





Die ersten Schritte
Bereits 1959 umrundete die sowjetische Sonde "Luna 3" den Mond
und lieferte erste Bilder von der Rückseite
des Erdtrabanten, die aufgrund der gebundenen Rotation des Mondes
von der Erde aus nicht zu sehen ist. Weitere wichtige Schritte waren eng
mit dem sowohl von den USA als auch von der UdSSR angezielten bemannten
Flug zum Mond verbunden:
Die Vorbereitung des amerikanischen
Mondfluges
In den USA begannen nach dem "Sputnikschock"
des Jahres 1957 intensive Bemühungen, den Vorsprung der sowjetischen
Wissenschaftler im Bereich der Weltraumfahrt aufzuholen und nachzuweisen,
dass die USA in diesem Bereich mindestens genauso leistungsfähig
oder sogar führend sind.
Das spektakulärste Projekt, das dabei in Angriff genommen wurde, war der bemannte Flug zum Mond. Ausgangspunkt dafür war eine Rede des US-amerikanischen Präsidenten JOHN F. KENNEDY, die er am 25. 5. 1961 hielt. In dieser Rede sagte er vor dem Kongress u. a.:
"Der Weltraum steht uns offen, und wir lassen uns in unseren Bestrebungen, an seiner Bedeutung teilzuhaben, nicht von den Leistungen anderer beeinflussen. Uns drängt es zur Raumfahrt, denn an allen Unternehmungen der Menschheit muß der freie Mensch voll und ganz teilhaben können. Ich bin der Ansicht, daß es sich unsere Nation zum Ziel setzen sollte, noch vor Ende dieses Jahrzehnts eine bemannte Mondlandung durchzuführen und die Besatzung wohlbehalten zur Erde zurückzubringen. Kein Raumfahrtprojekt dieser Epoche wird für die Menschheit so eindrucksvoll und für die weitere Erforschung des Alls so bedeutend sein wie dieses, und keines wird sich so schwer verwirklichen lassen. Es wird nicht ein Mensch allein zum Mond fliegen, sondern ein ganzes Volk."
Realisiert wurde dieses Projekt 1969. Bis dahin waren aber noch zahlreiche Schritte zu gehen, insbesondere im wissenschaftlich-technischen Bereich. Wesentliche Schritte auf dem Weg zum Mond waren:
Die entscheidende Mission
Am 16. Juli 1969 begann die entscheidende Mission: Apollo 11 mit den drei
Astronauten NEIL ARMSTRONG, MICHAEL COLLINS und EDWIN ALDRIN (Bild 5)
startete in Richtung Mond. Am 19. Juli bog Apollo 11 planmäßig
in eine Mondumlaufbahn ein und näherte sich allmählich der Mondoberfläche
bis auf 85 km. NEIL ARMSTRONG
und EDWIN ALDRIN stiegen in
die Mondfähre um, MICHAEL COLLINS blieb im Mutterschiff, das weiter
den Mond umkreiste. Am 21. Juli 1969 betrat NEIL ARMSTRONG als erster
Mensch die Mondoberfläche. Kurz darauf folgt EDWIN ALDRIN. NEIL ARMSTRONG
kommentiert die Direktübertragung, die ca. 600 Millionen Menschen
im Fernsehen verfolgten, mit den Worten:
Ich bin am Fuß der Leiter. Die LM (lunar module)-Füße drücken nur ein oder zwei Zoll in die Oberfläche ein, obwohl sie sehr feinkörnig wirkt, wenn man näherkommt. Sie ist fast wie Puder. Ich steige jetzt vom LM herunter.
Dann sprach er den berühmten Satz:
That's one small step for a man; one gigant leap for
mankind. (Übersetzt wird dieser Satz meist als: Das
ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein gewaltiger Sprung
für die Menschheit.)
Dieser "Sprung" erfolgte am 21. 7. 1969 um 3.56 MEZ. Die beiden Astronauten hielten sich 22 Stunden auf dem Mond auf, darunter 2 Stunden außerhalb der Mondfähre. Bild 6 zeigt die Mondfähre auf der Mondoberfläche. Am 24. Juli um 17.51 MEZ landete die Rückkehrkapsel im Pazifik und wurde durch einen Flugzeugträger geborgen. Der Flug war auch aus wissenschaftlicher Hinsicht von Interesse. Die Astronauten brachten etwa 21 kg Mondgestein mit auf die Erde.
Das Apollo-Programm wurde mit den Mondflügen von Apollo 12 (November 1969), Apollo 13 (April 1970), Apollo 14 (Januar 1971), Apollo 15 (Juli 1971) und Apollo 16 fortgesetzt. Die letzte Apollo-Mission erfolgte im Dezember 1972. An der auf dem Mond verbliebenen Landestufe von Apollo 17 ist eine Plakette mit folgender Inschrift angebracht:
"Hier beendete der Mensch seine erste Erkundung des Mondes. Dezember 1972 A. D. Möge sich der Geist des Friedens, in dem wir kamen, im Leben der ganzen Menschheit widerspiegeln."
Das 10-jährige Apollo-Programm kostete ca. 100 Mrd. Mark. Auf seinem Höhepunkt waren ca. 400 000 Fachkräfte in mehr als 20.000 Firmen dafür eingesetzt.
Die Rakete Saturn V
Für das Mondlandeunternehmen, dessen technischer Leiter der Deutsche
WERNHER VON BRAUN (1912-1977)
war, wurde eine Rakete entwickelt, die bis heute als die mächtigste
je entwickelte Rakete gilt - die Saturn V. Bild 3 zeigt den Aufbau dieser
Rakete. Auch an der Entwicklung dieser Rakete war WERNHER VON BRAUN maßgeblich
beteiligt. BRAUN war bis 1945 als technischer Leiter der Heeresversuchsanstalt
Peenemünde tätig und nahm entscheidend an der Entwicklung der
deutschen Rakete A 4, bekannter unter dem Namen V 2, teil. Er und viele
andere Mitarbeiter aus Peenemünde gingen 1945 in die USA und arbeiteten
weiter in der Raketenforschung.
Die Saturn V hatte folgende Abmessungen und Parameter:
| Höhe | 112 m |
| Startmasse mit Nutzlast | 2890 t |
| Masse der Treibstoffe | 2525 t |
| Länge der 1. Stufe | 42 m |
| Durchmesser der 1. Stufe ca. | 10 m |
| Treibstoffmasse für die 1. Stufe | 2000 t |
| Treibstoffdurchsatz 1. Stufe | 13,5 t/s |
| Masse Mondfähre insgesamt | 14, 69 t |
| Masse Aufstiegsteil der Mondfähre | 4,67 t |
Die sowjetischen Bemühungen
Auch die Sowjetunion hat Versuche unternommen, Menschen zum Mond zu schicken.
Über diese Versuche ist nur wenig bekannt, manches wurde durch amerikanische
Spionagesatelliten erkundet.
So wurde in den sechziger Jahren auch in der Sowjetunion eine Großrakete,
vergleichbar mit der Saturn V, entwickelt. Diese Rakete, die N-1, war
1968 flugbereit und wurde mehrfach von amerikanischen Satelliten auf der
Startrampe fotografiert. Daneben gab es auch Ansätze für eine
bemannte Mondumkreisung.
Beim ersten Startversuch der N-1 am 21. Februar 1969 trat nach 70 s ein
Feuer in der 1. Stufe auf, der zweite Start einer N-1 am 3. Juli 1969
misslang ebenfalls. Nach ca. 10 s Aufstieg schalteten sich wegen eines
Feuers alle Triebwerke ab. Die vollbetankte Rakete fiel auf die Rampe
zurück, explodierte und richtete schwere Schäden an. Auf weitere
Versuche wurde verzichtet.
Die sowjetischen Wissenschaftler konzentrierten sich in der Folgezeit auf unbemannte Flüge. Bemerkenswert sind dabei vor allem zwei Flüge: Im September 1970 landete die sowjetische Sonde "Luna 16" weich auf der Mondoberfläche, entnahm Bodenproben und kehrte auf die Erde zurück. Im September 1970 folgte "Luna 17". Mit dieser Mission wurde ein automatisches Fahrzeug "Lunachod" (Bild 7) auf die Mondoberfläche transportiert. Mit seiner Hilfe konnten zahlreiche Untersuchungen durchgeführt werden.
Die wissenschaftlichen Ergebnisse
Nach Beendigung des Apollo-Programms wurde folgende wissenschaftliche
Bilanz gezogen:
Untersuchung der kosmischen Strahlung auf der Mondoberfläche und im Raum zwischen Erde und Mond.