



Unter einem schrägen Wurf, auch schiefer Wurf genannt, versteht
man die Überlagerung (Superposition) einer gleichförmigen Bewegung
mit bestimmter Anfangsgeschwindigkeit
(Abwurfgeschwindigkeit) schräg nach oben und des freien Falls. Als
Bahnkurve ergibt sich eine typische Wurfparabel
(Bild 1). Für die Überlagerung von Bewegungen gilt das Unabhängigkeitsprinzip,
das auch als Superpositionsprinzip
bezeichnet wird. Es lautet:
Führt ein Körper gleichzeitig mehrere
Teilbewegungen aus, so überlagern sich diese Teilbewegungen unabhängig
voneinander zu einer resultierenden Gesamtbewegung.
Für die Geschwindigkeiten
in x-Richtung und in y-Richtung
(Bild 2) erhält man:
Die resultierende Geschwindigkeit ergibt sich durch vektorielle Addition der beiden Geschwindigkeiten (1) und (2). Sie lässt sich zeichnerisch oder rechnerisch ermitteln. Rechnerisch ergibt sich:
Analog wie die Geschwindigkeiten kann man auch die Wege
in x-Richtung und y-Richtung
berechnen:
Aus den beiden zuletzt genannten Gleichungen (3) und (4) lässt
sich die Gleichung für die Bahnkurve
ableiten. Dazu wird Gleichung (3) nach t aufgelöst
und in Gleichung (4) eingesetzt:

Von Bedeutung ist beim schrägen Wurf die Wurfweite, die Wurfhöhe und manchmal auch die Steigzeit, also die Zeit bis zum Erreichen der maximalen Höhe (Bild 3).
Die Wurfweite ergibt sich aus
Gleichung (5) mit y = 0:
Die Steigzeit ergibt sich aus
Gleichung (2) mit
Da die Steigzeit genauso groß ist wie die Fallzeit, ist die Gesamtdauer
des Wurfes gleich der zweifachen Steigzeit.
Die Wurfhöhe ergibt
sich aus Gleichung (4) mit
Die dargestellten Zusammenhänge gelten nur, wenn die vertikale Fallbewegung
als freier Fall angenommen werden kann, wenn also der Luftwiderstand vernachlässigbar
ist. Ist der Luftwiderstand nicht vernachlässigbar, dann entstehen
keine Wurfparabeln, sondern ballistische
Kurven. Unter diesem Stichwort sind dazu genauere Informationen zu
finden.
Aus den genannten Gleichungen für den schrägen Wurf ergeben
sich als Spezialfälle auch die Gleichungen für den waagerechten
Wurf
und für
die senkrechten Würfe
.