









Arten der Reibung
Körper können aufeinanderhaften, gleiten oder rollen. Entsprechend
unterscheidet man zwischen Haftreibung, Gleitreibung und Rollreibung.
Die betreffenden Kräfte werden als Haftreibungskraft, Gleitreibungskraft
bzw. Rollreibungskraft bezeichnet.
Bild 2 gibt einen Überblick über die drei Arten der Reibung.
Ein Beispiel für Haftreibung
wäre ein Auto mit angezogener Bremse, das auf einer abschüssigen
Straße steht. Hier wirkt zum einen die Haftreibungskraft zwischen
den Bremsscheiben und den Bremsbacken, zum anderen die Haftreibung zwischen
den Rädern und der Straße. Die Haftreibung verhindert die Bewegung
des Autos.
Beispiele für Gleitreibung
sind das Gleiten mit Skiern auf Schnee, Schlittschuhfahren oder das Herabgleiten
an einer Kletterstange.
Rollreibung ist vorhanden,
wenn Räder oder Kugeln auf anderen Körpern rollen, so wie das
bei Fahrzeugen oder Kugellagern der Fall ist.
Je nach den gegebenen Bedingungen können bei zwei gegebenen Körpern
die verschiedenen Arten von Reibung auftreten. Betrachten wir als Beispiel
die Räder eines Pkw. Bei einem stehenden und natürlich auch
bei einem fahrenden Pkw ritt Haftreibung zwischen den Reifen der Straße
auf. Nur dadurch ist überhaupt ein sicheres Fahren möglich.
Darüber hinaus rollen die Räder auf der Straße. Es ist
also auch Rollreibung vorhanden. In extremen Fällen, z.B. bei eisglatten
Straßen, können die Räder auch rutschen und damit Gleitreibung
auftreten. Vergleicht man für zwei gegebenen Körper die Beträge
der Reibungskräfte, so gilt in der Regel:
Die Haftreibungskraft ist größer als die Gleitreibungskraft
und diese ist größer als die Rollreibungskraft.
Ursachen für das Auftreten von
Reibung
Die wesentliche Ursache für
das Auftreten von Reibungskräften liegt in der Oberflächenbeschaffenheit
der Körper begründet, die sich berühren. Diese Berührungsflächen
sind mehr oder weniger rau. Selbst scheinbar glatte Flächen sind,
wenn man sie unter einer Lupe oder einem Mikroskop betrachtet, uneben
(Bild 3). Liegen die Körper aufeinander oder bewegen sie sich
gegeneinander, so "verhaken" sich die Unebenheiten der Flächen.
Damit wird die Relativbewegung gehemmt oder verhindert.
Berechnung der Reibungskraft
Der Betrag der bei Reibung auftretenden Reibungskraft
ist abhängig
Der Betrag der Reibungskraft ist umso größer, je größer die Normalkraft und die Reibungszahl sind. Die Reibungskraft kann berechnet werden mit der Gleichung:
Dabei ist bezüglich der Rollreibung folgende Besonderheit zu beachten:
Die Rollreibungszahl
wird auch als Fahrwiderstandszahl
bezeichnet. Nutzt man diese Größe, kann man die oben genannte
Gleichung anwenden. Werte für die Fahrwiderstandszahl sind in Bild
5 gegeben.
Für die Rollreibungskraft findet man aber auch folgende Beziehung:
Die Zusammenhänge sind in Bild 6 erläutert. Vergleicht man beide
genannten Gleichungen miteinander, so ist erkennbar: Für die Rollreibung
ergibt sich die Fahrwiderstandszahl (Rollreibungszahl) als:
Strömungswiderstand
Wird ein Körper von einer Flüssigkeit oder einem Gas umströmt,
dann wird die Bewegung des Körpers gehemmt. Das ist z. B. der Fall,
wenn sich ein Auto oder ein Vogel gegenüber Luft bewegen (Bild 7).
Ähnlich ist das bei einem Fisch im Wasser oder bei einem Radfahrer,
insbesondere wenn er gegen den Wind fährt.
Der jeweilige Stoff (z. B. Luft oder Wasser) und der sich bewegende Körper
wirken aufeinander ein. Diese Wechselwirkung
führt zu einer Kraft, die die Bewegung hemmt.
Man nennt diesen bewegungshemmenden Widerstand Strömungswiderstand,
im Falle von Luft auch Luftwiderstand.
Der Strömungswiderstand entsteht vor allem durch eine Wirbelbildung
hinter umströmten Körpern, also dann, wenn die Strömung
um den Körper verwirbelt ist. Hinweise zu dieser Art der Strömung
sind unter dem Thema "Strömende
Flüssigkeiten und Gase" zu finden. Die Kraft, die die
Bewegung des Körpers hemmt, heißt Strömungswiderstandskraft.
Faktoren, die den Strömungswiderstand
beeinflussen
Bei Körpern, die eine Stromlinienform
besitzen oder die sich sehr langsam in einer Strömung bewegen, treten
kaum Wirbel auf.
Der Strömungswiderstand ist in diesem Fall gering.
Der Strömungswiderstand eines Körpers ist umso größer,
Er ist auch abhängig von der Form und von der Oberflächenbeschaffenheit
des Körpers. Eckige Formen und raue Oberflächen vergrößern
in der Regel den Strömungswiderstand. Bild 8 zeigt die Abhängigkeit
des Strömungswiderstandes von der Körperform. Setzt man den
Strömungswiderstand bei einem stromlinig geformten Körper mit
1 an, so ist z. B. der Strömungswiderstand bei einer Kugel mit gleicher
Querschnittsfläche, gleicher Oberflächenbeschaffenheit und gleicher
Strömungsgeschwindigkeit
8-mal so groß.
Berechnung des Strömungswiderstandes
Wir betrachten als Beispiel die Berechnung
des Luftwiderstandes. Den Betrag
der Strömungswiderstandskraft (man spricht im Falle von Luft von
Luftwiderstandskraft oder häufig
auch einfach vom Luftwiderstand) kann mit folgender Gleichung berechnet
werden:
Die Luftwiderstandszahl ist von der
Form und von der Oberflächenbeschaffenheit des jeweiligen Körpers
abhängig. Bild 9 zeigt einige Durchschnittswerte. Bei modernen
Pkw liegt die Luftwiderstandszahl bei etwa 0,3. Für die Praxis von
besonderer Bedeutung ist die Zunahme des Luftwiderstandes mit dem Quadrat
der Geschwindigkeit. Das bedeutet: Verdoppelt ein Pkw seine Geschwindigkeit,
so vergrößert sich sein Luftwiderstand um das Vierfache. Bei
Vergrößerung der Geschwindigkeit um den Faktor 1,4 verdoppelt
sich der Luftwiderstand. Er ist somit z. B. bei einer Geschwindigkeit
von 140 km/h doppelt so hoch wie bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h.