


Ein entscheidender Schritt gelang W. WIEN 1896 mit
der Formulierung seines Strahlungsgesetzes, das den Verlauf der Strahlungsintensität
bei kleinen Wellenlängen richtig beschrieb. Für größere
Wellenlängen hatten die englischen Physiker J. W. S. RAYLEIGH und
J. J. JEANS ein Modell entwickelt (Bild 2). Es gab aber kein Modell, das
über den gesamten Wellenlängenbereich hinweg den Verlauf der
Strahlungsintensität richtig beschrieb.
MAX PLANCK, der die Ergebnisse der experimentellen Untersuchungen und
des theoretischen Standes kannte, entwickelte daraufhin eine Strahlungsformel,
die exakt die experimentellen Zusammenhänge beschrieb. Diese Strahlungsformel
stellte er am 19. Oktober 1900 auf einer Sitzung der Berliner Physikalischen
Gesellschaft in einem Vortrag mit dem Titel "Eine Verbesserung der
Wienschen Spektralgleichung" vor. Etwa 2 Monate später, am 14.
Dezember 1900, gab er an gleicher Stelle eine theoretische Begründung
dieser Strahlungsformel und sagte u.a.:
Wenn die Energie als uneingeschränkt teilbare
Größe angesehen wird, ist die Verteilung auf unendlich verschiedene
Arten möglich. Wir betrachten aber - und das ist der wesentliche
Punkt der ganzen Betrachtung - E als zusammengesetzt aus einer ganz bestimmten
Anzahl gleicher Teile und bedienen uns hierzu der Naturkonstanten
(erg ist eine heute nicht mehr gebräuchliche Energieeinheit:
).
Diese Konstante mit der gemeinsamen Schwingungszahl f der Resonatoren
multipliziert ergibt das Energieelement
.
Der 14. Dezember gilt heute als der Geburtstag der
Quantentheorie. Die von PLANCK entwickelten Vorstellungen zur quantenhaften
Emission von Strahlung standen im Gegensatz zu der jahrhundertelang vertretenen
Auffassung "Natura non facit saltus (Die Natur macht keine Sprünge).
PLANCK selbst war bestürzt über die Folgerungen, die sich aus
seiner Entdeckung ergeben, und sträubte sich längere Zeit gegen
seine eigene Erkenntnis. Auch viele andere Physiker lehnten die plancksche
Theorie zunächst ab
Der erste bedeutende Physiker, der den genialen Gedanken der quantenhaften
Emission und Absorption von Strahlung aufgriff und schöpferisch weiterführte,
war ALBERT EINSTEIN (1879-1955).
In der 1905 veröffentlichten Arbeit "Über einen die Erzeugung
und Verwendung des Lichtes betreffenden heuristischen Gesichtspunkt",
formulierte EINSTEIN die entscheidende Überlegung: Die Energie von
Licht wird diskontinuierlich übertragen. Licht verhält sich
so, als ob es aus einzelnen Energieportionen (Lichtquanten, Photonen)
bestünde. Er formulierte in dieser Arbeit auch die berühmte
Gleichung
.
Wie umstritten dieser Auffassung waren, formulierten die Physiker PLANCK,
NERNST, RUBENS und WARBURG im Zusammenhang mit der Aufnahme von ALBERT
EINSTEIN in die Preußische Akademie der Wissenschaften 1913 so:
"Dass er in seinen Spekulationen gelegentlich auch einmal über das Ziel hinausgeschossen haben mag, wie z. B. in seiner Hypothese der Lichtquanten, mag man ihm nicht allzu schwer anrechnen dürfen; denn ohne einmal ein Risiko zu wagen, lässt sich auch in der exaktesten Naturwissenschaft keinerlei wirkliche Neuerung einführen."
Die beschriebenen wissenschaftlichen Leistungen von
PLANCK und EINSTEIN wurden erst spät voll anerkannt. MAX PLANCK erhielt
dafür 1918 den Nobelpreis für Physik; ALBERT EINSTEIN erhielt
ihn 1921 für seine Verdienste um die theoretische Physik, besonders
für seine Entdeckung des Gesetzes des fotoelektrischen Effekts.
Bestimmung des
planckschen Wirkungsquantums
Das plancksche Wirkungsquantum kann mit einer experimentellen Anordnung
bestimmt werden, wie sie in Bild 3 dargestellt ist. Dazu wird mit einer
Vakuum-Fotozelle quantitativ untersucht, wie die kinetische Energie der
Elektronen von der Frequenz des verwendeten Lichtes abhängt. Licht
fällt auf eine Katode aus Alkalimetall. Solche Katoden haben eine
relativ geringe Austrittsarbeit, sodass schon bei sichtbarem Licht Elektronen
aus der Katode austreten können. Die austretenden Elektronen besitzen
eine bestimmte maximale kinetische Energie. In der Röhre fließt
ein Strom. Vergrößert man die Gegenspannung zwischen Katode
und Anode, so werden die Elektronen in dem Gegenfeld abgebremst. Man spricht
hier auch von der Gegenfeldmethode.
Wenn die kinetische Energie der Elektronen nicht mehr ausreicht, um das
Gegenfeld zu überwinden, ist die Stromstärke I
= 0. Für diesen Grenzfall gilt:

Dabei ist U die Spannung zwischen Anode und
Katode bei I = 0 und damit das Produkt
gleich der Arbeit gegen das elektrische Feld.
Bestrahlt man die Katode der Fotozelle mit Licht verschiedener
Frequenz, so erhält man einen Zusammenhang zwischen Energie und Frequenz.
Er ist in Bild 4 für eine spezielle Katode (Caesium auf Wolfram)
dargestellt. Der Anstieg der Geraden ist der Quotient
.
Er ist gleich dem planckschen Wirkungsquantum.
Bedeutung des planckschen
Wirkungsquantums
Heute wissen wir: Das plancksche Wirkungsquantum ist eine fundamentale
Naturkonstante, die grundlegende
Bedeutung für die Beschreibung der Energieportionen hat, die Quanten
zuzuordnen sind. Mit ihrer Hilfe lässt sich z.B. die Emission und
Absorption von Licht quantitativ beschreiben, ebenso die Energie von Röntgenquanten
oder Gammastrahlung. Das plancksche Wirkungsquantum spielt auch bei der
heisenbergschen Unschärferelation
eine Rolle, hängt doch die Unbestimmtheit von Ort und Impuls von
dem Term
ab.