



Die Wärmestrahlung ist eine Art der Wärmeübertragung,
bei der Wärme durch elektromagnetische
Wellen übertragen wird. Im Unterschied zu Wärmeleitung
und Wärmeströmung kann sich Wärmestrahlung auch im Vakuum
ausbreiten.
Als Wärmestrahlung bezeichnet man die elektromagnetischen Wellen
in einem Wellenlängenbereich von

Das entspricht Frequenzen von

Da sich diese Strahlung im Spektrum elektromagnetischer
Wellen
an das rote Ende des sichtbaren Lichtes anschließt, bezeichnet man
Wärmestrahlung auch als Infrarotstrahlung
oder als infrarotes Licht.
Entdeckung der Wärmestrahlung
Die Wärmestrahlung der Sonne wurde 1800 durch den Astronomen FRIEDRICH
WILHELM HERSCHEL (1738-1822) entdeckt. HERSCHEL führte dazu den
in Bild 2 dargestellten Versuch mit Thermometern durch. Dabei untersuchte
er das Spektrum des sichtbaren Sonnenlichtes und die benachbarten Bereiche
und stellte fest: Das Thermometer außerhalb des sichtbaren roten
Bereiches zeigte eine deutlich höhere Temperatur an als die Thermometer
innerhalb des sichtbaren Spektrums. Es musste also auch außerhalb
des sichtbaren Spektrums noch Strahlung vorhanden sein, die er
infrarotes Licht nannte und die von ihren Wirkungen her Wärmestrahlung
ist.
Quellen der Wärmestrahlung
Die für uns wichtigste Quelle der Wärmestrahlung ist die Sonne.
Der Anteil der Wärmestrahlung an der gesamten von der Sonne abgegebenen
Strahlung beträgt ca. 38 %. Etwa 48 % der Sonnenstrahlung entfallen
auf das sichtbare Licht, 7 % auf ultraviolette Strahlung und ebenfalls
7 % auf andere Strahlungsarten.
Wärmestrahlung kann man mithilfe von Infrarotlampen
oder Infrarotstrahlern
erzeugen.
Wärmestrahlung wird auch von Heizkörpern, Öfen, Glühlampen
oder Kühlern von Pkw abgegeben, also von allen Körpern mit einer
hinreichend hohen Temperatur. Selbst der Mensch gibt Energie in Form von
Wärmestrahlung an die Umgebung ab.
Eigenschaften von Wärmestrahlung
Die Eigenschaften von Wärmestrahlung
sind für ihre Nutzung von Bedeutung. Trifft Wärmestrahlung
auf einen Körper, so wird sie teilweise reflektiert, teilweise vom
Körper aufgenommen (absorbiert) und geht teilweise durch den Körper
hindurch (Bild 3).
Wie viel Wärmestrahlung reflektiert, absorbiert oder hindurchgelassen
wird, ist abhängig
Körper mit dunkler und rauer Oberfläche absorbieren viel und
reflektieren wenig Wärmestrahlung. Deshalb wählt man z. B. als
Oberflächen für Sonnenkollektoren raue, schwarze Flächen.
Auch dunkle Kleidung absorbiert mehr Wärmestrahlung als helle Kleidung.
Körper mit heller und glatter Oberfläche absorbieren wenig und
reflektieren viel Wärmestrahlung. Deshalb wählt man für
Tankwagen und Kühlwagen helle und glatte Oberflächen. Bei intensiver
Sonneneinstrahlung im Sommer ist es zweckmäßig, helle Kleidung
zu tragen, weil sie einen erheblichen Teil der Wärmestrahlung reflektiert.
Bedeutung der Wärmestrahlung
Die Wärmestrahlung wird teilweise genutzt, teilweise ist sie auch
unerwünscht und muss möglichst vermieden werden.
Die Nutzung der Wärmestrahlung,
vor allem die der Sonne, erfolgt im technischen Bereich bei Sonnenkollektoren
und Solarzellen. Genauere Informationen
dazu sind unter den betreffenden Stichwörtern zu finden.
Infrarotlampen (Bild 4), die vorrangig
Wärmestrahlung abgeben, werden vor allem im medizinischen Bereich
angewendet. Bei Entzündungen oder bei Muskelschmerzen führt
die Wärmestrahlung zu einer Linderung bzw. beschleunigt die Heilung.
Infrarotstrahler werden genutzt, um
kleine Bereiche mit ausreichend Wärme zu versorgen. Das betrifft
z. B. die Heizung von Räumen, aber auch die Aufzucht von Tieren,
die für ein optimales Wachstum bestimmte Temperaturen benötigen
(Küken, Ferkel).
Unerwünscht ist z. B. die Wärmestrahlung,
die vom Heizwasser in Rohrleitungen der Fernwärmeversorgung oder
von heißen Getränken in Thermoskannen ausgeht. Um dort Wärmestrahlung
zu verringern, werden die Rohre bzw. die Gefäße mit Schichten
versehen, die die Wärmestrahlung nach innen reflektieren.
Unerwünscht ist auch eine intensive Wärmestrahlung der Sonne
bei Tanks für Benzin oder Kühlwagen. Damit nur ein möglichst
geringer Teil der Wärmestrahlung absorbiert wird, wählt man
für solche Tanks oder Kühlwagen helle und glatte Oberflächen.
Dadurch wird vermieden, dass sie sich in kurzer Zeit stärker erwärmen.
Temperaturstrahlung
Die oben beschriebene Wärmestrahlung umfasst nur einen relativ kleinen
Bereich des elektromagnetischen Spektrums. Man könnte sie auch als
Wärmestrahlung in engerem Sinne (infrarote Strahlung) bezeichnen. Häufig
wird der Begriff auch weiter gefasst und ebenfalls mit dem Terminus Wärmestrahlung
oder mit dem Begriff Temperaturstrahlung
charakterisiert.
Unter Temperatur- oder Wärmestrahlung versteht man die elektromagnetische Strahlung, die ein Körper aufgrund seiner Temperatur an die Umgebung abgibt.
Diese Temperaturstrahlung beschränkt sich nicht auf einen kleinen Wellenlängenbereich, sondern umfasst einen erheblichen Teil des elektromagnetischen Spektrums. Als Beispiel sei die Temperaturstrahlung betrachtet, die die Erde von der Sonne empfängt und die die Erde ihrerseits an den umgebenden Weltraum abgibt (Bild 5). Die Hauptbereiche der Temperaturstrahlung, die wir von der Sonne empfangen, liegen im sichtbaren (48 %), infraroten (38 %) und ultravioletten (6,8 %) Bereich. Diese Zusammensetzung hängt mit der hohen Temperatur der Sonne von ca. 6.000 K Oberflächentemperatur zusammen. Die Erde gibt die gleiche Menge Wärme, die sie von der Sonne erhält, an den umgebenden Weltraum ab. Ihre durchschnittliche Oberflächentemperatur beträgt aber nur 15 °C = 260 K. Die von der Erde abgegebene Temperaturstrahlung ist erheblich langwelliger.
Die Gesetze, die für Temperaturstrahlung gelten, sind die sogenannten
Strahlungsgesetze. Genauere
Information dazu sind unter diesem Stichwort sowie unter den Stichwörtern
Strahlungsgesetz
von KIRCHHOFF, Strahlungsgesetz
von STEFAN und BOLTZMANN, Strahlungsgesetz
von PLANCK und Strahlungsgesetz
von WIEN zu finden.