenfinsternisse stattfinden können.
Mithilfe einer einfachen Überlegung lässt sich vorhersagen, in welchen zeitlichen Abständen sich der Verlauf der Finsternisse wiederholt. Fand beispielsweise eine totale Mondfinsternis statt, dann tritt dieses Ereignis mit Sicherheit beim nächsten Vollmond nicht mehr ein. Das ergibt sich daraus, dass der synodische und der drakonitische Monat eine unterschiedliche Länge besitzen. Stimmt jedoch ein ganzzahliges Vielfaches des synodischen mit einem ganzzahligen Vielfachen des drakonitischen Monats überein, dann fällt das Ereignis "Vollmond" wieder mit dem Ereignis "Mond im Knoten" zusammen. Es sind:
| 223 synodische Monate |
=
|
6 585,32 Tage und |
| 242 drakonitische Monate |
=
|
6 585,36 Tage |
Das entspricht einem Zeitraum von 18 Jahren und 11
Tagen. Nach diesem Zeitraum wiederholt sich eine ganz bestimmte Finsterniskonstellation.
Diese Zeitspanne, die man Saroszyklus
nennt, wurde bereits im Altertum entdeckt. Sie ist von außerordentlich
großer kulturhistorischer Bedeutung. Die Kenntnis des Saroszyklus
begründete zu einer Zeit, als Finsternisse mit göttlichen Erscheinungen
in Zusammenhang gebracht wurden, die Macht der astronomische Beobachtungen
betreibenden Priesterkaste. Da die Menschen die sie bewegenden Finsternisse
in künstlerischen und sprachlichen Darstellungen aufzeichneten, ermöglichen
Finsternisberechnungen umgekehrt auch die Rückdatierung historischer
Ereignisse und archäologischer Funde.