Physik Abitur
Theorien
Bewegungen lassen sich im Rahmen der klassischen (newtonschen) Mechanik vollständig beschreiben.

Das Wesen physikalischer Theorien
Der Begriff Theorie ist vom griechischen theorein = anschauen abgeleitet.
Unter einer Theorie versteht man in der Physik ein umfassend ausgearbeitetes System von Gesetzen, Modellen und Aussagen über einen mehr oder weniger großen, abgegrenzten Teilbereich dieser Naturwissenschaft. Verbunden ist eine solche Theorie in der Physik meist mit einem mathematischen Formalismus. Kennzeichnend für eine Theorie sind:

Beispiele für physikalische Theorien
In der Physik gibt es zahlreiche Theorien, von denen als Beispiele nur die folgenden genannt seien:

Ein Beispiel: Die spezielle Relativitätstheorie

Als Beispiel für eine Theorie sei die 1905 von ALBERT EINSTEIN (1879-1955) veröffentlichte spezielle Relativitätstheorie genannt.
EINSTEIN geht bei seiner Theorie von zwei Postulaten aus, die sehr einfach erscheinen, aber Kernpunkte des bis dahin allgemein anerkannten physikalischen Weltbildes berühren.

Postulat 1: Alle Inertialsysteme sind bezüglich physikalischer Gesetze gleichberechtigt. Die fundamentalen Gesetze gelten in jedem dieser Systeme in gleicher Weise.

Postulat 2: Die Lichtgeschwindigkeit im Vakuum ist in allen Inertialsystemen stets gleich groß. Sie ist unabhängig vom Bewegungszustand der Lichtquelle und des Beobachters bei der Messung.

Aus diesen beiden Postulaten leitete EINSTEIN zahlreiche Folgerungen ab, u.a. über die Zusammensetzung von Geschwindigkeiten, über die Länge von Körpern in unterschiedlichen Bezugssystemen oder über die Zeitmessung in verschiedenen Systemen. Alle diese Folgerungen sind inzwischen im Rahmen der Messgenauigkeit experimentell bestätigt.
Die newtonsche Theorie, die bis dahin die allgemein anerkannte Theorie war, erwies sich durch die neue Theorie keineswegs als falsch. Sie ist vielmehr ein Spezialfall der speziellen Relativitätstheorie und gilt bei kleinen Geschwindigkeiten mit völlig ausreichender Genauigkeit.
EINSTEIN selbst hat seine spezielle Relativitätstheorie zur allgemeinen Relativitätstheorie erweitert, die ihrerseits auch die spezielle Relativitätstheorie mit umfasst.

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