


Physikalische
und physiologische Größen
Schall, den wir hören, kann in unterschiedlicher Weise gekennzeichnet
werden. Man kann ihn mithilfe physikalischer Größen beschreiben.
Solche Größen sind die Schallintensität (angegeben in Watt
je Quadratmeter), der Schalldruck oder der Schalldruckpegel. Diese drei
Größen sind folgendermaßen definiert:
Schallintensität
I:
Schalldruck p:
Schalldruckpegel :
Wichtiger für uns ist aber, wie wir Schall wahrnehmen. Größen zur Charakterisierung von Schall aus der Sicht unserer Empfindungen sind die Tonhöhe und die Lautstärke. Beides sind keine physikalischen, sondern physiologische Größen. Ihre Ermittlung erfolgt experimentell. Sie können aber mit physikalischen Größen in Beziehung gesetzt und damit auch "objektiviert" werden. Das ändert allerdings nichts daran, dass Tonhöhe und Lautstärke subjektive Empfindungen sind und damit von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich wahrgenommen werden können.
Die Tonhöhe
Die Tonhöhe wird durch die Frequenz
der Schwingungen, beim Schall also durch die Schnelligkeit der Druckschwankungen,
bestimmt. Je größer die Frequenz der Schwingungen ist, desto
höher ist der Ton. Töne von 50 Hz oder 100 Hz nehmen wir als
tiefe Töne wahr. Töne mit Frequenzen von 2.000 Hz oder 5 000
Hz empfinden wir als hohe Töne. Die tiefsten vom Menschen wahrnehmbaren
Töne liegen bei 16 Hz, die höchsten bei 20 000 Hz, wobei sich
die Obergrenze mit zunehmendem Alter in Richtung niedrigerer Frequenzen
verschiebt. Stellt man Töne unterschiedlicher Höhe in einem
y-t-Diagramm dar, dann erkennt man die Unterschiede
in der Anzahl der Schwingungen in einer bestimmten Zeiteinheit (Bild 2).
Die Lautstärke
Die Lautstärke wird durch die
Amplitude der Schwingungen (Größe
der Druckschwankungen) bestimmt. Je größer die Amplitude der
Schwingungen ist, desto lauter ist der Ton. Aus einem y-t-Diagramm
sind die Unterschiede zwischen leisen und lauten Tönen erkennbar
(Bild 3).
Die Lautstärke, auch Lautstärkepegel genannt, gibt an, wie laut
oder leise wir Schall empfinden. Als Einheit wird das Phon
(1 phon) verwendet.
Die Lautstärke kann ermittelt werden mit der Beziehung:

Für die Hörschwelle ergibt sich damit ein
Wert von:
Zusammenhang zwischen
Lautstärke und Schalldruckpegel
Die physiologische Größe Lautstärke ist eng mit der physikalischen
Größe Schalldruckpegel verbunden. Das hängt damit zusammen,
dass einige Größen in der Akustik
ausgehend von den subjektiven Empfindungen definiert wurden.
Der Zahlenwert des in Dezibel
(dB) gemessenen Schalldruckpegels ist bei einer Frequenz von 1.000 Hz
gleich dem Zahlenwert der in Phon gemessenen Lautstärke. Es gilt
also dann:
1 Phon = 1 dB
Das ist der Grund dafür, dass man heute auch häufig die Lautstärke
in Dezibel angibt. Manchmal findet man auch die Einheit dB (A). Damit
wird zum Ausdruck gebracht, dass man bei physikalischen Messungen einen
bestimmten Frequenzbereich untersucht. Früher gab es auch das dB
(B) und das dB (C). Diese Einheiten spielen heute keiner Rolle mehr. Deshalb
wird statt dB (A) häufig einfach die Abkürzung dB verwendet.
Gemessen wird der Schalldruckpegel mit einem Schallpegelmesser
(Bild 4).

Eine wichtige Konsequenz
aus unserer akustischen Wahrnehmung
Unsere Ohren weisen eine Besonderheit auf, die für die Wahrnehmung
von unterschiedlich lauten Geräuschen wichtig ist. Wenn wir z. B.
ein Motorrad mit 70 dB hören, dann hören wir zwei gleich laute
Motorräder nicht mit der doppelten Lautstärke von 80 dB, sondern
nur mit 73 dB. Erst 10 gleich laute Motorräder würden wir mit
der doppelten Lautstärke, also mit 80 dB, hören. Allgemein gilt:
Geräusche bis etwa 30 dB empfinden wir als ruhig. Ständiger Lärm von über 85 dB kann längerfristig zu Hörschäden führen.
Die genannten Zusammenhänge ergeben sich auch
formal aus den oben genannten Gleichungen für den Schalldruckpegel
bzw. für die Lautstärke.
Verdoppelt sich z.B. die Schallintensität, so ergibt sich aus der
Gleichung für die Lautstärke eine Vergrößerung von
3, denn lg 3 = 0,30. Entsprechend ergibt sich bei einer Verzehnfachung
der Schallintensität eine Vergrößerung von 10, denn lg
10 = 1.