











Solche Gleichstromwiderstände werden auch als ohmsche Widerstände bezeichnet.
Wechselstromwiderstände
Unter einem Wechselstromkreis
versteht man einen Stromkreis, in dem sich die Polarität der elektrischen
Quelle periodisch so ändert, dass sich auch die Flussrichtung periodisch
ändert. Wir beschränken uns auf die Betrachtung von sinusförmigem
Wechselstrom. Wie im Gleichstromkreis bilden auch im Wechselstromkreis
ohmsche Widerstände ein Hindernis für den Strom, also einen
elektrischen Widerstand. Darüber hinaus verhalten sich im Wechselstromkreis
auch Kondensatoren und Spulen
wie elektrische Widerstände. Man bezeichnet sie mit dem Oberbegriff
Wechselstromwiderstände.
Ohmsche Widerstände
Bauelemente, die im Gleichstromkreis einen konstanten Widerstandswert
besitzen und in denen die elektrische Energie ausnahmslos in nichtelektrische
Formen (thermische Energie, Lichtenergie) umgewandelt wird, besitzen den
gleichen Widerstandswert im Wechselstromkreis. Es gilt also:
Derartige Bauelemente nennt man ohmsche
Widerstände oder Wirkwiderstände.
Zu ihnen gehören alle Drahtwiderstände, also z.B. auch der Widerstand,
den der Draht einer Spule hat.
Untersucht man experimentell den zeitlichen Verlauf von Spannung und Stromstärke an einem solchen ohmschen Widerstand, dann zeigt sich, dass Spannung und Stromstärke in Phase sind (Bild 3). Das bedeutet: Spannung und Stromstärke erreichen zu gleichen Zeitpunkten den Wert null oder den Maximalwert. Zwischen Spannungskurve und Stromstärkekurve gibt es keine Phasenverschiebung oder einfacher: Die Phasenverschiebung zwischen Spannung und Stromstärke ist null.
Induktive Widerstände
Untersucht man den elektrischen Widerstand einer Spule im Gleichstromkreis
und im Wechselstromkreis, dann zeigt sich: Der elektrische Widerstand
der Spule ist im Wechselstromkreis wesentlich größer als im
Gleichstromkreis. Ursache dafür ist die Selbstinduktion.
Die im Wechselstromkreis in der Spule entstehende Selbstinduktionsspannung
und der mit ihr verbundene Selbstinduktionsstrom ist nach dem lenzschen
Gesetz so gerichtet, dass er der ursprünglichen Stromstärke
entgegenwirkt und sie somit schwächt. Damit wirkt eine Spule aufgrund
der Selbstinduktion wie ein Widerstand. Dieser Widerstand wird als induktiver
Widerstand bezeichnet. Da dem Stromkreis durch diesen Widerstand keine
Energie entzogen wird, bezeichnet man einen induktiven Widerstand auch
als Blindwiderstand.
Für den induktiven Widerstand gilt:

Neben diesem induktiven Widerstand aufgrund der Selbstinduktion hat eine
Spule auch immer noch den ohmschen Widerstand des Spulendrahtes, der aber
in der Regel deutlich kleiner ist als der induktive Widerstand. Das gilt
insbesondere für Spulen mit Eisenkern. Wie die verschiedenen Wechselstromwiderstände
zusammenwirken, ist in gesonderten Beiträgen unter den Titeln "Reihenschaltung
von Wechselstromwiderständen" und "Parallelschaltung von
Wechselstromwiderständen" zu finden.
Untersucht man den zeitlichen Verlauf von Spannung und Stromstärke
an einem solchen induktiven Widerstand, dann zeigt sich: An einer Spule
eilt die Spannung der Stromstärke um 90° oder T/4
voraus (Bild 4). Es besteht also zwischen Spannung und Stromstärke
eine Phasendifferenz. Der genannte Wert von 90° gilt für einen
reinen induktiven Widerstand und näherungsweise für eine Spule,
wenn deren induktiver Widerstand wesentlich größer als ihr
ohmscher Widerstand ist.
Kapazitive Widerstände
Schaltet man einen Kondensator in einen Gleichstromkreis, so lädt
er sich zwar auf, bildet aber dann einen unendlich großen Widerstand.
Im Wechselstromkreis kommt es dagegen zu einem ständigen Auf- und
Entladen. Ein Kondensator verhindert den Stromfluss nicht mehr. Er wirkt
vielmehr wie ein elektrischer Widerstand. Dieser Widerstand wird maßgeblich
durch die Kapazität des Kondensators bestimmt. Daher ist die Bezeichnung
kapazitiver Widerstand
üblich. Da dem Stromkreis durch diesen Widerstand keine Energie entzogen
wird, bezeichnet man einen kapazitiven Widerstand ebenso wie einen induktiven
Widerstand auch als Blindwiderstand.
Für den kapazitiven Widerstand gilt:

Untersucht man den zeitlichen Verlauf von Spannung und Stromstärke
an einem solchen induktiven Widerstand, dann zeigt sich: An einem Kondensator
eilt die Stromstärke der Spannung um 90° oder T/4
voraus (Bild 5). Es besteht also zwischen Spannung und Stromstärke
eine Phasendifferenz von 90° oder T/4.
Vergleich von ohmschem, induktivem
und kapazitivem Widerstand
Die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den drei Wechselstromwiderständen
werden besonders durch einen unmittelbaren Vergleich deutlich, so wie
er in den Bildern 6 und 7 dargestellt ist.
In Bild 6 sind neben den Schaltzeichen die energetischen Verhältnisse
dargestellt. Während der ohmsche Widerstand eines Bauelementes auf
der Umwandlung von elektrischer Energie in Wärme und Licht beruht,
sind induktiver und kapazitiver Widerstand mit keiner Energieumwandlung
in nichtelektrische Energieformen verknüpft - daher auch die Bezeichnung
Blindwiderstand. Vielmehr "pendelt" die Energie zwischen der
Quelle und dem Bauelement hin und her. Beim induktiven Widerstand wird
elektrische Energie der Quelle in Energie des Magnetfeldes der Spule umgewandelt
und umgekehrt. Beim kapazitiven Widerstand wird elektrische Energie der
Quelle in Energie des elektrischen Feldes des Kondensators umgewandelt
und umgekehrt.
Daher ist man bestrebt, dort, wo in Wechselstromkreisen der Einsatz eines
Widerstandes erforderlich ist, nach Möglichkeit verlustlose Blindwiderstände
zum Einsatz zu bringen. Spulen, die zu diesem Zweck verwandt werden, nennt
man Drosselspulen.
Die Möglichkeiten der Berechnung der Widerstände, ihre Frequenzabhängigkeit
und die Phasenlage zwischen Spannung und Stromstärke sind in Bild
7 angegeben. Die Phasenlage
zwischen Spannung und Stromstärke lässt sich im Zeigerdiagramm
darstellen (Bild 7 unten). Dazu ordnet man der Stromstärke zu einem
bestimmten Zeitpunkt die waagerechte Richtung nach links zu und zeichnet
die Phasenlage der Spannung entsprechend ein. Die Vorzeichen entsprechen
der mathematischen Festlegung des Drehsinns entgegen der Uhrzeigerrichtung.
Darstellung der Wechselstromgrößen
mithilfe komplexer Zahlen
Die folgenden Ausführungen können demjenigen, der Kenntnisse
über komplexe Zahlen
hat, zu einem besseren Verständnis der Beschreibungen der Vorgänge
im Wechselstromkreis verhelfen.
Zur Schreibweise: Eine komplexe Zahl wird durch Unterstreichung gekennzeichnet,
die imaginäre Einheit wird - um Verwechslungen zu vermeiden - durch
j dargestellt.
und a,b reell. Die zu
konjugiert komplexe Zahl wird mit
bezeichnet. Es gilt
.
Nach Bild 8 kann man eine komplexe Zahl auch darstellen durch
.
Insbesondere gilt die Darstellung durch die Exponentialfunktion:
.
Man benutzt die komplexe Darstellung, um über deren Realteil die
zeitlichen Verläufe von u und i darzustellen. Da der Realteil eine
Kosinusfunktion enthält, dreht man die gaußsche Ebene im Ursprung
um 90°. Somit kann mit den rotierenden Zeigern in der üblichen
Darstellung der Graph der Stromstärke oder Spannungskurve gezeichnet
werden (Bild 9).
Weil Kosinus- und Sinusfunktion nur durch eine Verschiebung entlang der
Abszissenachse zur Deckung gebracht werden können, erhält man
bei geeigneter Größe des Nullphasenwinkels die Darstellung
der Sinusfunktion.
Zur komplexen Darstellung einer sinusförmigen Wechselspannung nehmen
wir an, dass der Pfeil zum Zeitpunkt t um den Winkel
in der gaußschen Ebene gegen die reelle Achse gedreht sei. Dabei
ist
die Anfangslage
für t = 0 (Nullphasenwinkel). Hat die
Wechselspannung die Amplitude
,
lautet die komplexe Darstellung: 
Analog hierzu lässt sich die Stromstärke darstellen als: 
Mit dieser Darstellung lässt sich zeigen, dass bei beliebiger Phasenlage
von Stromstärke und Spannung gegeneinander der Quotient aus den Augenblickswerten
eine Konstante, eben den Wechselstromwiderstand Z
liefert.
Da bei einer derartigen Quotientenbildung stets der zeitabhängige
Anteil
herausfällt,
kann man auch mit ruhenden Zeigern arbeiten.
Man gibt je nach Anwendungsfall dem Nullphasenwinkel des Stromes oder
der Spannung den Wert null vor. Dann liegt bei
der Stromzeiger auf der reellen Achse, der Spannungszeiger ist um
dagegen gedreht.
Addieren sich etwa zwei Spannungen 
so werden die komplexen Zeiger geometrisch addiert.
Zwei Folgerungen aus der komplexen Darstellung seien noch hervorgehoben:
Für den Spannungsabfall über einer idealen Spule gilt
.
Ist der Strom ein sinusförmiger Wechselstrom, so gilt:
Da wegen der Ableitung u und i um
phasenverschoben sind, gilt: 
An einem Kondensator gilt
.
Wie bereits für die Berechnung der Ladung genutzt, ist
.
Setzt man hier wieder die komplexen Darstellungen ein, erhält man:
Das liefert den komplexen Widerstand
.
Dessen Betrag ist
.
Da die Sinusfunktion des Stromes integriert wird, ist die Spannung dagegen
um
phasenverschoben.
Auch weist der Zeiger für den komplexen Widerstand auf der imaginären
Achse nach unten:
.