
Radioaktivität ist die Erscheinung bei einer Reihe von Nukliden, sich von selbst, ohne äußere Einwirkung, umzuwandeln und dabei eine charakteristische Strahlung abzugeben. Diese Strahlung wird als radioaktive Strahlung bezeichnet und kann Alphastrahlung, Betastrahlung oder Gammastrahlung sein.
Natürliche
Radioaktivität
Die natürliche Radioaktivität
wurde 1896 von dem französischen Physiker HENRI
BECQUEREL (1852-1908) am Uran entdeckt. Uran, das auf einer lichtdicht
verpackten Fotoplatte abgelegt war, bewirkte eine deutliche Belichtung
der Fotoplatte (Bild 1), die nur durch eine bis dahin unbekannte Art von
Strahlung hervorgerufen sein konnte. Sie wurde zunächst als BECQUEREL-Strahlung
bezeichnet. 1898 fanden MARIE CURIE (1867-1934) und ihr Ehemann PIERRE
CURIE (1859-1906) die radioaktiven Elemente Polonium und Radium. Sie führten
auch den Begriff Radioaktivität
und radioaktive Strahlung in die Wissenschaft
ein.
Heute sind ca. 50 verschiedene natürliche Radionuklide
bekannt. Mit wenigen Ausnahmen, z. B. Kohlenstoff-14, sind es Atomkerne
von schweren Elementen, also von Elementen mit Ordnungszahlen zwischen
81 (Thallium) und 92 (Uran). Oberhalb der Ordnungszahl 83 (Bismut) zeigen
alle in der Natur vorkommenden Atomkerne Radioaktivität und lassen
sich in eine Zerfallsreihe einordnen,
von denen es in der Natur vier verschiedene gibt.
Künstliche
Radioaktivität
Es ist auch möglich, Radionuklide durch Bestrahlung von Atomkernen
mit Teilchen (z. B. Neutronen, Protonen, Alphateilchen) zu erzeugen. Die
Erscheinung, dass künstlich hergestellte Nuklide radioaktiv sein
können, wird als künstliche Radioaktivität
bezeichnet.
Bild 2 zeigt ein Beispiel: Bei Bestrahlung von Beryllium mit doppelt positiv
geladenen Heliumkernen (Alphastrahlung) entsteht ein Kohlenstoffisotop.
Es zerfällt unter Abgabe eines Neutrons und von Gammastrahlung.
Die künstliche Radioaktivität wurde
1934 von dem Ehepaar IRENE JOLIOT-CURIE
(1897-1956) und FREDERIC JOLIOT-CURIE
(1900-1958) entdeckt. Sie bestrahlten Aluminium mit Alphateilchen und
beobachteten die Emission von Positronen:

Heute sind insgesamt über 2.770 verschiedene Nuklide bekannt, von denen die meisten künstliche Radionuklide sind.
Quellen der Radioaktivität
Radioaktivität in der Natur hat im Wesentlichen vier verschiedene
Quellen:
Kosmische Strahlung selbst ist - wenn auch zu einem kleinen Teil - radioaktive Strahlung.