



Kennzeichnung
physikalische Größen
Physikalische Größen sind spezielle Fachbegriffe.
Sie unterscheiden sich von anderen Fachbegriffen dadurch, dass sie messbare
Eigenschaften von Objekten beschreiben.
Wie jeder andere Fachbegriff wird eine physikalische Größe durch
ihre Bedeutung gekennzeichnet. Die Bedeutung der Größe gibt an,
welche Eigenschaft der Objekte beschrieben wird.
Beispiele:
Neben der Bedeutung der Größe kann für ein konkretes
Objekt auch der Ausprägungsgrad der Eigenschaft gemessen und angegeben
werden. Man nennt diesen Ausprägungsgrad auch Wert
der Größe. Er wird in Form einer Maßzahl
und einer Einheit (Maßeinheit)
angegeben.
Beispiel: Die Einheit der Geschwindigkeit
ist ein Meter je Sekunde (1 m/s). Für ein Auto kann dann der Wert
der Größe angegeben werden, z.B.: Die Geschwindigkeit beträgt
20 m/s. 20 ist die Maßzahl, m/s die Einheit.
Genauere Hinweise zu den Einheiten sind unter dem Stichwort "Einheiten
physikalischer Größen" zu finden.
Außerdem ist für jede Größe ein Formelzeichen als
Abkürzung festgelegt, manchmal auch zwei. Darüber hinaus gehört
zur vollständigen Charakterisierung einer Größe die Angabe
eines Messgerätes
oder eines Messverfahrens
zur Bestimmung des Wertes der Größe.
Beispiel: Für die Geschwindigkeit
ist das Formelzeichen v
vereinbart. Die Lichtgeschwindigkeit wird mit c
bezeichnet. Man kann die Geschwindigkeit mithilfe von Tachometern direkt
messen oder durch Weg- und Zeitmessung ermitteln.
In der nachfolgenden Übersicht sind einige weitere Beispiele für
die Kennzeichnung von Größen genannt.
| Größe | Temperatur | Dichte |
| Formelzeichen | ![]() |
![]() |
| Bedeutung | Die Temperatur gibt an, wie warm oder kalt ein Körper ist. | Die Dichte gibt an, welche Masse ein Kubikzentimeter eines Stoffes hat. |
| Einheiten | ein Grad Celsius (1 °C) ein Kelvin (1 K) |
ein Gramm durch Kubikzentimeter |
| Messgerät | Thermometer | Aräometer (Dichtemesser) |
| Berechnung | ![]() |
![]() |
Vektorielle und skalare Größen
In der Physik unterscheidet man Größen, die von ihrer Richtung
abhängig sind, von richtungsunabhängigen Größen.
Solche Größen, bei denen die messbare Eigenschaft sowohl durch
einen Betrag als auch durch eine Richtung gekennzeichnet ist, nennt man
gerichtete Größen
oder vektorielle
Größen. Beispiele für solche vektoriellen Größen
sind Kraft, Geschwindigkeit, Beschleunigung, Impuls (Bild 3) oder elektrische
Feldstärke.
Gerichtete oder vektorielle Größen werden mit einem Pfeil über
dem Formelzeichen gekennzeichnet.
Beispiele:
| Kraft | ![]() |
| Geschwindigkeit | ![]() |
| Beschleunigung | ![]() |
In Skizzen werden sie als Pfeile dargestellt (Bild 3).
Bei der Addition oder Subtraktion
vektorieller Größen ist ihre Richtung zu beachten. Haben
zwei vektorielle Größen die gleiche Richtung, so hat auch die
resultierende Größe diese Richtung. Die Beträge addieren
sich (Bild 4). Haben die beiden Größen die entgegengesetzte
Richtung, so subtrahieren sich die Beträge voneinander. Die Richtung
der resultierenden Größe hängt davon ab, welche der beiden
Größen den größeren Betrag hat.
Sollen dagegen vektorielle Größen addiert werden, die unterschiedliche
Richtungen haben, so muss man die Richtungen jeder einzelnen Größe
beachten. Die resultierende
vektorielle Größe kann man durch geometrische Addition
in einer Zeichnung ermitteln.
Solche Größen, bei denen die messbare Eigenschaft nur durch
einen Betrag gekennzeichnet ist, nennt
man ungerichtete
Größen oder skalare
Größen. Beispiele für solche skalaren Größen
sind Masse, Temperatur, Druck, Dichte oder Energie.
Misst man z. B. in einer Flüssigkeit in einer bestimmten Tiefe den
Druck, dann stellt man fest: Der Druck
ist in einer bestimmten Tiefe immer gleich groß, unabhängig
davon, in welche Richtung man die Mess-Sonde dreht (Bild 5). Entsprechendes
gilt auch für die Temperatur eines Körpers und für andere
skalare Größen.
Die quantitative Angabe von skalaren Größen erfolgt durch Maßzahl und Einheit, also z. B. in folgender Form:

m = 4,7 kg
p = 101 kPa
Bei den meisten skalaren Größen kann man die Beträge der einzelnen Größen addieren. Werden z. B. eine Masse von 100 g Mehl und 50 g Zucker zusammengeschüttet, so erhält man die Gesamtmasse durch Addition:

m = 100 g + 50 g
m = 150 g
Entsprechendes gilt auch für die Subtraktion skalarer Größen.
Hinweis: Die obige Aussage gilt z.B.
nicht allgemein für das Volumen. Gibt man zu einem Liter Wasser 2
Liter Wasser hinzu, so erhält man 3 Liter. Mischt man aber 1 Liter
Wasser mit 1 Liter Alkohol, so beträgt das Volumen der Mischung weniger
als 2 Liter.
Zustands- und Prozessgrößen
Physikalische Größen kann man danach unterscheiden, ob sie
den Zustand eines Körpers bzw. eines Systems oder ob sie einen Vorgang
bzw. Prozess kennzeichnen. Solche Größen, die den Zustand eines
Körpers bzw. eines physikalischen Systems kennzeichnen, bezeichnet
man als Zustandsgrößen. Beispiele für Zustandsgrößen
sind die Energie E eines Körpers, die
Temperatur T in einem Raum, der Druck p
im Zylinder eines Verbrennungsmotors oder der Impuls p
eines Körpers.
Solche Größen, die einen Vorgang bzw. einen Prozess kennzeichnen,
nennt man Prozessgrößen. Beispiele für solche Prozessgrößen
sind die Wärme Q, die Arbeit W
oder der Kraftstoß I.
Die Wärme Q beschreibt den Vorgang der
Energieübertragung zwischen Körpern, die Arbeit W
den Vorgang, dass durch eine Kraft ein Körper bewegt oder verformt
wird, der Kraftstoß I die kurzzeitige
Beeinflussung eines Körpers durch eine Kraft.
Erhaltungsgrößen
Es gibt einige physikalische Größen, die in einem abgeschlossenen
physikalischen System konstant sind und für die in einem solchen
abgeschlossenen System ein Erhaltungssatz gilt. Solche physikalischen
Größen werden als Erhaltungsgrößen
bezeichnet. Beispiele dafür sind die Masse
m (in der klassischen Physik), die Energie
E , der Impuls
p, der Drehimpuls L
oder die elektrische Ladung Q.
So gilt z. B. in einem abgeschlossenen System der Energieerhaltungssatz:
Die Energie in einem abgeschlossenen System ist
konstant. Es gilt: ![]() |
Wechselwirkungsgrößen
Es gibt einige physikalische Größen, die die Wechselwirkung
zwischen Körpern oder zwischen Systemen beschreiben. Solche physikalischen
Größen werden als Wechselwirkungsgrößen
bezeichnet. Eine typische Wechselwirkungsgröße ist die Kraft.
Sie gibt an, wie stark zwei Körper aufeinander einwirken.
Die Kräfte, die auf zwei wechselwirkende Körper wirken, sind
immer gleich groß und entgegengesetzt gerichtet.
Auch die mechanische Arbeit W oder die Wärme
Q können als Wechselwirkungsgrößen
aufgefasst werden, da sie die Wechselwirkung zwischen Körpern bzw.
Systemen beschreiben.
Stoffkonstanten und Naturkonstanten
Stoffkonstanten wie z.B.
die Dichte eines Stoffes, sein spezifischer elektrischer Widerstand oder
seine Siedetemperatur sind ebenfalls physikalische Größen,
die aber die spezifischen Eigenschaften von Stoffen kennzeichnen.
Das Analoge gilt für Naturkonstanten, z.B. für die Gravitationskonstante
oder die Vakuumlichtgeschwindigkeit. Auch solche Naturkonstanten sind
physikalische Größen mit dem spezifischen Charakter, dass sie
einen bestimmten, durch natürliche Bedingungen gegebenen Wert haben.
Weitere Beispiele sind unter dem Stichwort "Naturkonstanten"
zu finden.