




Reale
und reine Wechselstromwiderstände
Unter Wechselstromwiderständen versteht man ohmsche, induktive und
kapazitive Widerstände. Für die Parallelschaltung solcher Widerstände
(Bild 1) gelten im Wechselstromkreis
andere Gesetze als für Widerstände im Gleichstromkreis.
Wir betrachten dabei reine
Widerstände der jeweiligen Art. Das bedeutet beispielsweise für
eine Spule: Eine reale Spule hat sowohl einen induktiven als auch einen
ohmschen Widerstand und kann damit als Reihenschaltung eines rein induktiven
und eines rein ohmschen Widerstandes angesehen werden. Wir betrachten nur
den induktiven Anteil des Widerstandes, also die Spule als rein induktiven
Widerstand. Analog wird beim ohmschen Widerstand und kapazitiven Widerstand
verfahren, denn auch ein ohmscher Widerstand kann einen induktiven Anteil
haben. Während man im Fall des Drahtwiderstandes unmittelbar die spulenartigen
Drahtwindungen sieht, bleibt das bei Schichtwiderständen meist verborgen.
Tatsächlich wird auf einem Träger eine leitende Schicht aufgetragen,
aus der durch einen spiralig umlaufenden Fräsvorgang leitendes Material
abgetragen wird, so dass eine wendelartig umlaufende Schicht übrig
bleibt. Auf diese Weise wird der geforderte Widerstandswert erzeugt. Es
ist unmittelbar einzusehen, dass dieser spulenartige Aufbau zu einem induktiven
Anteil führt. Dieser ist allerdings in der Regel so klein, dass man
ihn vernachlässigen kann. Trotzdem gilt:
Die allgemeine Behandlung der Zusammenschaltung beliebiger Wechselstromwiderstände ist mit den in der Schule zur Verfügung stehenden mathematischen Kenntnisse nicht möglich und auch nicht erforderlich.
Nachfolgend ist der vereinfachte Fall der Parallelschaltung
von einem rein ohmschen, induktiven und kapazitiven Widerstand dargestellt.
Parallelschaltung von Wechselstromwiderständen
Es werden ein ohmscher Widerstand R (Wirkwiderstand),
ein induktiver Widerstand
und ein kapazitiver Widerstand
parallel geschaltet, so wie es Bild 1 zeigt. Induktiver und kapazitiver
Widerstand werden auch als Blindwiderstand
bezeichnet. Den Gesamtwiderstand im Wechselstromkreis
nennt man Scheinwiderstand
Z.
Für eine solche Parallelschaltung gilt zunächst wie im Gleichstromkreis,
dass die Spannung im Stromkreis überall den gleichen Wert hat.
Um die Verhältnisse bei den Widerständen zu klären, stellt
man sie in einem Zeigerdiagramm
dar (Bild 2).
Als Scheinwiderstand (Gesamtwiderstand) Z ergibt sich:

Aus den Gleichungen ergibt sich auch:
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Der Scheinwiderstand erreicht ein Maximum, wenn induktiver und kapazitiver Widerstand gleich groß sind (Bild 3). Die Gesamtstromstärke ist in diesem Fall minimal. |
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Bei gegebener Induktivität und Kapazität
ist der Scheinwiderstand und damit auch die Stromstärke frequenzabhängig,
denn für die .
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Der frequenzabhängige Verlauf des Gesamtwiderstandes ist in Bild 3 dargestellt. Das Maximum des Widerstandes und damit das Minimum der Gesamtstromstärke wird unter folgender Bedingung erreicht:

Der letzte Ausdruck ist nicht anderes als die thomsonsche
Schwingungsgleichung. Im Resonanzfall
hat der Scheinwiderstand ein Maximum und damit die Gesamtstromstärke
in Minimum. Die Teilströme durch die Blindwiderstände sind in
diesem Fall größer als der Gesamtstrom. Man spricht dann von
Stromresonanz.
Aus dem Zeigerdiagramm der Widerstände (Bild 2) ergibt sich auch
unmittelbar die Phasenverschiebung
zwischen Stromstärke
und Spannung:

Je nach dem Verhältnis der Blindwiderstände eilt die Spannung
der Stromstärke voraus oder bleibt hinter ihr zurück. Das liefert
unterschiedliche Vorzeichen für die Phasenverschiebung.