

Jeder bewegte Körper besitzt kinetische Energie (Bewegungsenergie). Das gilt auch für rotierende starre Körper, z.B. Schwungräder, die Rotoren von Generatoren und Motoren, rotierende Räder (Bild 1) oder einen Kreisel.
Die Energie, die ein rotierender starrer Körper besitzt, wird als Rotationsenergie bezeichnet.

Herleitung der Gleichung
Die Gleichung für die Rotationsenergie ergibt sich aus folgender
Überlegung: Jedes Masseelement
eines rotierenden starren Körpers besitzt eine bestimmte kinetische
Energie, die von der Masse selbst und von der Geschwindigkeit abhängig
ist (Bild 2). Die Geschwindigkeit wiederum hängt bei bestimmter Winkelgeschwindigkeit
vom Abstand von der Drehachse ab:

Die Gesamtenergie, die dann als Rotationsenergie des Körpers bezeichnet wird, ergibt sich als Summe der kinetischen Energien aller Masseelemente:

Ein Beispiel für die Anwendung
Als Beispiel betrachten wir eine Kugel, die eine geneigte Ebene der Höhe
h hinabrollt. Für eine solche Kugel kann
man z.B. untersuchen, welche Energie sie besitzt und welche Geschwindigkeit
sie erreicht, wenn sie die Höhe h hinabrollt.
Wir nehmen an, dass die Kugel mit der Masse m
in der Höhe h zunächst ruht. Sie
hat dann potenzielle Energie:

Beim Hinabrollen wandelt sich diese potenzielle Energie in kinetische
Energie um, wobei sich diese kinetische Energie aus zwei Anteilen zusammensetzt:
Zum einen führt der Schwerpunkt der Kugel eine Translation aus. Die
Kugel hat damit kinetische Energie der Translation. Zugleich rotiert die
Kugel, hat also auch Rotationsenergie:

Vernachlässigt man die Reibung, dann gilt der Energieerhaltungssatz
der Mechanik. Die gesamte potenzielle Energie wird in Bewegungsenergie
umgewandelt:

Das wäre die Geschwindigkeit einer Kugel beim Hinabrollen, wenn die
Ausgangshöhe h wäre. Sie ist unabhängig
von der Masse der Kugel. Die Geschwindigkeit einer Kugel ist kleiner als
die eines reibungsfrei herabgleitenden Körpers
.
Das ist deshalb der Fall, weil bei einem solchen herabgleitenden Körper
die gesamte potenzielle Energie in kinetische Energie der Translation
umgewandelt wird. Bei rotierenden Körpern dagegen wird immer in Teil
der potenziellen Energie in Rotationsenergie umgewandelt. Damit ist der
Anteil der kinetischen Energie der Translation und damit auch auch die
Geschwindigkeit kleiner.