



Als Schmelzen bezeichnet man den Übergang vom festen in den flüssigen Aggregatzustand, als Erstarren den umgekehrten Übergang vom flüssigen in den festen Aggregatzustand. Dabei gilt:
Die Zusammenhänge beim Schmelzen und Erstarren sind in Bild 2 dargestellt. Dabei gilt:
Schmelz- und Erstarrungstemperaturen
Die Schmelz- bzw. Erstarrungstemperaturen können sehr unterschiedlich
sein. Meist werden diese Temperaturen auf den normalen Luftdruck von 1.013
hPa bezogen. Dabei ist zu beachten: Es gibt auch Stoffe, für die
man keine genaue Schmelztemperatur, sondern nur einen Temperaturbereich
angeben kann, in dem sie schmelzen. Es sind sogenannte amorphe
Stoffe. Zu ihnen gehören z. B. Wachs und Glas.
Bei Wasser und teilweise auch bei anderen Stoffen spielt die Druckabhängigkeit
der Schmelztemperatur eine Rolle.
Für Wasser gilt:
Je größer der Druck ist, desto
niedriger ist die Schmelztemperatur von Eis.
Wird z. B. mit Schlittschuhkufen ein großer Druck auf Eis ausgeübt,
so schmilzt das Eis an den betreffenden Stellen auch bei Temperaturen
weit unter dem Gefrierpunkt von 0 °C. Man gleitet mit den Schlittschuhen
auf einem sehr dünnen Wasserfilm.
Bei fast allen anderen Stoffen, die sich beim Erstarren zusammenziehen,
gilt umgekehrt:
Je größer der Druck ist, desto höher
ist die Schmelztemperatur.
Spezifische Schmelzwärme und
Schmelzwärme
Zum Schmelzen eines Stoffes ist Wärme erforderlich, die beim Erstarren
wieder frei wird. Die für einen Stoff zum Schmelzen erforderliche
Wärme wird durch die spezifische Schmelzwärme
charakterisiert.
Die spezifische
Schmelzwärme gibt an, wie viel Wärme erforderlich ist,
um 1 kg eines Stoffes zu schmelzen.
| Formelzeichen: | ![]() |
| Einheit: | ein Kilojoule je Kilogramm ![]() |
Für 1 kg Eis beträgt diese spezifische Schmelzwärme 334
kJ/kg. Der Temperaturverlauf beim Schmelzen von Eis ist in Bild 4 dargestellt.
Besitzt ein Körper eine beliebige Masse m, dann kann die zum Schmelzen des Körpers erforderliche Schmelzwärme mit folgender Gleichung berechnet werden:

Die spezifischen Schmelzwärmen verschiedener Stoffe sind in Bild 5 angegeben.
Deutung des Schmelzens und Erstarrens
mit dem Teilchenmodell
Mit dem Teilchenmodell lassen sich
die Vorgänge beim Schmelzen folgendermaßen deuten: Bei Zufuhr
von Wärme erhöht sich die kinetische Energie der Teilchen des
festen Körpers, die einen bestimmten Platz einnehmen, um den sie
hin- und herschwingen. Die Teilchen bewegen sich heftiger, ihr mittlerer
Abstand voneinander vergrößert sich. Schließlich können
sie ihren festen Platz verlassen und sich beliebig gegeneinander bewegen.
Der Stoff liegt dann als Flüssigkeit vor.
Beim Erstarren vollziehen sich die Vorgänge in umgekehrten Richtung:
Bei Wärmeabgabe verringert sich die kinetische Energie der Teilchen.
Ihr mittlerer Abstand voneinander wird kleiner. Schließlich werden
sie aneinandergebunden und nehmen so einen festen Platz ein, um den sie
hin- und herschwingen.
Hinweise zu Phasenübergängen
sind unter diesem Stichwort in einem gesonderten Beitrag zu finden.
Betrachtet man einen Körper aus thermodynamischer Sicht, so ändert
sich bei Änderung des Aggregatzustandes auch die Entropie
des Systems. Für das Schmelzen und Erstarren gilt: Beim Schmelzen
erhöht sich die Entropie eines Körpers, beim Erstarren verringert
sie sich. Das korreliert mit der Deutung im Teilchenmodell und der Deutung
der Entropie als Grad der Unordnung: Beim Schmelzen vergrößert
sich die Unordnung der Atome bzw. Moleküle, beim Erstarren wird der
Grad der Ordnung größer.