





Schallerzeugung
Die Violine (Bild 2) ist, ähnlich
wie eine Gitarre, eine Bratsche oder ein Kontrabass, ein Saiteninstrument.
Die Saiten werden mit einem Bogen gestrichen und so in Schwingungen versetzt.
Die schwingende Saite allein würde aber nicht den akustischen Eindruck
hervorrufen, der für eine Violine charakteristisch ist. Entscheidend
ist vielmehr, dass die Schwingungen über einen Steg (Bild 2) auf
den hölzernen Klangkörper übertragen werden. Damit wird
sowohl der Klangkörper als auch die eingeschlossene Luft zum Mitschwingen
angeregt. Der Klangkörper mit der eingeschlossenen Luft wirkt ähnlich
wie ein Resonanzkasten bei einer Stimmgabel: Der Schall wird mit größerer
Lautstärke abgestrahlt. Diese Abstrahlung erfolgt sowohl durch den
Klangkörper als auch von der Luft durch die Schalllöcher hindurch.
Dabei werden verschiedene Töne unterschiedlich verstärkt, weil
die Eigenfrequenz von Klangkörper und eingeschlossener Luft und die
Erregerfrequenz durch die Saiten unterschiedlich sind.
Bei einer Trompete (ähnlich bei Posaune, Tuba und Horn) schwingen Luftsäulen unterschiedlicher Länge im Instrument. Die Anregung der Luftsäulen zum Schwingen erfolgt in folgender Weise: Durch die vibrierenden Lippen am Mundstück wird periodisch und sehr schnell die Luftzufuhr unterbrochen, wodurch die Luftsäule im Instrument zu Schwingungen angeregt wird. Das gelingt nur mit guter Lippenspannung und Wangenmuskulatur, was trainiert werden muss. Die Tonhöhe hängt von der Lippenspannung und von der Länge der Luftsäule ab. Letztere kann durch Betätigung von Ventilen oder durch Verschieben des Auszugs (Posaune) verändert werden.
Bei Saxofon, Klarinette, Oboe oder
Fagott wird durch die ausgeblasene Luft ein elastisches Blättchen
in Schwingungen versetzt und dadurch die Luftsäule im Instrument
zu Eigenschwingungen angeregt. Die Tonhöhe hängt von der Art
des Anblasens und von der Länge der Luftsäule ab. Letztere kann
durch Öffnen oder Schließen von Löchern verändert
werden.
Die Klangfarbe von Instrumenten
Wenn man mit verschiedenen Instrumenten einen bestimmten Ton spielt, dann
klingt er bei einer Gitarre anders als bei einer Violine und dort wieder
anders als bei einem Klavier, obwohl in allen drei Fällen Saiten
schwingen. Den speziellen akustischen Eindruck, den ein Musikinstrument
bei uns hervorruft, bezeichnet man als die Klangfarbe
des Instruments. Die Klangfarbe eines Instruments wird vor allem dadurch
bestimmt, welche zusätzlichen Schwingungen zu den Grundschwingungen
noch hinzukommen. Die Grundschwingung
ist diejenige Schwingung einer Saite mit der größten Amplitude.
Sie bestimmt die Tonhöhe. Die zusätzlich hinzukommenden Schwingungen,
die man auch Oberschwingungen oder Obertöne
nennt, überlagern sich mit der Grundschwingung. Durch diese Überlagerung
von Grundschwingung und Oberschwingungen kommt für jedes Instrument
ein ganz charakteristisches Schwingungsbild
zustande (Bild 3). Wir empfinden diese unterschiedlichen Schwingungsbilder
als verschiedene Klangfarben, auch
Klangbilder genannt, bei ein und derselben
Tonhöhe.
Die Anzahl und die Intensität der Oberschwingungen ist bei den verschiedenen
Instrumenten sehr unterschiedlich. Durch diese unterschiedlichen Obertöne
kann selbst bei gleichartigen Instrumenten die Klangfarbe unterschiedlich
sein. Sie wird zusätzlich beeinflusst durch die Größe
und Form des Resonanzkörpers sowie durch das Material bis hin zum
Lack.
Tonleitern und musikalische Intervalle
Wenn wir verschiedene Töne zusammen oder nacheinander hören,
empfinden wir das meist als angenehm, manchmal auch als unangenehm. Geprägt
ist unser Tonempfinden im mitteleuropäischen Bereich durch einen
Frequenzbereich von jeweils 8 Tönen mit Frequenzen f
von
.
Ein solches Intervall, in dem sich die Frequenz des Grundtons
zur Frequenz eines anderen Tones wie 1 : 2 verhält, wird als Oktave
bezeichnet. Die übrigen Töne dazwischen ergeben sich durch einen
jeweils etwa gleichen Frequenzabstand , wobei sich das Verhältnis
der Frequenz des Grundtones zum höheren Ton immer mit ganzen Zahlen
beschreiben lässt, so wie das in der nachfolgenden Übersicht
dargestellt ist. Eine solche Tonleiter wird auch als diatonische
Tonleiter bezeichnet. In der Übersicht sind die Frequenzen und
die musikalischen Intervalle für die diatonische C-Dur-Tonleiter
dargestellt.

Als besonders angenehm empfinden wir das Zusammenwirken von Tönen,
wenn sich das Verhältnis ihrer Frequenzen mit Zahlen kleiner als
7 ausdrücken lässt. Dies wird als Konsonanz (Wohlklang) bezeichnet. Zu den Konsonanzen zählen Oktave, Quinte,
Quarte und Terz. Als unangenehm wird das Zusammenwirken von Tönen
empfunden, wenn das Verhältnis ihrer Frequenzen sich nur durch Zahlen
größer als 7 beschreiben lässt. Solche Dissonanzen
(Missklang) sind die Sekunde und die Septime.
Ob wir eine bestimmte Musik als angenehm oder als unangenehm empfinden,
hängt allerdings auch von unseren Hörgewohnheiten und unserem
Geschmack ab.
Will man auch von anderen Tönen aus Tonleitern spielen, so führt
das bei der diatonischen Tonleiter zu Schwierigkeiten, weil Zwischentöne
fehlen. Für Musikinstrumente wählt man deshalb die gleichmäßig
temperierte oder wohltemperierte
Tonleiter (Bild 4). Das ist eine zwölfstufige Tonskala mit
einem für alle Tonschritte konstanten Frequenzverhältnis von

wobei vom Kammerton a' mit einer Frequenz von 440 Hz ausgegangen wird. Der Ton "ais" hat dann z. B. eine Frequenz von:

Der Ton h' hat davon ausgehend eine Frequenz von:

Einfache Musikinstrumente - selbst
gebaut
Instrumente kann man sich mit einfachen Mitteln selbst bauen. Nachfolgend
sind einige Möglichkeiten beschrieben.
Eine erste Möglichkeit besteht
darin, Flaschen unterschiedlich hoch mit Wasser zu füllen (Bild 5).
Bläst man kräftig über die Öffnung, so entstehen je
nach Füllung der Flaschen unterschiedlich hohe Töne. Bei richtiger
Wahl der Füllhöhe kann man alle Töne einer Tonleiter erzeugen
und auch einfache Melodien spielen.
Eine zweite Möglichkeit ist die Verwendung von gleichartigen Gläsern, die unterschiedlich hoch mit Wasser gefüllt sind und vorsichtig mit einem Löffel angeschlagen werden. Auch in diesem Falle hängt die Tonhöhe von der Füllhöhe des Wassers ab.
Eine dritte Möglichkeit besteht darin, Klangstäbe zu verwenden (Bild 6). Bei einem bestimmten Material mit gegebenem Durchmesser ist die Tonhöhe von der Länge des Stabes abhängig. Durch geschickte Wahl der Länge erhält man alle Töne einer Tonleiter.
Eine vierte Möglichkeit besteht
im Bau einer Panflöte aus Bambusstücken
oder Plastikröhren. Die einzelnen Röhren werden unterschiedlich
lang gewählt und unten verschlossen. Je kürzer die Röhre
ist, umso höher ist der Ton, den man beim Anblasen erhält.