





Durch die allgemeine Zustandsgleichung für das
ideale Gas in der Form

wird der Zusammenhang zwischen Druck, Volumen und Temperatur angegeben.
Bei einer Reihe thermodynamischer Prozesse ist eine der drei Größen
konstant. Man erhält dann drei spezielle Zustandsänderungen:
| Bezeichnung der Zustandsänderung | konstante Größe | veränderliche Größen |
| isobare Zustandsänderung | Druck p = konstant |
Volumen V Temperatur T |
| isochore Zustandsänderung | Volumen V = konstant |
Druck p Temperatur T |
| isotherme Zustandsänderung | Temperatur T = konstant |
Druck p Volumen V |
Darüber hinaus gibt es noch die adiabatische Zustandsänderung, bei der sich alle drei Größen ändern.
Die isobare Zustandsänderung
Isobare Zustandsänderungen
sind dadurch gekennzeichnet, dass der Druck konstant ist. Aus der allgemeinen
Zustandsgleichung für das ideale Gas erhält man mit p
= konstant:
Nach seinem Entdecker JOSEPH LOUIS GAY-LUSSAC (1778-1850) wird dieses
spezielle Gasgesetz auch als Gesetz von GAY-LUSSAC bezeichnet.
Im V-T-Diagramm (Bild 2a) ergeben sich Geraden,
deren Anstieg vom Druck abhängig ist. Im p-V-Diagramm
ergibt sich eine Gerade parallel zur V-Achse
(Bild 2).
Die Volumenänderung bei Temperaturänderung
wird z.B. bei einem Gasthermometer
genutzt (Bild 3). In einem Glasröhrchen befindet sich ein Gas, im
einfachsten Falle Luft. Das Gas ist durch einen Quecksilbertropfen abgeschlossen.
Der Quecksilbertropfen wirkt mit seiner Gewichtskraft auf das eingeschlossene
Gas. Dadurch besteht im Gas ein bestimmter, konstanter Druck.
Vergrößert sich die Temperatur, so vergrößert sich
proportional dazu das Volumen des eingeschlossenen Gases. Der Quecksilbertropfen
steigt demzufolge nach oben. Bei Verringerung der Temperatur verkleinert
sich das Volumen des eingeschlossenen Gases. Der Quecksilbertropfen sinkt
nach unten. Die Höhe des Quecksilbertropfens ist somit ein Maß
für die jeweilige Temperatur. Bringt man eine Skala und eicht das
Thermometer, so kann man die jeweilige Temperatur in Höhe des Quecksilbertropfens
ablesen.
Bei einem Wohnraum
ist der Druck gleich dem Luftdruck. Bei einer bestimmten Temperatur befindet
sich in einem solchen Raum eine bestimmte Menge Luft. Wird durch Heizen
die Temperatur erhöht, so nimmt die Luftmenge ein größeres
Volumen ein. Da sich die Raumgröße nicht ändert, strömt
ein Teil der Luft aus. Umgekehrt verringert sich bei Verringerung der
Temperatur das Volumen einer bestimmten Gasmenge. In einen Raum würde
dann von außen Luft einströmen.
Die isochore Zustandsänderung
Isochore Zustandsänderungen
sind dadurch gekennzeichnet, dass das Volumen konstant ist. Aus der allgemeinen
Zustandsgleichung für das ideale Gas erhält man mit V
= konstant:
Nach seinem Entdecker GUILLAUME AMONTONS (1663-1705) wird dieses spezielle
Gasgesetz auch als Gesetz
von AMONTONS bezeichnet.
Im p-T-Diagramm (Bild 4a) ergeben sich Geraden,
deren Anstieg vom Volumen abhängig ist. Im p-V-Diagramm
ergibt sich eine Gerade parallel zur p-Achse
(Bild 4b).
Beispiele für das Wirken des Gesetzes von AMONTONS
sind Gasflaschen, Spraydosen oder PKW-Reifen, in denen sich eine abgeschlossene
Menge eines Gases befindet, das sich näherungsweise wie das ideale
Gas verhält. Erhöht sich z. B. durch Sonneneinstrahlung oder
durch andere Einwirkungen die Temperatur, so erhöht sich auch der
Druck im Gas. Bei Gasflaschen
und Spraydosen darf die Temperatur
bestimmte Werte nicht übersteigen, weil sonst wegen der Erhöhung
des Druckes mit der Temperatur Explosionsgefahr besteht. So sollte bei
Spraydosen auf keinen Fall eine Temperatur von 50 °C überschritten
werden. Wegen der Explosionsgefahr ist das lebensgefährlich.
Autoreifen dehnen sich aufgrund
ihres Aufbaus kaum aus. Damit erhöht sich auch in ihnen mit steigender
Temperatur der Druck. Eine Temperaturerhöhung und damit eine Druckerhöhung
tritt nicht nur auf, wenn ein Fahrzeug in der prallen Sonne steht, sondern
auch beim schnellen Fahren. Deshalb ist es nicht zweckmäßig,
nach längeren Fahrten den Luftdruck zu kontrollieren. Die für
Reifen empfohlenen Druckwerte beziehen sich immer auf den Reifendruck
bei Umgebungstemperatur.
Die isotherme Zustandsänderung
Isotherme Zustandsänderungen
sind dadurch gekennzeichnet, dass die Temperatur konstant ist. Aus der
allgemeinen Zustandsgleichung für das ideale Gas erhält man
mit T = konstant:
Nach seinen Entdeckern ROBERT BOYLE (1627-1691) und EDME MARIOTTE (um
1620-1684) wird dieses spezielle Gasgesetz auch als Gesetz
von BOYLE und MARIOTTE bezeichnet.
Im p-V-Diagramm (Bild 6a) ergeben sich Kurven,
deren Verlauf von der Temperatur abhängig ist. Für eine bestimmte
Temperatur ergibt sich eine Kurve (Bild 6b).
Beispiele für das Wirken des Gesetzes von BOYLE und MARIOTTE treten
überall dort auf, wo sich das Volumen abgeschlossener Gasmengen ändert
und dabei die Temperatur näherungsweise konstant ist.
Ein Beispiel dafür sind Pumpen (Luftpumpen, Pumpen für Sauerstoff
in der Medizin). Bei näherungsweise konstanter Temperatur wird das
Volumen des Gases verringert. Dadurch erhöht sich der Druck in ihm.
Bei einem bestimmten höheren Druck strömt das Gas in den gewünschten
Raum, z. B. bei einer Luftpumpe in den Schlauch oder bei einer medizinischen
Pumpe in die Lunge.
Auch bei Wasserbällen oder Luftmatratzen zeigt sich der Zusammenhang
zwischen Druck und Volumen: Je mehr Luft man hineinbläst, desto größer
wird der Druck. Mit Vergrößerung des Druckes vergrößert
sich auch das Volumen.
Die adiabatische
Zustandsänderung
Adiabatische
Zustandsänderungen sind dadurch gekennzeichnet, das sich zum
einen die drei Größen Druck, Volumen und Temperatur ändern,
dabei aber das Gas keine Wärme mit der Umgebung austauscht. Ein Beispiel
für eine adiabatische Zustandsänderung ist in Bild 7 dargestellt.
Alle genannten speziellen Zustandsänderungen
spielen z. B. bei den verschiedenen Kreisprozessen und bei Wärmekraftmaschinen
eine Rolle. Genauere Informationen zu den damit verbundenen energetischen
Vorgängen bei den einzelnen Zustandsänderungen sind in gesonderten
Beiträgen unter "Isotherme Zustandsänderungen", "Isobare
Zustandsänderungen", "Isochore Zustandsänderungen"
und "Adiabatische Zustandsänderungen" zu finden.