

Nuklide
Im Periodensystem der Elemente findet man heute 111 Elemente. Davon kommen
91 in der Natur vor, die übrigen werden künstlich hergestellt.
Ein bestimmter Atomkern eines Elements
ist eindeutig durch die Massenzahl
(Anzahl von Protonen Z und Neutronen N) und die
Kernladungszahl (Ordnungszahl
im Periodensystem, Anzahl von Protonen und von Elektronen im neutralen Atom)
gekennzeichnet.
Ein Atomkern, der eindeutig durch Massenzahl und Kernladungszahl charakterisiert ist, wird als Nuklid bezeichnet.
Der Begriff wurde 1950 international eingeführt,
um einerseits Kernarten eindeutig zu kennzeichnen und andererseits dem
unkorrekten Gebrauch des Wortes Isotop entgegenzuwirken. Ein Beispiel
für ein Nuklid ist Natrium-23, in Symbolschreibweise
.
Die Kernladungszahl, also die Anzahl der Protonen, beträgt 11. Die
Massenzahl, also die Anzahl der Protonen und Neutronen im Kern, beträgt
23. Damit ergibt sich eine Neutronenzahl von 23 - 11 = 12. Weitere Nuklide
sind beispielsweise
Solche Nuklide sind natürlich auch
Es sind Nuklide eines Elements.
Bei Nukliden kann man zwischen stabile Nuklide und radioaktive Nuklide, auch Radionuklide genannt, unterscheiden. Radioaktive Nuklide zerfallen unter Aussendung radioaktiver Strahlung. Bekannt sind heute insgesamt etwa 300 stabile und über 2.400 radioaktive und damit instabile Nuklide mit sehr unterschiedlichen Halbwertszeiten. Unter dem Stichwort "Periodensystem der Elemente" findet man auf der CD für jedes Element auch eine Reihe von Nukliden.
Nuklidkarten
Trägt man auf einer vertikalen Achse die Kernladungszahl des jeweiligen
Atomkerns und auf der horizontalen Achse die Neutronenzahl auf, so erhält
man eine übersichtliche Darstellung über die Atomkerne, die zu
den verschiedenen Elementen gehören. Eine solche Darstellung wird als
Nuklidkarte bezeichnet. Bild
2 zeigt einen Ausschnitt aus einer Nuklidkarte.
In der Horizontalen nebeneinander findet man die Nuklide des jeweiligen
Elements. Beispielsweise hat Kohlenstoff (Kernladungszahl = Protonenzahl
6) acht verschiedene Nuklide. Untereinander stehen jeweils die Nuklide mit
gleicher Neutronenzahl. Darüber hinaus gibt man häufig zu den
einzelnen Nukliden noch an,
ob es stabile oder radioaktive
Nuklide sind,
welche Art der Strahlung
bei Radionukliden abgegeben wird,
wie groß die Halbwertszeit
ist,
in welchen Anteil Nuklide
eines Elements vorkommen.
Isotope
Atomkerne eines Elements mit gleicher Protonenzahl,
aber unterschiedlicher Neutronenzahl
werden als Isotope bezeichnet. Es sind folglich spezielle Nuklide, nämlich
die eines Elements. Wegen der gleichen Protonenzahl (=
Kernladungszahl)
haben Isotope auch die gleiche Anzahl von Elektronen in der Hülle.
Aus der Definition wird schon deutlich, dass man auf den Begriff Isotop
verzichten könnte; er wird traditionsgemäß aber auch heute
noch für die Kennzeichnung der Atomkerne jeweils eines Elements verwednet.
So existieren z. B. beim Wasserstoff drei in der Natur vorkommende Isotope,
die als Wasserstoff, Deuterium und Tritium bezeichnet werden (Bild 1). Es
gibt nur etwa 20 Elemente, die nur aus einem einzigen stabilen Isotop bestehen.
Dazu gehören beispielsweise:
![]() |
|
Uran-238:
|
99,28 % | |
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Uran-235:
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0,72 % | |
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Uran-234:
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0,006 % |
Für Brennelemente in Kernkraftwerke nutzt man angereichertes Uran mit folgender Zusammensetzung:
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Uran-235:
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3,3 % | |
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Uran-238:
|
96,7 % |
Bei Kupfer betragen die Anteile der stabilen Isotope:
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Kupfer-63:
|
69,1 % | |
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Kupfer-65:
|
30,9 % |
Die meisten stabilen Isotope
hat Zinn (10), die meisten Isotope überhaupt sind beim Xenon bekannt
(mindestens 24). Außer in der Neutronenzahl und damit in der Masse
unterscheiden sich die Isotope eines Elements im Kernvolumen und bei leichten
Elementen im chemischen Verhalten.
Wie bei Nukliden kann man stabile
Isotope und radioaktive
Isotope, auch Radioisotope
genannt, unterscheiden.
Die Massen von Isotopen eines Elements unterscheiden sich in der Regel
nur sehr wenig. Um Isotope voneinander zu trennen, gibt es verschiedene
Verfahren der
Isotopentrennung, beispielsweise
die Trennung in Ultrazentrifugen, in Massenspektrografen, durch Elektrolyse
oder Thermodiffusion.