



Linearbeschleuniger
Ein Linearbeschleuniger
ist so aufgebaut, dass geladenen Teilchen eine Reihe von röhrenförmigen
Elektroden durchlaufen, die mit den Polen eines Hochfrequenzgenerators
verbunden sind (Bild 2). Während ein positiv geladenes Teilchen das
Rohr A durchläuft, verändert sich die Spannung an dieser Elektrode
von ihrem negativen zu ihrem positiven Scheitelwert. Wenn das Teilchen
Rohr A verlässt, ist dieses positiv und das Rohr B negativ. Es erfolgt
im Zwischenraum eine Beschleunigung. Das Gleiche passiert in den nachfolgenden
Zwischenräumen. Da die Teilchengeschwindigkeit von Rohr zu Rohr größer
wird, muss bei konstanter Frequenz auch die Rohrlänge immer größer
werden. Mit relativ einfachen Linearbeschleunigern erzielt man bereits
Energien bei Protonen von ca. 50 MeV.
Zyklotron
Das erste Zyklotron wurde 1929/30
durch die amerikanischen Physiker ERNEST
O. LAWRENCE (1901-1958, Bild 3) und M. S. LIVINGSTONE konstruiert und in Betrieb genommen. LAWRENCE erhielt 1939 für die
Erfindung und Entwicklung des Zyklotrons und die dadurch erzielten Ergebnisse,
insbesondere im Hinblick auf künstliche radioaktive Elemente, den
Nobelpreis für Physik. Er war auch führend am amerikanischen
Atombombenprojekt beteiligt.
Bild 3 zeigt den prinzipiellen Aufbau eines solchen
Zyklotrons. Es besteht aus einer flachen Kammer mit zwei halbkreisförmigen
Dosen, in denen sich ein Hochvakuum
befindet. Diese Dosen sind mit einem Hochfrequenzgenerator
konstanter Frequenz verbunden, sodass zwischen ihnen ein elektrisches
Feld besteht. Diese gesamte Anordnung befindet sich in einem konstanten
Magnetfeld, das die Dosen senkrecht durchsetzt. Bei dem größten
Exemplar, das in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhundert gebaut
wurde, hatte dieser Magnet eine Masse von immerhin 7000 Tonnen (Kernforschungszentrum
Dubna, Sowjetunion).
Von einer Quelle im Zentrum der Dosen werden geladene Teilchen (Elektronen,
Protonen, Ionen) abgegeben. Sie werden durch das Magnetfeld auf eine kreisförmige
Bahn gebracht, da die LORENTZ-Kraft des konstanten Magnetfeldes als Radialkraft
wirkt. Im Bereich zwischen den beiden Dosen werden die Teilchen im elektrischen
Feld beschleunigt, durch das Magnetfeld wieder auf einer halbkreisförmigen
Bahn umgelenkt, noch mal beschleunigt usw. Damit eine ständige Beschleunigung
erfolgt, muss das elektrische Feld während einer halbkreisförmigen
Bewegung umgepolt werden. Das funktioniert mit einer konstanten Hochfrequenz
in der beschriebenen Weise nur, weil die für einen Umlauf benötigte
Zeit konstant bleibt. Das ergibt sich aus folgender Überlegung: Die
LORENTZ-Kraft wirkt als Radialkraft. Es gilt damit:
Die Umlaufzeit ist also unabhängig von der Geschwindigkeit
der Teilchen und auch unabhängig vom Bahnradius.
Durch die Beschleunigung im elektrischen Feld zwischen den Dosen erhöht
sich ständig die Geschwindigkeit der Teilchen, der Bahnradius vergrößert
sich dadurch ständig. Schließlich werden die Teilchen durch
eine Ablenkelektrode nach außen gelenkt. Mit einem solchen Zyklotron
erreicht man z.B. bei Protonen Energien von etwa 20 MeV.
Synchronzyklotron
Bei sehr großen Geschwindigkeiten von geladenen Teilchen treten
relativistische Effekte auf. Die Masse der Teilchen nimmt zu. Demzufolge
vergrößert sich nach der oben genannten Beziehung auch die
Umlaufzeit der Teilchen. Damit erfolgt bei konstanter Hochfrequenz des
angelegten elektrischen Feldes keine Beschleunigung mehr.
Verkleinert man die Frequenz aber laufend in richtigem Maße, dann
kann man eine weitere Beschleunigung und damit größere Energien
erreichen, als es beim Zyklotron mit der festen Frequenz möglich
ist. Eine solche Art von Zyklotron mit konstantem Magnetfeld und sich
verringernder Hochfrequenz des beschleunigenden elektrischen Feldes nennt
man Synchronzyklotron.
Betatron
Eine weitere Variante eines Teilchenbeschleunigers ist das Betatron,
auch Elektronenschleuder genannt. Es arbeitet im Prinzip wie ein Transformator
mit nur einer Windung im Sekundärkreis. Diese eine Windung ist durch
ein Vakuumrohr ersetzt, in dem sich ein Elektronenstrahl bewegt. Dieser
Elektronenstrahl wird mittels Glühkatode und Anodenspannung von einigen
1000 V erzeugt. Durch eine spezielle Form der Polschuhe wird erreicht,
dass die Elektronen durch ein "Führungsfeld"
ähnlich wie bei einem Zyklotron in dem Rohr einen kreisförmigen
Ringstrom bilden, ohne mit der Wand in Berührung zu kommen. Das zentrale
Kernfeld erzeugt ein ringförmiges elektrisches
Wirbelfeld, durch das die Elektronen
beschleunigt werden. Für die Erregung beider Felder genügt ein
Spulenpaar, das mit Hochfrequenz gespeist wird.
Synchrotron
Um eine weitere Steigerung der Geschwindigkeit und damit der Energie der
Elektronen zu erreichen, wurde das Prinzip des Zyklotrons mit dem des
Betatrons vereinigt. Das Prinzip besteht darin, dass geladenen Teilchen
durch elektrische Felder beschleunigt und durch magnetische Felder auf
eine Kreisbahn gezwungen werden, wobei sich die Stärke der magnetischen
Felder mit zunehmender Geschwindigkeit der Teilchen vergrößern
muss. Eine solche Anordnung wird als Synchrotron
bezeichnet. In Bild 4 ist das Prinzip dargestellt. Durch einen Linearbeschleuniger
werden schnelle Elektronen in den Ring eingeschossen. Sie werden durch
Magnete M auf eine kreisähnliche Bahn gezwungen und in elektrischen
Feldern E dazwischen weiter beschleunigt. Dazwischen gibt es auch Strecken,
die die Elektronen geradlinig durchlaufen. Durch Ablenkmagnete
A kann der Elektronenstrahl aus dem Ring herausgelenkt und z.B. auf Targets
geschossen werden.