


Die Sonne ist der uns nächste Stern und zugleich
das Massezentrum unseres Planetensystems. Das Gesamtbild unseres Zentralgestirns
wird durch die physikalischen Zustandsgrößen Durchmesser (Radius),
mittlere Dichte, Masse, Rotationsdauer, Leuchtkraft und Oberflächentemperatur
bestimmt.
Nachfolgend werden die einzelnen Zustandsgrößen der Sonne näher
charakterisiert.
Der Durchmesser
der Sonne
Aus der Beobachtung von totalen und ringförmigen Sonnenfinsternissen
ergibt sich, dass sich der Winkeldurchmesser der Sonne, von der Erde aus
gemessen, nur geringfügig ändert. Das hängt mit unterschiedlichen
Entfernungen zwischen Erde und Sonne zusammen. Kennt man den Winkeldurchmesser
und die Entfernung zwischen Erde und Sonne, dann kann man den Durchmesser
bzw. den Radius der Sonne mithilfe
einfacher geometrischer Überlegungen berechnen (Bild 2). Für
den wahren Radius R unseres Zentralgestirns
gilt:
Messungen der Entfernung zwischen Erde und Sonne haben eine mittlere Entfernung von 149,6 Mio. Kilometer (eine astronomische Einheit, 1 AE) ergeben. Der Winkeldurchmesser beträgt für diese mittlere Entfernung
D = 1919,3'' = 32'
Damit ergibt sich für den Radius der Sonne ein Wert von:
R = 696 000 km
Das entspricht dem 109fachen des Erdradius.
Die Masse und die
mittlere Dichte der Sonne
Die Masse der Sonne kann aus den
Bahndaten der Planeten ermittelt werden. Zu der für die Berechnung
erforderlichen Gleichung gelangt man durch folgende Überlegung (Bild
3):
Damit ein Planet auf einer kreisförmig gedachten Umlaufbahn um die
Sonne gehalten wird, muss eine Radialkraft wirken. Diese Radialkraft ist
die Gravitationskraft zwischen Sonne und Planet. Also gilt:

Setzt man die Gravitationskonstante G, die mittlere Entfernung Sonne-Erde r und die Umlaufzeit T der Erde in die Gleichung ein, so erhält man als Masse der Sonne einen Wert von:

Dieser Wert entspricht etwa dem 330 000fachen der Erdmasse.
Die mittlere Dichte der Sonne ergibt sich aus der allgemeinen Gleichung für die Dichte zu:

Setzt man die Daten der Sonne ein, so erhält man für ihre mittlere Dichte einen Wert von

Die mittlere Dichte der Sonne ist größer als die Dichte von Wasser und beträgt etwa ein Viertel der mittleren Dichte der Erde.
Die Rotationsdauer
der Sonne
Aus der Beobachtung von Sonnenflecken ergibt sich, die diese von Ost nach
West wandern, die Sonne also um eine Achse rotiert, die ungefähr
senkrecht zu unserer Blickrichtung steht. Genauere Untersuchungen zeigen:
Die Äquatorebene der Sonne ist um 7° 15' gegen die Ekliptik geneigt.
Der Drehsinn der Sonne ist derselbe wie der Umlaufsinn der Planeten um
sie, d.h. die Richtung des Erdumlaufs um unser Zentralgestirn fällt
mit der Richtung der Rotation der Sonne zusammen.
Die Rotationsdauer ist allerdings im Äquatorbereich eine andere als
in polnahen Gebieten. Diese Erscheinung wird als differenzielle
Rotation bezeichnet. Am Äquator beträgt die siderische Rotationsdauer
etwa 25 Tage, bei einer Breite von 60° bereits 31 Tage und in den
polnahen Bereichen 37 Tage.
Die Leuchtkraft
der Sonne
Als Leuchtkraft eines Himmelskörpers
wird die von ihm je Sekunde ins All abgestrahlte Energie bezeichnet. Im
physikalischen Sinn ist also die Leuchtkraft eine Strahlungsleistung.
Die Sonnenleuchtkraft kann nicht direkt gemessen werden. Sie wird über
die Solarkonstante ermittelt.
Das ist die von der Sonne abgestrahlte Energie pro Zeiteinheit, die in
Erdentfernung senkrecht auf einen Quadratmeter trifft. In Erdentfernung
hat die Solarkonstante einen Wert von:

Summiert man über eine Kugelfläche auf (Bild 4), so erhält man aus dieser Angabe für die Leuchtkraft der Sonne:

Die Oberflächentemperatur der Sonne
Nach dem Strahlungsgesetz von STEFAN und BOLTZMANN ergibt sich für die Sonne:

Die so berechnete Temperatur wird als effektive
Temperatur bezeichnet. Setzt man die entsprechenden Werte ein, so
ergibt sich eine effektive Oberflächentemperatur der Sonne von 5
770 K. Man beachte: Dieser Wert ist ein ungefährer Wert, da hinter
der Berechnung die Modellierung schwarzer Strahler steht.
Geht man z. B. vom Strahlungsmaximum der Sonne aus und berechnet man die
Temperatur nach dem wienschen Verschiebungsgesetz, dann erhält man
eine Oberflächentemperatur der Sonne von 6 100 K.