




Transformatoren oder Umformer werden verwendet, um elektrische Energie eines Wechselstromes von einem Primärstromkreis auf einen Sekundärstromkreis zu übertragen. Bei dieser Übertragung kann man die Werte für die Spannungen und Stromstärken verändern. Das Funktionsprinzip von Transformatoren beruht auf der elektromagnetischen Induktion.
Physikalische
Grundlagen
In einer Spule wird eine Spannung induziert, wenn das sie durchsetzende
Magnetfeld seine Stärke ändert. Wird das veränderliche
Magnetfeld durch eine von Wechselstrom
durchflossene Spule erzeugt, dann stellt die Anordnung von zwei benachbarten
Spulen eine einfache Möglichkeit dar, elektrische Energie von einem
Stromkreis auf einen anderen zu übertragen. Damit die Übertragung
möglichst verlustfrei erfolgt, müssen sich beide Spulen dicht
beieinander befinden. Die magnetische
Kopplung wird erhöht, wenn die Spulen gemeinsam auf einem ringförmigen
Eisenkern gewickelt sind. Für die Sekundärspule gilt das Induktionsgesetz:
Verändert sich die Stromstärke in der felderzeugenden Primärspule
sinusförmig, so gilt das auch für die magnetische Flussdichte
und damit für die in der Sekundärspule induzierte Spannung.
Um zu vermeiden, dass sich größere Mengen elektrischer Energie
bei der Übertragung in Wärme umwandeln, verwendet man meist
Eisenkerne, die aus Dynamoblechen
bestehen. Dadurch wird die Ausbildung von Wirbelströmen
unterdrückt. Dennoch müssen größere Transformatoren
mit Luft oder Öl gekühlt werden. Die von den Spulen ausgehenden
Kraftwirkungen können auch einen Verlust durch mechanische Energieabgabe
bewirken. Das Brummen, das man gelegentlich an Transformatorenhäuschen
hören kann, stammt letztlich aus elektrischer Energie, die im Takt
des Wechselstromes in mechanische Schwingungsenergie der Transformatorenbauteile
umgewandelt wird.
Obgleich immer Verluste in einem Transformator auftreten, nimmt man für
vereinfachende Untersuchungen an, dass diese Verluste unter Idealbedingungen
zu vernachlässigen sind. Ein verlustfreier Transformator wird als
idealer Transformator
bezeichnet. Ein realer
Transformator kommt dem Ziel der vollständigen Energieübertragung
schon sehr nahe. Sein Wirkungsgrad
liegt meist zwischen 95% und 99% und kann möglicherweise zukünftig
durch den Einsatz von gekühlten Stromleitern ohne elektrischen Widerstand,
sogenannten Supraleitern, wahrscheinlich noch weiter verbessert werden.
Den Aufbau eines Transformators und das Schaltzeichen sind in Bild 2 dargestellt. Die wichtigsten Bauteile sind die Primärspule, die Sekundärspule und der geschlossene Eisenkern. Die betreffenden Stromkreise werden als Primärstromkreis und als Sekundärstromkreis bezeichnet, die zugehörigen Größen als Primärspannung, Primärstromstärke, Sekundärspannung und Sekundärstromstärke.
Ist der Sekundärstromkreis nicht geschlossen,
dann wird der Transformator auch nicht belastet. Die Sekundärstromstärke
ist null. Ein solcher Transformator heißt unbelasteter
Transformator. In diesem Fall entzieht
der Sekundärstromkreis dem Transformator keine elektrische Energie.
Wird der Sekundärstromkreis mit einem Verbraucher verbunden, dann
gibt der Transformator elektrische Energie an diesen Verbraucher ab. Es
fließt ein Sekundärstrom. Der Transformator wird belastet.
Er wird als belasteter
Transformator bezeichnet. Da die elektrische Energie letztlich aber
aus dem Sekundärstromkreis stammt, bleibt die Belastung eines Transformators
auch nicht ohne Auswirkungen auf den gesamten Transformator. Im Einzelnen
kommt es zu folgenden Vorgängen:
Zunächst fließt im geschlossenen Sekundärstromkreis ein
elektrischer Strom, der nach dem lenzschen Gesetz der Ursache seiner Entstehung
entgegengerichtet ist und demzufolge der Änderung des Magnetfeldes
im Transformator entgegenwirkt, es damit schwächt. Dadurch wird auch
die Sekundärspule von einem schwächeren Magnetfeld durchsetzt.
Da das Magnetfeld der Primärspule nach dem lenzschen
Gesetz dem Stromfluss im Primärstromkreis entgegengerichtet ist,
bedeutet die Schwächung dieses Magnetfeldes, dass nun ein stärkerer
Strom im Primärstromkreis fließen kann. Entzieht man dem Transformator
Strom auf der Sekundärseite, so erhöht sich ebenfalls die Stromstärke
auf der Primärseite. Das bezeichnet man als Rückwirkung.
Letztendlich erfolgt in dieser Weise eine Anpassung des Energieflusses:
Die im Sekundärstromkreis entnommene Energie muss nach dem Energieerhaltungssatz
dem Primärkreis zugeführt werden.
Schließt man den Sekundärstromkreis kurz,
dann fließen sowohl im Primär- als auch im Sekundärstromkreis
sehr hohe Stromstärken. Ein Transformator kann gegebenenfalls durch
die damit verbundene thermische Belastung zerstört werden.
Insgesamt beeinflussen sich Primär- und Sekundärseite eines
Transformators durch gegenseitige Wechselwirkung.
Die Transformatorgesetze
Die Übertragung der Spannungen und Stromstärken im Transformator
stehen in einem engen Zusammenhang mit den Windungszahlen der Transformatorenspulen.
Bezeichnen
die Spannung, Stromstärke und Windungszahl der Primärspule und
die entsprechenden
Größen bei der Sekundärspule, dann gelten für einen
idealen Transformator folgende Gesetze:
Gesetze der Spannungsübersetzung:
Gesetze der Stromstärkeübersetzung:
Für einen idealen Transformator, also einen Transformator, bei dem
keine Energieverluste auftreten, ist die aufgenommene Leistung genauso
groß wie die abgegebene Leistung. Es gilt für die Leistungsübersetzung:
Netzgeräte
- spezielle Transformatoren
Netzgeräte sind spezielle
Transformatoren. Sie dienen zur Energieversorgung von elektrischen Geräten,
die meist mit deutlich geringeren Betriebsspannungen als der Netzspannung
von 230 V arbeiten.
Netzgeräte sind häufig fest mit dem Gehäuse elektrischer
Geräte verbunden. Dann werden sie als Netzteil
bezeichnet. Hauptbestandteil eines jeden Netzgerätes oder Netzteils
ist ein Transformator, der sich durch eine relativ kompakte Bauweise auszeichnet.
Dies wird durch eine Mantelkonstruktion erreicht. Bei Manteltransformatoren
befinden sich die Spulen platzsparend innerhalb eines Eisenringes. Durch
diese enge Bauweise kommt es allerdings mitunter zu relativ starken Erwärmungen
von Netzteilen.
Da moderne elektronische Geräte wie Fernsehgeräte oder CD-Spieler
aus unterschiedlichen Baugruppen bestehen, die gesonderte Spannungsversorgungen
mit unterschiedlichen Spannungswerten benötigen, haben Netzteile
an der Sekundärspule verschiedene Abgriffsmöglichkeiten. Je
nachdem, wie groß die Windungszahl zwischen den Abgriffspunkten
ist, lässt sich dadurch die aus dem Transformator entnommene Spannung
einstellen.
Universalnetzgeräte
arbeiten nach dem gleichen Prinzip. Auch sie stellen verschiedene Spannungswerte
zur Verfügung, mit denen man unterschiedliche Geräte betreiben
kann. Bei der Verwendung von Netzteilen oder Netzgeräten hat sich
in den letzten Jahren zunehmend eine Energieverschwendung bemerkbar gemacht:
Auch wenn das betreffende elektrische Gerät gar nicht genutzt wird,
lässt man es häufig im sogenannten Stand-by-Betrieb
weiterlaufen. In diesem Fall liegt natürlich an der Primärspule
des Netzteils ständig eine Spannung an. Gleiches gilt für ein
Netzgerät in der Steckdose. Das magnetische Wechselfeld der Primärspule
induziert im Spulenkern Wirbelströme, die letztlich in Wärme
umgewandelt werden. Deshalb nimmt jedes Netzteil immer einen gewissen
Teil an elektrischer Energie auf, auch wenn das zu versorgende Gerät
selbst gar nicht eingeschaltet ist. Da die Haushalte immer mehr elektrische
Geräte betreiben, summiert sich die nutzlos in Wärme umgewandelte
wertvolle elektrische Energie auf merkliche Beträge, die auch in
einer gestiegenen Stromrechnung zum Ausdruck kommen. Daher gilt: Ein nicht
benutztes Netzgerät sollte man ausschalten, indem man es von der
Steckdose trennt. Elektrische Geräte im Stand-by-Betrieb verbrauchen
nutzlos Energie! Moderne Geräte trennen übrigens nach einiger
Zeit im Stand-by-Betrieb das Netzteil selbsttätig von der Stromversorgung.
Gelegentlich entstehen Wohnungsbrände, weil die Kühlschlitze,
die viele elektrische Geräte in der Nähe ihrer eingebauten Netzteile
besitzen, durch Tischdecken, sonstige "Verzierungen" oder Aufkleber
verschlossen werden. Durch solches Handeln gefährdet man leichtsinnig
die Betriebssicherheit der Geräte und möglicherweise sogar sein
Leben.
Zündanlagen
von Kraftfahrzeugen
In allen Ottomotoren wird das Benzin-Luft-Gemisch durch einen elektrischen
Funken entzündet. Dieser Funken entsteht durch einen Spannungsüberschlag
zwischen den Elektroden einer
Zündkerze.
Der dazu erforderliche Spannungsstoß wird in einer Zündspule
mittels elektromagnetischer Induktion erzeugt.
Die Energiequelle eines Pkw ist seine Batterie bzw. die Lichtmaschine.
Unter den vielen in einem modernen Auto befindlichen Stromkreisen führt
auch ein Stromkreis von der Batterie über einen Unterbrecher
hin zu einer Zündspule. Die Zündspule
arbeitet wie ein Transformator.
Durch einen Unterbrecher wird der elektrische Stromkreis geöffnet
(Bild 1). Dabei fällt die Spannung an der Primärwicklung der
Zündspule schlagartig ab. Dadurch kommt es zur Induktion einer Spannung
in den Sekundärwicklungen der Zündspule. Die Windungszahl der
Sekundärspule einer Zündspule übersteigt die Windungszahl
der Primärspule um ein Vielfaches. Deshalb werden im Sekundärstromkreis
sehr hohe Spannungen induziert, die Werte von 15.000 V bis 25.000 V erreichen.
Im Sekundärstromkreis befindet sich eine Zündkerze.
Sie besteht im Wesentlichen aus zwei isolierten Elektroden. Der Abstand
zwischen den Elektroden beträgt kaum mehr als 1 mm. Bei dieser geringen
Distanz kann infolge der schlagartig im Sekundärstromkreis ansteigende
Spannung zwischen den Elektroden ein Zündfunke
überspringen. Der Zündfunke bringt das Benzin-Luft-Gemisch im
Brennraum zur Explosion.
Da Ottomotoren in der Regel über mehr als einen Brennraum (Zylinder)
verfügen, wird die in der Zündspule induzierte Spannung über
einen Verteiler an mehrere Zündkerzen in der richtigen Reihenfolge
"verteilt". Alternativ dazu besteht auch die Möglichkeit,
jeden Zylinder mit seiner eigenen Zündspule auszustatten. Diese Bauform
findet gegenwärtig allerdings kaum noch Anwendung.
Weitere
spezielle Transformatoren
Nach der Art der Transformation unterscheidet man zwischen Hochspannungstransformatoren
und Hochstromtransformatoren. Hochspannungstransformatoren nutzt man z.B.
in Energieverbundnetzen, Hochstromtransformatoren als Schweißtransformatoren.
Eine weitere spezielle Art von Transformatoren sind Trenntransformatoren. Durch einen solchen Transformator, bei dem die Werte für die Spannung
im Primärstromkreis und im Sekundärstromkreis durchaus auch gleich
sein können, kann man zwei Stromkreise so trennen, dass keine leitende
Verbindung zwischen ihnen besteht. Es existiert dann durch den Transformator
vielmehr eine induktive Kopplung zwischen den Stromkreisen.