








Schall ist eine mechanische Welle
Schall wird durch mechanische Schwingungen von Körpern hervorgerufen.
Schwingen können z. B. eine Stimmgabel, die Saiten einer Gitarre,
die Luftsäule in einer Orgelpfeife, die Stimmbänder beim Menschen
oder die Membran eines Tamburins.
So wird beispielsweise beim Schlag auf ein Tamburin (Bild 2) die Membran
verformt und die umgebende Luft dadurch zusammengedrückt. Die Luft
verdichtet sich an dieser Stelle; der Druck wird größer. Da
Luft elastisch ist, dehnt sie sich dann wieder aus, was zu einer Verdichtung
an einer benachbarten Stelle führt. Es entsteht eine Druckwelle,
die sich im Raum ausbreitet. Das kann man auch mit dem Teilchenmodell
deuten: Die Luftteilchen werden durch das Anschlagen der Membran zu Schwingungen
angeregt.
Sie schwingen somit hin und her. Dabei bilden sich Bereiche mit größerer
Teilchenanzahl (größerem Druck) und Bereiche mit kleinerer
Teilchenanzahl (kleinerem Druck).
Allgemein gilt:
Schallwellen sind die Ausbreitung von
Druckschwankungen im Raum.
Da die Ausbreitungsrichtung und die Schwingungsrichtung der Teilchen übereinstimmen,
handelt es sich bei Schallwellen um Longitudinalwellen
(Längswellen).
Das menschliche Ohr ist in der Lage, Druckschwankungen von
etwa 0,000.02 Pa (Hörschwelle) bis etwa 20 Pa (Schmerzschwelle) wahrzunehmen.
Arten von Schall
Bei Schall unterscheidet man zwischen Ton,
Klang, Geräusch
und Knall. Die Unterschiede zwischen
diesen Schallarten können in y-t-Diagrammen
sichtbar gemacht werden. In der folgenden Übersicht sind diese Unterschiede
dargestellt.

Ausbreitung
von Schall
Schall breitet sich in einem Stoff konstanter Temperatur geradlinig aus.
Die Geschwindigkeit, mit der sich Schall ausbreitet, wird als Schallgeschwindigkeit
bezeichnet. Sie hängt von dem betreffenden Stoff sowie von der Frequenz
und der Wellenlänge ab.
Für Schallwellen gilt wie für andere mechanische Wellen:

Schall kann sich in festen Stoffen, Flüssigkeiten und
Gasen ausbreiten. Die Schallgeschwindigkeit
und damit auch die Wellenlänge
und die Frequenz können sehr unterschiedlich
sein. Im Allgemeinen ist die Schallgeschwindigkeit in Gasen am kleinsten
und in festen Körpern am größten. Das hängt mit den
unterschiedlichen Kräften zusammen, die zwischen den Teilchen der
Stoffe wirken. Bei Gasen ist die kräftemäßige Kopplung
zwischen den Teilchen gering, bei festen Körpern groß. Deshalb
breitet sich eine Druckschwankung in festen Körpern schneller aus
als in Gasen.
Die Schallgeschwindigkeit in einem Stoff ist relativ stark von der Temperatur
abhängig. Deshalb ist es erforderlich anzugeben, für welche
Temperatur eine Schallgeschwindigkeit gilt. Häufig werden Schallgeschwindigkeiten
bei 20 °C angegeben.

Weitere Eigenschaften von Schall
Da Schall eine mechanische Welle ist, treten bei Schall auch alle Eigenschaften
auf, die mechanische Wellen haben:
Schall wird reflektiert, gebrochen oder absorbiert.
Schallwellen werden gebeugt und interferieren.
Triff Schall auf eine Fläche, so wird er reflektiert. Die Reflexion
ist umso stärker, je glatter die Oberfläche ist. Für die
Reflexion von Schall gilt das Reflexionsgesetz:
Einfallswinkel und Reflexionswinkel sind gleich groß:

Tritt Schall von einem Stoff in einen anderen über, z. B. von Luft
in Wasser, so ändert sich im Allgemeinen seine Ausbreitungsrichtung.
Für die Brechung von Schallwellen
gilt das Brechungsgesetz:

Trifft Schall auf raue und poröse Oberflächen, z. B. auf Schaumstoff,
so wird ein geringer Teil des Schalls reflektiert, der größte
Teil jedoch absorbiert (aufgenommen). Die Absorption von Schall durch
raue, porösen Oberflächen wird zur Schalldämmung
und zur Schalldämpfung genutzt.
Daneben treten bei Schall auch die wellentypischen Erscheinungen Beugung
und Interferenz auf. Infolge Beugung
breitet sich Schall z. B. um Kanten herum aus (Bild 4). Im Alltag kann
man das ständig feststellen: Auch wenn man hinter einer Hausecke
steht, hört man Schall aus den Bereichen, die man nicht einsehen
kann.
Sind zwei Schallquellen, z. B. zwei Lautsprecher, vorhanden, so können
sich die von ihnen ausgehenden Schallwellen überlagern (interferieren).
Dabei können Bereiche der Verstärkung (größere Lautstärke)
und der Abschwächung (kleinere Lautstärke) auftreten.
Der Mensch nimmt Schall in einem Frequenzbereich
von 16 Hz bis
20.000 Hz mit seinen Ohren wahr. Schallquellen
sind alle die Körper, die in diesem Frequenzbereich hinreichend stark
schwingen und damit Schall aussenden, der sich dann im Raum ausbreitet.
Nachfolgend betrachten wir ausgewählte Beispiele von Schallquellen.
Menschliche und tierische Stimmen
Beim Menschen erfolgt die Erzeugung
von Schall mithilfe der Stimmbänder.
Das sind zwei elastische Bänder, die sich im Kehlkopf am oberen Ende
der Luftröhre befinden (Bild 2). Zwischen diesen beiden Bändern
existiert eine Öffnung, die Stimmritze.
Wird von der Lunge her Luft durch die Stimmritze gepresst, so geraten
die Stimmbänder in Schwingungen. Es entstehen Töne, Klänge
oder Geräusche. Werden die Stimmbänder straffer gespannt, so
schwingen sie schneller. Die Töne werden höher. Wird mehr Luft
durch die Stimmritze gepresst, so schwingen die Stimmbänder heftiger.
Die entstehenden Töne sind lauter.
Die menschliche Stimme übertrifft in der Vielfalt der Töne,
Klänge und Geräusche jedes Musikinstrument. Die individuellen
Unterschiede kommen durch den unterschiedlichen Bau der Stimmbänder
und der Resonanzräume zustande.
Musikinstrumente
Mithilfe von Musikinstrumenten
lässt sich in unterschiedlicher Art und Weise Schall erzeugen:
Hupen, Klingeln, Glocken und Pfeifen
Hupen, Klingeln, Glocken und Pfeifen sind Schallquellen, mit denen Aufmerksamkeit
hervorgerufen werden soll. Die Art der Schallerzeugung ist unterschiedlich.
Bei Hupen wird eine Membran durch einen
Elektromagneten in intensive Schwingungen versetzt. Genutzt wird das Prinzip,
das man auch beim Lautsprecher verwendet.
Bei Klingeln, die elektromagnetisch
und mechanisch betätigt werden können, wird eine kleine Glocke
angeschlagen und gerät dadurch in Schwingungen.
Kirchenglocken oder die Glocken
eines Glockenspiels (Bild 6) werden ebenfalls durch Klöppel angeschlagen
und dadurch zu Schwingungen angeregt. Der Klang einer Glocke hängt
u. a. von der Größe der Glocke, ihrer Form und der Wandstärke
ab.
Bei Pfeifen werden durch Schneiden
oder durch eine periodische Unterbrechung der Luftzufuhr Luftsäulen
zu Schwingungen angeregt.
Genauere Informationen zu weiteren Schallquellen und ihren Eigenschaften
findet man auf der CD in den Beitragen "Schwingende
Saiten und Luftsäulen" und "Schall
und Musik"